- 15.07.2026, 09:00:43
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Sommerupdate am Liesingbach: Renaturierung schreitet voran!
Aktuell laufen die Umgestaltungsarbeiten zwischen Atzgersdorfer Platz und Gutheil-Schoder-Gasse
Mit dem Sommer zeigt sich auch der Liesingbach von seiner schönsten Seite: Kühles Wasser, schattige Uferbereiche und naturnahe Promenaden machen ihn zu einem beliebten Ort der Erholung. Entlang der bereits renaturierten Abschnitte hat sich die Liesing in den vergangenen 20 Jahren zu einem ökologisch intakten Gewässer und einem wahren Naturjuwel entwickelt. Der zweiten Hälfte des Liesingbachs steht das noch bevor: Im Rahmen des ökologischen Großprojekts „Integrativer Hochwasserschutz Liesingbach“ werden seit 2020 die verbleibenden 9,2 Kilometer des bislang hart verbauten Gewässers Schritt für Schritt naturnäher, grüner und sauberer gemacht; und auf gesamter Strecke wird ein Regenwasserkanal errichtet. Aktuell laufen die Umgestaltungsarbeiten des sogenannten „Bauteils 2“ zwischen Atzgersdorfer Platz und Gutheil-Schoder-Gasse.
Das ökologische Mega-Projekt am Liesingbach wird von der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert, die Maßnahmen selbst werden von den Fachabteilungen Wien Kanal und Wiener Gewässer durchgeführt. Ab 2027 geht das Renaturierungsvorhaben in die letzte Runde, um die „Lücke“ an der Liesing zu schließen.
Umweltminister Norbert Totschnig betont: „Wasser ist unsere kostbarste Ressource und die Grundlage für Leben, Gesundheit, Sicherheit und Wohlstand. Investitionen in eine moderne und leistungsfähige Wasserinfrastruktur und einen wirksamen Hochwasserschutz sind daher essentiell für die Lebensqualität aller Menschen und intakte Ökosysteme, wie hier in Wien am Liesingbach. Ein besonderes Anliegen ist mir, das Bewusstsein für den Wert unseres Wassers und der gesamten Wasserinfrastruktur zu stärken. Mit unseren Wasserplattformen „Wasseraktiv“ und „gen blue“ kommunizieren wir deshalb laufend, wie wichtig ein sorgsamer Umgang mit unserem Wasser ist und wo besonders vorbildliche Maßnahmen an Flüssen umgesetzt werden. Das gemeinsame Engagement des Umweltministeriums und der Stadt Wien hier am Liesingbach zeigt, wie wir unsere Wasserressourcen und die Bevölkerung nachhaltig schützen können. Besonders erfreulich ist daher der rasche Baufortschritt. Der Großteil des neuen Regenwasserkanals ist bereits fertiggestellt, gleichzeitig entstehen entlang des Baches naturnahe Lebens- und Erholungsräume für die Wiener Bevölkerung. Für den Wasserbau im Bauteil 2 des Liesingbachs werden insgesamt rund 3 Mio. Euro investiert, davon stellt das Umweltministerium über 1 Mio. Euro bereit. Jeder Euro, der hier investiert wird, ist gut investiert - für die Sicherheit der Anrainerinnen und Anrainer, für sauberes Wasser und für wertvolle Grün- und Naherholungsräume am Liesingbach“.
Die Kanal- und Renaturierungsarbeiten schreiten zügig voran. Seit Beginn der Bauarbeiten im „Bauteil 2“ wurde die Kanalinfrastruktur entlang des Gewässers umfassend modernisiert und erweitert. Gleichzeitig konnten bereits zahlreiche wasserbauliche Maßnahmen umgesetzt werden, die den Liesingbach ökologisch aufwerten und den Hochwasserschutz verbessern.
„Mit dem neuen Kanal schützen wir den Liesingbach vor verunreinigtem Regenwasser. Die Regenwasserkanäle, die bisher in die Liesing mündeten, werden an den neuen Kanal angeschlossen. Bei Regen kann so der erste Schwall mit verunreinigtem Regenwasser von den umliegenden Verkehrsflächen im neuen Kanal aufgefangen und zur Reinigung in die Kläranlage nach Simmering geleitet werden. Auch bei Störfällen, bei denen gefährliche Stoffe über die Regenwasserkanalisation in den Bach gelangen könnten, sorgt der neue Kanal künftig für zusätzlichen Schutz. Dadurch wird die Wasserqualität nachhaltig verbessert und die Grundlage für die Renaturierung gelegt“, erklärt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky die Funktion des Projekts.
