• 16.07.2026, 10:57:03
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Heilmittelreport der Sozialversicherung bestätigt Versorgungsbedeutung der Apotheken

Apothekerschaft federt Lieferengpässe ab – Steigender Kostendruck setzt öffentliche Apotheken zunehmend unter Druck

Wien (OTS) - 

Der erstmals vorgelegte Heilmittelreport des Dachverbands der Sozialversicherungsträger offenbart die gesundheitspolitischen Herausforderungen zur Absicherung einer qualitativ hochwertigen Arzneimittelversorgung in Österreich. Aus Sicht der Apothekerschaft ist es besonders erfreulich, dass es den rund 7.000 Apothekerinnen und Apotheker erfolgreich gelungen ist, die auftretenden Lieferengpässe abzufedern. Damit dieses Engpass-Management auch in Zukunft sichergestellt ist, muss der Versorgungsort Apotheke gestärkt werden.

„Da sich die angespannte globale Produktions- und Lieferkettensituation nicht entspannen wird, werden wir Apothekerinnen und Apotheker weiterhin stark gefordert sein. In jeder Apotheke ist laufend jemand mit der Bewältigung von Lieferengpässen beschäftigt – von der Suche nach Alternativen über Rücksprachen mit Ärztinnen und Ärzten bis hin zu zeitaufwändigen Eigenherstellungen. Es ist höchste Zeit, dass die personal- und zeitintensive Bewältigung von Lieferengpässen in den Apotheken nicht nur in Heilreporten anerkannt, sondern finanziell angemessen honoriert wird“, so Apothekerkammer-Vizepräsident Raimund Podroschko.

Es gibt keinen niederschwelligeren Versorgungsort im Gesundheitssystem als die öffentlichen Apotheken. Mit 1.470 öffentlichen Apotheken, bis zu 600.000 täglichen Patientenkontakten und ihrer gesetzlich verankerten Stellung als Teil der kritischen Infrastruktur ist die Apotheke der meistfrequentierte Primärversorgungspunkt Österreichs. Jede Apotheke und die österreichischen Großhändler verfügen über ein großes Medikamentenlager, um Menschen mit ganz unterschiedlichen Krankheiten und Beschwerden zu jeder Zeit mit dem passenden Arzneimittel versorgen zu können. Rund 6.000 unterschiedliche Medikamente befinden sich im Lager einer öffentlichen Apotheke. Insgesamt werden im Schnitt rund 24.000 Medikamentenpackungen bevorratet. Jede Apotheke wird drei- bis viermal am Tag vom pharmazeutischen Großhandel beliefert, sodass nicht vorrätige Medikamente binnen weniger Stunden vor Ort organisiert und an die Patientinnen und Patienten sowie Kundinnen und Kunden abgegeben werden können.

Während der Versorgungsort Apotheke immer bedeutender wird, gerät dieser gleichzeitig wirtschaftlich immer stärker unter Druck. „Die Spannen der Apotheken für verschriebene Arzneimittelspezialitäten auf Krankenkassenkosten befinden sich seit 50 Jahren im Sinkflug: von damals rund 28 Prozent auf heute etwa elf Prozent. Gleichzeitig sind die Kosten für Personal, Energie, Mieten und Software stark gestiegen. Jede vierte Apotheke hat mittlerweile große Schwierigkeiten, die Kosten eines angestellten Leiters bzw. einer angestellten Leiterin zu erwirtschaften. Wenn diese Entwicklung nicht gestoppt werden kann, dann wird der nächste Heilmittelreport ein Apothekensterben in Österreich thematisieren müssen“, warnt Gerhard Kobinger, 2. Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer.

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