• 15.07.2026, 12:09:32
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ÖGK-Huss: Heilmittelreport zeigt: Spitzenmedizin braucht eine starke solidarische Finanzierung

Österreichs schneller Zugang zu innovativen Therapien sichert höchste Versorgungsqualität - steigende Kosten erfordern faire Preise und gemeinsame Verantwortung

Wien (OTS) - 

Der heute präsentierte Heilmittelreport des Dachverbandes der Sozialversicherungen bestätigt den hohen Standard der Arzneimittelversorgung in Österreich. Der rasche Zugang zu innovativen Therapien zählt europaweit zur Spitze und ermöglicht den Versicherten eine Versorgung auf höchstem Niveau. „Österreich bietet Patientinnen und Patienten einen der schnellsten Zugänge zu innovativen Therapien in Europa. Das ist ein großer Erfolg unseres solidarischen Gesundheitssystems“, betont Andreas Huss, Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).

Medizinischer Fortschritt treibt Kostenentwicklung

Diese hohe Qualität ist jedoch untrennbar mit steigenden finanziellen Anforderungen verbunden. Die Heilmittelausgaben der Österreichischen Gesundheitskasse beliefen sich 2025 auf rund 3,86 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2026 erhöhten sie sich gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent, während die Zahl der Verordnungen nahezu unverändert blieb. Die Kostenentwicklung wird damit vor allem durch innovative und hochpreisige Therapien bestimmt. „Der medizinische Fortschritt bringt enorme Chancen für Patientinnen und Patienten - gleichzeitig steigen aber auch die Kosten deutlich. Spitzenmedizin braucht daher eine stabile und solidarische Finanzierung“, so Huss.

Hochpreisige Therapien verändern das System

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei Arzneimitteln mit einem Kassenpreis von mehr als 2.000 Euro pro Packung. Sie verursachen bereits rund 28 Prozent der Heilmittelkosten der ÖGK, machen aber lediglich 0,3 Prozent der Verordnungen aus. Gleichzeitig eröffnen sie vielen Menschen mit schweren oder seltenen Erkrankungen neue Behandlungsmöglichkeiten.

Allein für Medikamente zur Behandlung von Krebserkrankungen und schweren Autoimmunerkrankungen stiegen die Aufwendungen von 2024 auf 2025 um 84,5 Millionen Euro. Einzelne Arzneimittel kosten mittlerweile bis zu 91.000 Euro pro Packung. „Diese neuen Therapien geben vielen Menschen Hoffnung, wo es früher kaum Behandlungsmöglichkeiten gab. Unser Anspruch ist klar: Diese Chancen müssen allen zugutekommen - unabhängig vom Einkommen“, sagt Huss.

Generika schaffen finanziellen Spielraum

Mit dieser Entwicklung steigen auch die Anforderungen an eine verantwortungsvolle Mittelverwendung. Die Österreichische Gesundheitskasse setzt konsequent auf Wirtschaftlichkeit, wo medizinisch gleichwertige Alternativen verfügbar sind. Bereits 66,8 Prozent des generikafähigen Marktes werden mit Generika versorgt und leisten damit einen wichtigen Beitrag, finanzielle Spielräume für innovative Therapien zu schaffen. „Wo es gleichwertige und günstigere Alternativen gibt, setzen wir konsequent auf Generika. So schaffen wir den notwendigen Spielraum, um teure Innovationen weiterhin finanzieren zu können“, erklärt Huss.

Österreich als Hochpreisland

Der Heilmittelreport zeigt zwei Seiten der österreichischen Arzneimittelversorgung: Neue Medikamente stehen rasch zur Verfügung, gleichzeitig weist Österreich im internationalen Vergleich ein gehobenes Preisniveau auf. Laut den präsentierten Daten liegen die Preise patentgeschützter Arzneimittel um 19 Prozent und jene im generikafähigen Markt sogar um 134 Prozent über dem schwedischen Niveau. „Nicht der Zugang zu Innovationen steht zur Debatte, sondern der Preis, den wir dafür bezahlen. Eine Versorgung auf Spitzenniveau braucht faire Preise - nicht höhere Hürden für Patientinnen und Patienten“, stellt Huss klar.

Gemeinsame Verantwortung für die Versorgung

Österreich hat sich bewusst für eine Arzneimittelversorgung auf europäischem Spitzenniveau entschieden. Ein Gesundheitssystem dieser Qualität ist keine Selbstverständlichkeit. Wer Spitzenversorgung dauerhaft sichern will, muss auch bereit sein, sie nachhaltig zu finanzieren. „Versorgungssicherheit ist keine Einbahnstraße. Neben der öffentlichen Hand und den Sozialversicherungen ist auch die Pharmaindustrie gefordert, durch faire Preisgestaltung ihren Beitrag zu leisten“, so Huss abschließend.

Rückfragen & Kontakt

ÖGK-Obmann Andreas Huss MBA
Telefon: 0664/614 55 34
E-Mail: [email protected]

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