• 16.07.2026, 15:29:32
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Batteriebrände: Maßnahmen wirken, Prävention wird ausgebaut

Runder Tisch zieht Bilanz und berät weitere Schritte zur Vermeidung von Batteriebränden

Wien (OTS) - 

Immer mehr Lithium-Batterien im Alltag erhöhen auch die Herausforderungen für die Abfallwirtschaft. Unsachgemäß entsorgte Akkus verursachen zunehmend Brände in Sammelfahrzeugen und Behandlungsanlagen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, brachte Umweltminister Norbert Totschnig bereits im September 2025 Vertreterinnen und Vertreter aus Abfallwirtschaft, Handel, Herstellerorganisationen, Wissenschaft und Verwaltung gemeinsam an einen Tisch. Beim heutigen zweiten Runden Tisch wurden die Fortschritte der seither gesetzten Maßnahmen bewertet, eine Studie zur Erhöhung der Sammelquote vorgestellt und Maßnahmen zur Vermeidung von Batteriebränden beraten.

Umweltminister Norbert Totschnig: „Beim ersten Runden Tisch haben wir vereinbart, rasch vom Reden ins Handeln zu kommen. Genau das ist gelungen. Gemeinsam mit allen beteiligten Partnern konnten wir innerhalb weniger Monate erste wirksame Maßnahmen umsetzen. Heute ziehen wir Bilanz und arbeiten bereits an den nächsten Schritten, um Batteriebrände nachhaltig zu verhindern. Die heute vorgestellten Studien liefern eine wertvolle Grundlage für die weitere Arbeit. Deshalb wollen wir die noch offenen fachlichen, rechtlichen und praktischen Fragen gemeinsam mit der Abfallwirtschaft, dem Handel und den Herstellern in einer gemeinsamen Taskforce vertiefen. Außerdem möchten wir die konkrete Ausgestaltung eines möglichen Pilotprojekts für eine sichere und effiziente Rücknahme von Lithiumbatterien erarbeiten. "

Erste Maßnahmen umgesetzt
Seit dem ersten Runden Tisch wurden wesentliche Vorhaben umgesetzt oder auf den Weg gebracht:

  • Bewusstsein stärken: Seit April 2026 informiert die bundesweite Kampagne „Her mit Leer“ verstärkt über die Brandgefahr falsch entsorgter Lithium-Batterien. Die Mittel für die dreijährige Kampagne wurden gegenüber der ersten Phase verdoppelt.
  • Rückgabe erleichtern: Mit der Novelle der Elektroaltgeräteverordnung wird die Rücknahme sehr kleiner Elektrogeräte mit Batterien – etwa Einweg-E-Zigaretten – deutlich ausgeweitet. Künftig gilt die Rücknahmepflicht bereits für Verkaufsflächen ab 25 m², wodurch mehr als 80 Prozent der Tabaktrafiken zu Rücknahmestellen werden. Die Rückgabe ist zudem ohne Neukauf möglich.
  • Europäische Lösungen vorantreiben: Österreich hat das Thema Batteriebrände auf EU-Ebene eingebracht und setzt sich für eine raschere Prüfung möglicher Pfand- und Anreizsysteme ein.
  • Brandrisiken reduzieren: Mit dem Verbot von Einweg-E-Zigaretten ab Ende 2026 wird ein Produkt vom Markt genommen, das aufgrund seiner fest verbauten Lithium-Batterien zunehmend Brände in der Abfallwirtschaft verursacht.

Informationskampagne zeigt Wirkung
Ein wesentlicher Baustein des Maßnahmenpaketes ist die Fortsetzung der Informationskampagne „Her mit Leer“, die seit April mit erweitertem Fokus läuft.

Neben der richtigen Sammlung von Altbatterien steht nun insbesondere die Brandgefahr falsch entsorgter Lithium-Batterien im Mittelpunkt.

Getragen wird die Kampagne gemeinsam von Umweltministerium, Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) und zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft.

EAK-Geschäftsführer Valentin Opfermann: „Die Zahlen zeigen, dass Bewusstseinsbildung wirkt: Die über unsere 'Her mit Leer'-Sammelboxen im Handel erfasste Batteriemenge ist von rund 484 Tonnen im Jahr 2021 auf rund 844 Tonnen im Jahr 2025 gestiegen – ein Plus von rund 75 Prozent. Seit dem ersten Runden Tisch haben wir gemeinsam viel erreicht: Die Kampagne wurde ausgebaut, wir haben das Thema mit einer Pressekonferenz und einem Brandversuch in die Öffentlichkeit getragen und erreichen die Menschen nun noch gezielter in ihrem Alltag. Gleichzeitig sehen wir, dass der Handlungsbedarf weiter wächst. Deshalb braucht es weiterhin eine starke österreichweite Kommunikation sowie einfach zugängliche Sammelmöglichkeiten. Freiwillige und wirksame Lösungen müssen dabei Vorrang vor verpflichtenden Maßnahmen haben."

Fokus des zweiten Runden Tisches
Neben der Bilanz der bisher umgesetzten Maßnahmen standen beim heutigen Treffen vor allem die nächsten Entwicklungsschritte im Mittelpunkt. Präsentiert wurden zwei aktuelle Studien des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB): eine Untersuchung zu möglichen finanziellen Anreizsystemen zur Steigerung der Sammelquote von Lithium-Batterien sowie ein Brandereignismonitoring zur besseren Analyse der Ursachen und Risiken von Batteriebränden. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Diskussion mit allen beteiligten Branchen über praktikable und EU-rechtskonforme Lösungen.

VOEB-Präsidentin Gabriele Jüly: „Jede Woche brennt es wegen falsch entsorgter Lithiumbatterien, sowohl in Betrieben der Abfallwirtschaft als auch in privaten Haushalten. Die heute vorgestellten Analysen haben gezeigt: Ein finanzieller Anreiz – in der Höhe von 50 Cent bis 50 Euro, je nach Batteriegröße – würde dazu führen, dass viel mehr Lithiumbatterien korrekt entsorgt werden. Damit verhindern wir nicht nur Brände, sondern auch wirtschaftliche Folgeschäden in der Höhe von 480 Millionen Euro. Wir begrüßen, dass Bundesminister Norbert Totschnig heute den Startschuss für die Taskforce für die Umsetzung weitere Maßnahmen gesetzt hat.“

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Telefon: +43 1 71100 DW 606747
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bmluk.gv.at/

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