- 15.07.2026, 09:30:36
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Schienen-Control Jahresbericht 2025: Rekordangebot im Personenverkehr, ÖBB-Mitbewerb im Güterverkehr nähert sich der 50-Prozent-Marke
Der Jahresbericht der Regulierungsbehörde zeigt einen Angebotsrekord im Personenverkehr und steigende Marktanteile der ÖBB-Mitbewerber im Güterverkehr
Der Jahresbericht 2025 der Schienen-Control zeigt ein differenziertes Bild des österreichischen Eisenbahnmarktes. Der Personenverkehr erreichte mit 138,9 Millionen Personenzugkilometern ein neues Rekordniveau an angebotener Leistung, während die Fahrgastzahlen leicht zurückgingen.
Im Güterverkehr bauten die Bahnen außerhalb des ÖBB-Konzerns ihre Marktanteile weiter aus und näherten sich der 50-Prozent-Marke.
Die Zuwächse der Leistungsindikatoren im Güterverkehr sind maßgeblich umleitungsbedingt und zeigen nur bedingt ein Wachstum des Marktes. Umfangreiche Bauarbeiten auf internationalen Korridoren sowie die Sperrung der Tauernbahn belasteten Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Schiene.
Rekordangebot – aber leicht rückläufige Fahrgastzahlen
Das Angebot im gesamten Personenverkehr (Nah- und Fernverkehr) erreichte mit 138,9 Millionen Personenzugkilometern erneut einen Rekordwert. Die Zahl der Reisenden ging jedoch leicht um 0,3 Prozent auf 347,5 Millionen zurück – beeinflusst durch die zweimonatige Sommersperre der Wiener S-Bahn-Stammstrecke. Im Fernverkehr stiegen die Fahrgastzahlen hingegen um ein Prozent.
Die insgesamt zurückgelegten Personenkilometer stiegen dadurch um 0,7 Prozent auf 15,1 Milliarden. Die Mitbewerber der ÖBB konnten ihre Anteile weiter ausbauen und beförderten knapp 16 Prozent aller Reisenden.
Ein bedeutendes Ereignis war die vollständige Inbetriebnahme der Koralmstrecke im Dezember 2025, deren volle Auswirkung auf die Fahrgastzahlen jedoch erst ab 2026 zu erwarten ist.
Güterverkehr: ÖBB-Mitbewerber nähern sich der 50-Prozent-Marke
Der Marktanteil der Rail Cargo Austria bei den Nettotonnenkilometern belief sich 2025 auf rund 52 Prozent – ein weiterer Rückgang gegenüber dem Vorjahr (2024: 57,3 Prozent). Der Gesamtmarktanteil aller ÖBB-Mitbewerber lag damit bereits bei rund 48 Prozent, im Ganzzugsegment sogar bei 63,5 Prozent.
Auf den Haupttransitachsen Brenner und Westachse dominierten jene Unternehmen mit jeweils über 60 Prozent.
Die Leistungen bei Netto- und Bruttotonnenkilometern stiegen in der Gesamtbetrachtung 2025 um knapp fünf Prozent – jedoch großteils umleitungsbedingt. Die beförderten Nettotonnen verzeichneten mit 117,6 Millionen den zweiten Anstieg in Folge – lagen aber noch knapp unter dem Wert von 2022.
Baustellen bremsen Aufschwung
„Der Wettbewerb auf der Schiene funktioniert, braucht aber freie Kapazitäten“, so Maria-Theresia Röhsler, Geschäftsführerin der Schienen-Control. „Die Mitbewerber oder Rail-Cargo Austria bedienen mittlerweile fast die Hälfte des Güterverkehrsmarktes. Die Zuwächse bei der Verkehrsleistung sind dabei großteils umleitungsbedingt und nicht auf reales Wachstum zurückzuführen. Wenn der Schienengüterverkehr wettbewerbsfähig bleiben soll, brauchen wir dringend bessere Planbarkeit der Trassenführung und eine europäisch abgestimmte Baustellenkoordination."
Die höheren Kosten aufgrund der weiträumigen Umleitungen und längeren Laufwege in Folge umfassender Sanierungen im deutschen Netz sowie der Sperre der Tauernbahn verschärften den Verlagerungsdruck hin zur Straße. Mehr als ein Viertel der gesamten Güterverkehrsleistung wurde 2025 über kurzfristig bestellte Ad-hoc-Trassen erbracht – bei den privaten Unternehmen sogar über 40 Prozent. Die kürzlich in Kraft getretene EU-Kapazitätsverordnung (VO (EU) 2026/1184) soll hier Besserung bringen und die grenzüberschreitende Koordination von Infrastrukturarbeiten verbessern.
Wachsender Markt – 98 Eisenbahnunternehmen in Österreich
Ende 2025 waren in Österreich 98 Eisenbahnunternehmen berechtigt, Züge zu führen – elf mehr als im Vorjahr. Mit 74 Unternehmen waren so viele wie noch nie berechtigt, das ÖBB-Netz zu nutzen. Das österreichische Schienennetz wuchs um 17 Kilometer auf insgesamt 5.638 Kilometer, maßgeblich durch die vollständige Inbetriebnahme der Koralmstrecke zwischen Graz und Klagenfurt.
Der gesamte Jahresbericht der Schienen-Control ist unter: https://www.schienencontrol.gv.at/publikationen abrufbar und enthält weiterführende Informationen zum Personen- und Güterverkehrsmarkt, der Preisentwicklung, der Pünktlichkeit sowie den Verfahren der Schienen-Control Kommission.
Über die Schienen-Control
Die Schienen-Control GmbH wurde 1999 gegründet. Sie ist einerseits Regulierungsbehörde für den Schienenverkehr und andererseits Schlichtungsstelle für Passagier- und Fahrgastrechte (kurz: apf) in Österreich.
Als Regulierungsbehörde überwacht die Schienen-Control den Wettbewerb und den freien Zugang zur Schiene zu angemessenen Preisen. Damit ermöglicht und unterstützt sie einen fairen Wettbewerb für eine bessere und erfolgreichere Bahn.
Zum Jahresbericht der Schienen-Control
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