• 16.07.2026, 10:00:34
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Erstmals vergeben: Steiermärkischer Toleranzpreis zeichnet Initiativen für Demokratie aus

Hauptpreis für die ARGE Jugend – Fachstelle für Gewaltprävention für das Projekt „Perspektivenwechsel“, zwei Förderpreise: LebensGroß/Theaterakademie und gemma! – GEMEINSAM MACHEN.

Geschäftsführer Mag. Dominik Knes beim "Perspektivenwechsel" in
einer Grazer Schule
Graz (OTS) - 

Ein Preis für gelebte Demokratie: Der neue Steiermärkische Toleranzpreis, verliehen von einer zivilgesellschaftlichen Initiative und einer zwölfköpfigen Jury, macht sichtbar, wie gesellschaftliches Zusammenleben im Alltag gelingt. Im Mittelpunkt steht nicht die Bewertung von Haltungen, sondern die Anerkennung gelebter Praxis: Projekte, die Brücken bauen, Unterschiedlichkeit konstruktiv gestalten und einen Beitrag zum demokratischen Zusammenleben leisten.

„Mit dem Steiermärkischen Toleranzpreis wollen wir als zivilgesellschaftliche Initiative sichtbar machen, dass demokratisches Zusammenleben dort entsteht, wo Menschen Verantwortung übernehmen und im Alltag konkrete Formen des Miteinanders gestalten“, sagt Initiator Michael Axmann, Vorsitzender des Vereins zur Vergabe des Steiermärkischen Toleranzpreises.

Hauptpreis: Gewaltprävention und Demokratiebildung in Schulen

Der Hauptpreis geht an die ARGE Jugend - Fachstelle für Gewaltprävention für das Projekt „Perspektivenwechsel“. Seit zehn Jahren arbeitet das durch das städtische Integrationsamt geförderte Projekt mit Schulen in Graz und entwickelt Programme für Mittelschulen und Polytechnische Schulen. Jugendliche, Lehrkräfte und Eltern werden gleichermaßen einbezogen, um demokratische Werte, Respekt und den konstruktiven Umgang mit Vielfalt im Schulalltag zu stärken. Die Jury würdigt insbesondere den praxisnahen Ansatz: Demokratie wird nicht abstrakt vermittelt, sondern im Alltag erlernt – dort, wo junge Menschen Haltung entwickeln und Konflikte bewältigen müssen. Das Preisgeld von 25.000 Euro soll die Ausweitung des Projekts auf weitere Regionen in der Steiermark ermöglichen.

Förderpreis: Inklusive künstlerische Ausbildung

Ein Förderpreis geht an die Theaterakademie von LebensGroß in Graz. Die 2023 gegründete Theaterakademie ist Österreichs erste professionelle Bühnenausbildung, die künstlerische Ausbildung konsequent mit Inklusion verbindet. Menschen mit psychischen, kognitiven oder körperlichen Beeinträchtigungen erhalten eine umfassende Ausbildung in Schauspiel, Tanz, Musik, Sprache und kreativem Schreiben. Im Mittelpunkt steht künstlerisches Potenzial - unabhängig von individuellen Voraussetzungen. Die Jury hebt hervor, dass die Akademie Inklusion nicht als Konzept, sondern als gelebte künstlerische Praxis versteht und damit neue Perspektiven für die Kulturlandschaft eröffnet.

Förderpreis: Begegnung im Alltag

Der zweite Förderpreis geht an den Grazer Verein gemma! – GEMEINSAM MACHEN. Seit 2016 schafft der Verein niederschwellige Begegnungsangebote für Menschen mit und ohne Migrationsbiografie. Aktivitäten wie gemeinsames Kochen, Sport, Kulturveranstaltungen und Sprachförderung schaffen Räume für Austausch und Teilhabe. Unter dem Leitgedanken „Begegnung verändert alles“ entstehen Orte, an denen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen selbstverständlich zusammenkommen. Die Jury würdigt insbesondere den niedrigschwelligen Zugang und das hohe ehrenamtliche Engagement, das gesellschaftlichen Zusammenhalt im Alltag nachhaltig stärkt.

Jury-Vorsitzende Heidrun Primas: „Toleranz zeigt sich nicht in Worten, sondern in der Bereitschaft, einander wirklich zu begegnen. Die prämierten Projekte schaffen genau solche Räume – und tragen damit entscheidend zu einem respektvollen und demokratischen Zusammenleben bei.“

Der Steiermärkische Toleranzpreis wurde vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung als zivilgesellschaftliche Initiative eingeführt. Er soll demokratische Kultur vor Ort stärken und wird künftig alle zwei Jahre vergeben, um zivilgesellschaftliches Engagement in der Steiermark sichtbar zu machen.

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Jury: Heidrun Primas (Vorsitzende und Sprecherin), Michael Axmann, Johannes Beurle, Mehmet Celebi, Suzana Djukic, Kristina Edlinger-Ploder, Eva Heigl, Margot Hohl, Peter Riedler, Georg Schneider, Stefanie Schwarzl-Ranz, Stefan Storr.

Sponsoren: Steiermärkische Sparkasse, Grazer Wechselseitige Versicherung, Styria Media Group.

Gründungskomitee: Michael Axmann, Anna Badora, Andreas Gjecaj, Daniela Grabovac, Lisz Hirn, Alexander Hirtzi, Wilhelm Krautwaschl, Gerd Kronheim, Andrea Kurz, Hubert Patterer, Gilbert Prilasnig, Heidrun Primas, Stefan Storr, Stefanie Schwarzl-Ranz, Aglaia Szyszkowitz, Bettina Vollath, Julia Zotter.

Fakten auf einen Blick:

  • erstmalige Vergabe: 2026, in weiterer Folge alle zwei Jahre bei wechselndem Jury-Vorsitz
  • ausgezeichnet werden Projekte und Organisationen
  • Ziel: Stärkung von Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichem Zusammenhalt
  • Preisgeld: 25.000 Euro (Hauptpreis), zwei Förderpreise à 7.500 Euro
  • Preisverleihung: 13.11.2026, Aula der Karl-Franzens-Universität Graz

Rückfragen & Kontakt

Steiermärkischer Toleranzpreis
Dr. Andrea Hofmann-Wellenhof
E-Mail: [email protected]

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