- 19.07.2026, 06:00:33
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- OTS0001
Wirtschaftsministerium startet Potenzialstudie für mehr Wasserkraft und schnellere Verfahren
Neue Wasserkraft- und Pumpspeicherkraftwerke, der Ausbau bestehender Anlagen und konkrete Möglichkeiten zur Beschleunigung von Verfahren werden geprüft
„Wasserkraft ist das Rückgrat unserer Stromversorgung und ein entscheidender Grund, warum Österreich bei erneuerbarem Strom Europas Nummer eins ist. Diesen Vorsprung wollen wir ausbauen. Mit der Potenzialstudie prüfen wir konkret, wo neue Wasserkraft- und Pumpspeicherkraftwerke möglich sind, wie wir mehr Leistung aus bestehenden Anlagen holen und Genehmigungsverfahren einfacher, schneller und rechtssicherer machen können. Mehr heimische Wasserkraft kann Stromimporte und den Einsatz von Gaskraftwerken verringern. Das stärkt unsere Versorgungssicherheit, unsere Industrie und den Standort Österreich“
Studieninhalt: Wasserkraftpotenziale heben und Ausbau beschleunigen
- Die Studie prüft,
- welche Potenziale durch den Neubau bzw. die Erweiterung von bestehenden Wasserkraft- und Speicheranlagen bis 2030 und 2040 in Österreich realisierbar sind
- wie Genehmigungsverfahren (UVP, WRG etc.) bis 2030 und 2040 einfacher, schneller und rechtssicherer werden können.
Mit der Beauftragung ist ein zentraler Teil der Maßnahme 27 aus der Industriestrategie in Umsetzung.
Die Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet.
Ziel: Fünf Terawattstunden mehr Wasserkraftstrom bis 2030
Im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ist festgelegt, dass Österreich im Jahr 2030 aus Wasserkraft fünf Terawattstunden mehr Strom erzeugen soll als im Jahr 2020. Das entspricht rechnerisch dem Jahresstromverbrauch von rund 1,4 Millionen Haushalten.
- Für das Jahr 2024 ergibt sich bei einer gleichmäßigen Verteilung des Ausbauziels ein Vergleichswert von zwei Terawattstunden zusätzlich gegenüber 2020. Die E-Control weist für 2024 bereits 2,634 Terawattstunden zusätzlichen Wasserkraftstrom aus – rechnerisch genug für rund 750.000 Haushalte.
Zentrale Fakten über Wasserkraft
- Österreich liegt bei erneuerbarem Strom an der europäischen Spitze: 2024 stammten laut Eurostat 90,1 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen – der höchste Anteil aller EU-Staaten. Österreich lag damit deutlich vor Schweden mit 88,1 Prozent und Dänemark mit 79,7 Prozent sowie um 42,6 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt von 47,5 Prozent. Den größten Beitrag leistet die Wasserkraft; ihr Anteil an der heimischen Stromerzeugung lag in den vergangenen Jahren je nach Wasserangebot zwischen 54 und 67 Prozent. Im EU-Durschnitt ist der Wasserkraftanteil bei rund 13,2 Prozent.
- Wasserkraft liefert nicht nur erneuerbaren, sondern auch verlässlichen Strom. Laufkraftwerke erzeugen abhängig von der Wasserführung über lange Zeiträume Strom. Speicherkraftwerke können Energie zwischenspeichern und bei hoher Nachfrage oder geringer Wind- und PV-Erzeugung innerhalb kurzer Zeit bereitstellen. Dadurch stabilisieren sie das Stromnetz.
- Österreich verfügt über mehrere tausend Wasserkraftwerke. Ende 2024 waren rund 3.260 Wasserkraftwerke mit einer installierten Gesamtleistung von über 15 GW in Betrieb – der Großteil davon Laufkraftwerke. Auch viele kleine Anlagen leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Stromversorgung
- Insbesondere Pumpspeicherkraftwerke sind der ideale Partner für Windkraft und Photovoltaik. Pumpspeicherkraftwerke können bei Stromüberschüssen Energie aufnehmen und bei höherem Bedarf wieder Strom erzeugen. Zudem stellen sie wichtige Leistungen für die Stabilität des Stromnetzes bereit.
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