• 17.07.2026, 14:06:32
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„kulturMONTAG“ am 20. Juli: 80. Bregenzer Festspiele, Salzburgs neue Buhlschaft, Asmik Grigorians erste „Carmen“

Danach: neue Ausgabe „Zimmer frei – Übernachten in besonderer Architektur: Das Triester Umland“ – ab 22.30 Uhr, ORF 2 und ORF ON

Wien (OTS) - 

Der von Peter Schneeberger am 20. Juli 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 präsentierte „kulturMONTAG“ steht ganz in Zeichen der Bregenzer und Salzburger Festspiele, die beide demnächst offiziell eröffnet werden. So blickt die Sendung u. a. auf das Programm der Jubiläumssaison am Bodensee, wo zugleich 80 Jahre bzw. die 80. Ausgabe des renommierten Festivals gefeiert werden. Weiter geht es in die Mozartstadt, wo der „Jedermann“ alias Philipp Hochmair u. a. mit seiner neuen Buhlschaft Roxane Duran glänzt und Asmik Grigorians Rollendebüt als „Carmen“ vielfach erwartet wird.

Anschließend an das Magazin besucht Martin Traxl in einer neuen Ausgabe der ORF-Kulturdokureihe „Zimmer frei – Übernachten in besonderer Architektur“ (23.10 Uhr) das Triester Umland.

Das Beste zum Feste – Die Bregenzer Festspiele werden 80

Zum 80-Jahr-Jubiläum der Bregenzer Festspiele lässt es Intendantin Lilli Paasikivi ordentlich krachen. Rund 6.800 Menschen – Chöre, Gesangsgruppen oder einfach nur Singbegeisterte – machen beim großen Singalong auf der Seebühne mit, um gemeinsam herausragende Stücke der Operngeschichte darzubieten. Unter dem Motto „Alemania cantat“ verwandelt der australische Dirigent Steven Moore die beeindruckende Kulisse am Bodensee in einen ganz besonderen Klangraum: mit einem Programm von „O sole mio“ über Verdis „Nabucco“ bis zu „Happy Birthday“. Apropos Giuseppe Verdi – zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals ist auf der Seebühne dessen Publikumshit „La traviata“ zu erleben. Das Werk ist wohl eine der berühmtesten Opern der Welt, zugleich einer der größten Skandale der Musikgeschichte. Denn der Komponist stellte eine Prostituierte ins Zentrum, was für Empörung sorgte. Mit ihrer spektakulären Kulisse wird die Seebühne zum Spiegel einer Welt, in der eine Frau an der Liebe zerbricht. Alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft, der ORF überträgt die Vorstellung am 24. Juli live um 21.20 Uhr in ORF 2 (und auf ORF ON).

Insgesamt werden für die rund vierwöchigen Festspiele etwa 250.000 Besucher:innen erwartet. Und doch haben die Veranstalter ihre liebe Not mit dem Geld. Im vergangenen Jahr wurde das renommierte Festival von Subventionskürzungen überrascht, die über zwei Jahre ein Minus von 4,2 Millionen Euro ausmachen. Vom Jahresbudget mit 25 Millionen Euro muss die Institution etwa 80 Prozent selbst erwirtschaften.

Staffelübergabe in Salzburg – Roxane Duran als neue Buhlschaft

Hofmannsthals „Jedermann“ hat sie laut eigenen Angaben noch nie gesehen und könne daher völlig unbefangen an die kleinste Rolle im traditionellen Spiel ums Sterben des reichen Mannes herangehen. Roxane Duran übernimmt heuer von Deleila Piasko die Traumpartie bei den Salzburger Festspielen. Kaum ein Theaterstück hat ähnlich viel Strahlkraft wie die alljährliche „Jedermann“-Produktion auf dem Salzburger Domplatz, eine Rolle darin gilt nach wie vor als künstlerisches Adelsprädikat. Für die 1993 in Paris geborene französisch-österreichische Schauspielerin ist der Part der Buhlschaft überhaupt ihr Debüt im deutschsprachigen Theater. Bisher war Roxane Duran vor allem in Film- und TV-Produktionen zu sehen, etwa schon als 15-Jährige 2009 in Michael Hanekes mehrfach preisgekröntem Drama „Das weiße Band“ als die von ihrem Vater missbrauchte Tochter, vier Jahre später in der Rolle der Prinzessin an der Seite von Stars wie Mads Mikkelsen und Bruno Ganz in dem Film „Michael Kohlhaas“ von Arnaud des Pallières, oder 2020 in Stefan Ruzowitzkys Hesse-Adaption „Narziss und Goldmund“. In Frankreich feierte sie als Anne Frank auf der Bühne Erfolge – sowohl im Théâtre Rive Gauche in Paris als auch im Zuge von Tourneen in Frankreich, Belgien und der Schweiz. In die Rolle der Buhlschaft will sich die Schauspielerin mit Energie und voller Emotionen hineinstürzen. Für sie ist sie weit mehr als eine Nebenrolle, sie ist Projektionsfläche, Stilikone und mediales Ereignis. Der „kulturMONTAG“ hat Roxane Duran bei den Proben in Salzburg zum Interview getroffen.

