• 16.07.2026, 12:38:32
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Dramatische Lage am Schweinemarkt: Branche im Austausch mit Landwirtschaftsminister Totschnig

Gemeinsames Ziel: Maßnahmen zur Sicherung der österreichischen Schweinehaltung

Wien (OTS) - 

Angesichts der dramatischen Entwicklungen am österreichischen Schweinemarkt stehen die Spitzenvertreter der Branche im Austausch mit Bundesminister Norbert Totschnig. In einem gemeinsamen Brief machen Ing. Franz Rauscher, Obmann der Schweinehaltung Österreich, und Ing. Rupert Hagler, Obmann der Österreichischen Schweinebörse eGen, auf die massive wirtschaftliche Belastung der heimischen Schweinehalterinnen und Schweinehalter, den zunehmenden Preisdruck und die Gefährdung zukünftiger Investitionen aufmerksam. Grund für die Marktlage sind tierseuchenbedingte Verwerfungen und Überproduktion am europäischen Markt.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen faire Wettbewerbsbedingungen. Deshalb setze ich mich auf europäischer Ebene konsequent und mit Nachdruck dafür ein. Die derzeit diskutierte EU-Nutztierstrategie bietet die Chance, Produktionsstandards europaweit stärker zu harmonisieren, das unterstütze ich ausdrücklich. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, überzogene europäische Vorgaben, etwa im Rahmen der Industrieemissionsrichtlinie, praxistauglich auszugestalten und bürokratische Hürden abzubauen. Nur mit fairen und verlässlichen Rahmenbedingungen können wir die heimische Schweinehaltung stärken und unsere regionale, hochwertige Lebensmittelproduktion langfristig absichern.“

Massiver Preisdruck belastet Familienbetriebe

„Die aktuelle Lage am österreichischen Schweinemarkt ist mehr als besorgniserregend und könnte weitreichende Folgen für die langfristige Eigenversorgung in Österreich sowie für die Bereitschaft der Schweinehalter haben, in diesen Sektor zu investieren“, betont Franz Rauscher.

Exportsperren aufgrund von Tierseuchen in den großen Produktionsländern Europas, sowie globale Marktverwerfungen haben im vergangenen halben Jahr zu einer massiven Überproduktion und zu einem drastischen Preisverfall geführt. Besonders die Schweineproduktion stehe aktuell vor enormen Herausforderungen, denn seit 2025 sinkt die Wirtschaftlichkeit in der Branche. „Wir sollten eigentlich zumindest kostendeckend produzieren, um Investitionen für die Zukunft tätigen zu können. Davon ist die österreichische Schweineproduktion aber weit entfernt. Aktuell büßen wir mit jedem Schwein bis zu 20 Euro ein. Unsere heimischen Familienbetriebe verlieren somit insgesamt jede Woche 1,6 Millionen Euro.“, so Rauscher.

Österreichische Standards dürfen nicht zum Wettbewerbsnachteil werden

Die Branchenvertreter sehen außerdem die unterschiedlichen Produktionsbedingungen innerhalb Europas als große Herausforderung. Österreich habe seine gesetzlichen Standards im Bereich Tierwohl und Haltung deutlich weiterentwickelt. Im weltweiten Vergleich verliert Österreich dadurch aber zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. „Wir sind in Österreich durch die Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Tierwohlranking Europas zwar einige Stufen aufgestiegen, verlieren dadurch aber langfristig stark an Wettbewerbsfähigkeit am europäischen Markt“, erklärt Rupert Hagler.

Gemeinsame Schritte zur Stärkung der Schweinehaltung

Mit ihrem Schreiben appellieren Rauscher und Hagler für nachhaltige Perspektiven der Schweinehaltung auf nationaler und europäischer Ebene. Konkret sprechen sich die Branchenvertreter unter anderem für die weitere Öffnung von Exportmärkten, Abschluss von Regionalisierungsabkommen, eine europaweite Angleichung der Produktionsstandards sowie eine Entlastung der Betriebe von weiteren kostenintensiven Vorgaben aus. Auch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie sei ein wichtiger Schritt, um den Absatz heimischer Lebensmittel zu stärken, da aktuell besonders in Gasthäusern importiertes Schweinefleisch aufgetischt wird.

Rückfragen & Kontakt

DI Michael Klaffenböck
Geschäftsführer Schweinehaltung Österreich (www.schweine.at)
& stv. Geschäftsführer Österreichische Schweinebörse
Telefon: +43 664/88922106
E-Mail: [email protected]

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