Faszination „Carmen“ – Asmik Grigorians Rollendebüt bei den Salzburger Festspielen

Sie gilt als eine der faszinierendsten und gefragtesten Opernsängerinnen der Gegenwart. Asmik Grigorians Terminkalender ist mehr als voll, sie jettet zwischen Barcelona, New York, Wien, Florenz, München und bald wieder Salzburg hin und her. Ebendort, bei den Salzburger Festspielen, gelang der Litauerin mit „Salome“ 2018 der internationale Durchbruch. In diesem Sommer wagt die neugierige Sopranistin mit George Bizets „Carmen“ ein neuerliches Debüt. Diese Opernrolle gilt als Archetypus der Femme fatale, die sich über alle Grenzen bürgerlicher Moral hinwegsetzt und auch dann noch souverän ihren Gefühlen folgt. Dass Grigorian die Partie angenommen hat, war eine eher spontane Entscheidung, wie sie im Interview erzählt. „Mich faszinieren bekannte Werke, bei denen das Publikum glaubt, genau zu wissen, was es erwartet. Bei ,Carmen‘ hatte ich sofort das Gefühl, diese Figur anders zu empfinden. Je intensiver ich mich mit Text und Musik beschäftige, desto mehr merke ich, wie schwierig diese Rolle ist.“ Auch Gabriela Carrizo, Kopf des international gefeierten Kollektivs „Peeping Tom“, wird ihr Regiedebüt in Salzburg geben. Die argentinische Regisseurin und Choreografin macht sich in ihrer Inszenierung, die der ORF am 8. August live-zeitversetzt um 20.15 Uhr in ORF 2 (und auf ORF ON) überträgt, auf die Suche nach der Identität jener zum Mythos gewordenen Frau.

Passend dazu zeigt ORF 2 am 2. August um 9.05 Uhr die Dokumentation „Carmen – Geburt eines Mythos“.

Dokumentation „Zimmer frei – Übernachten in besonderer Architektur: Das Triester Umland“ (23.10 Uhr)

Wie wichtig ist die Art der Unterkunft im Urlaub, wenn die Landschaft perfekt ist? Die ORF-Kulturdokureihe „Zimmer frei“ widmet sich der Geschichte und Entwicklung von Architektur im Tourismusumfeld und präsentiert ausgewählte Projekte, die Tradition und Moderne kombinieren und Architektur und Kunst in Dialog miteinander stellen. Im Mittepunkt stehen Feriendomizile, die die Baustile der Regionen aufgreifen, weiterentwickeln und prägen, das jeweilige Landschaftsbild unterstreichen und einen Brückenschlag zwischen historischer Baumaterie und zeitgenössischem Design wagen.

Martin Traxl ist in der mittlerweile neunten Ausgabe von „Zimmer frei“ in Triest – der Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens – und im Triester Umland unterwegs. Zu Wort kommen neben Gastgeberinnen und Gastgebern sowie Architekten auch Experten, die über die Wechselwirkung von Architektur und Tourismus im Friaul, den Wandel in der baulichen Gestaltung sowie gesellschaftliche Aspekte der Baukultur sprechen.

Triest atmet bis heute Geschichte: Unübersehbar sind die Spuren der habsburgischen Vergangenheit in Architektur und Lebenskultur. Architekt Erich Bernard ist der Hafenstadt seit Jahren eng verbunden und hat hier auch einige Projekte umgesetzt, etwa das Innendesign des Caffè Sacher Trieste. Situiert in einem denkmalgeschützten Geschäftslokal, wurde die sorgfältig restaurierte Originaleinrichtung aus 1912 behutsam in das Konzept integriert. Die Revitalisierung historischer Bausubstanz und ein Verständnis dafür, dass das Alte und das Neue eine Symbiose eingehen können, ist bei vielen Objekten der Stadt spürbar – ob im ehemaligen Versicherungsgebäude, das zum Hotel umgebaut wurde, oder im Palazzo aus dem 18. Jahrhundert, das in luxuriösen Suiten, abgeschirmt durch dicke Gemäuer, Städtebummler Ruhe finden lässt.

Entschleunigung bietet auch das Umland – sei es in der Lagune von Grado, wo Naturnähe und Nachhaltigkeit auch in der Bauweise und Materialität eines kleinen Boutiquehotels erlebt werden kann. Oder aber in der atemberaubenden Hügellandschaft des Collio, wo es jahrhundertealte Burgen und Schlösser gibt, wie das Castello Formentini oder das Castello di Buttrio, deren Gemächer heutzutage auch Urlaubenden offenstehen.

Doch auch die Architektur des 20. Jahrhunderts, allen voran der 1950er bis 1970er Jahre, prägt vielerorts das Erscheinungsbild des Friaul. Ein Beispiel dafür ist der von Architekt Marcello D’Olivo gestaltete brutalistische Mischkomplex des Condominio Zipser, der bis heute das Erscheinungsbild von Grado prägt. Von ihm stammt auch ein avantgardistisches Tankstellen-Gebäude in Buttrio, das vor einigen Jahren von Architekt Marco Zito zu einem Café umgebaut wurde – nebst einem Hotelkomplex, der die zeitgenössische Architektur und den modernen Lebensstil zelebriert.

All diesen Objekten ist gemein, dass Traditionen sorgfältig weitergeführt werden können, ohne der Moderne im Wege zu stehen.

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