Gewässer-Stadträtin Ulli Sima erläutert den Mehrwert für Mensch und Natur: „Die Liesing entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem naturnahen Erholungsraum mit hoher Aufenthaltsqualität, gleichzeitig verbessern wir durch die Renaturierung den Hochwasserschutz. Gerade an heißen Sommertagen bieten die neuen Grünräume entlang des Bachs wertvolle Abkühlung und machen den Liesingbach zu einer attraktiven Freizeitoase. Es freut mich zu sehen, dass die Renaturierung bereits Früchte trägt und man live beobachten kann, wie sich der Liesingbach auf voller Länge zu einem einzigartigen Naturjuwel entwickelt, der vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Die 1. Hälfte des Liesingbachs auf Wiener Stadtgebiet hat sich bereits wieder zu einem intakten Gewässer entwickelt, seit 2020 geht es nun Schritt für Schritt weiter mit der Renaturierung der zweiten Hälfte.“
Neuer Regenwasserkanal
Mit insgesamt 30 Kilometern ist der Liesingbach der längste Wienerwaldbach. Bis 2027 wird er auf einer Länge von 9,2 Kilometern naturnahe rückgebaut. Im Zuge der Renaturierung errichtet Wien Kanal einen rund neun Kilometer langen Regenwasserkanal. Rund 5,5 Kilometer davon werden dabei direkt im Bachbett verlegt. Zusätzlich entstehen entlang der Strecke 50 Trennbauwerke, 10 Abfallschächte und 100 Putzschächte für den späteren Betrieb und die Wartung.
Im aktuellen Abschnitt zwischen Atzgersdorfer Platz und Gutheil-Schoder-Gasse werden insgesamt 2,8 Kilometer Regenwasserkanal errichtet. Davon werden zwei Kilometer in offener Bauweise im Bachbett verlegt. Von November 2025 bis Mai 2026 wurden 800 Meter von der Gutheil-Schoder-Gasse bis zur Wohnparkstraße in Alterlaa im Microtunneling, einer unterirdischen Vortriebstechnik, hergestellt. Das verkürzte die Bauzeit und reduzierte Lärm- und Schmutzbelastungen für die Anrainer*innen. Dabei wurden mehrere Brückenbauwerke sowie die U6-Hochstrecke unterquert. 2,3 Kilometer des 2,8 Kilometer langen Bauabschnittes sind bereits fertiggestellt.
In den bereits renaturierten Abschnitten 4 und 1 wurden über 250 Bäume und hunderte Sträucher gepflanzt. Auch unzählige Weidenstecklinge und Wildaufgeher werden die Renaturierung beschleunigen.
Mehr Platz für den Liesingbach
Im Zuge der geplanten Umgestaltungsarbeiten im Bauteil 2 werden sogenannte „Pendelstrecken“ im Gewässerlauf des Liesingbaches angelegt. Aktuell befindet sich der Bautrupp flussaufwärts der Osrambrücke. Erste, besonders abwechslungsreiche Gewässerzonen wurden bereits auf Höhe von Alterlaa geschaffen. Hier sind Flussareale mit variabler Strömungsintensität und sanften Sand- und Schotterbänken entstanden, die eine vielseitige Flusslandschaft bilden. Auf Höhe der Riegermühle starten in Kürze die Arbeiten für eine einmalige Erholungsinsel. Die kleine, naturnahe Insel soll künftig als Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen dienen, wird aber auch für Besucher*innen zugänglich gemacht. Zusätzlich werden knapp 400 neue hitzetolerante Bäume wie Ahorn, Holzapfel oder Silberlinde entlang der Liesing gesetzt. Neue Ufergehölze, darunter Weiden und Erlen, spenden Schatten und schützen den Bach vor Überhitzung im Sommer. Über 600 heimische Sträucher finden entlang der Liesingbachufer ein neues Zuhause.
Die bereits neu gesetzten Bäume, Sträucher und Uferpflanzen benötigen etwas Zeit, um anzuwachsen und ihre volle Wirkung zu entfalten. Mit jedem Jahr werden die Grünräume dichter, schattiger und ökologisch wertvoller. Erfahrungen aus bereits abgeschlossenen Renaturierungsabschnitten zeigen, dass sich die neu geschaffenen Lebensräume rasch entwickeln und von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten angenommen werden. Libellenlarven etwa brauchen ruhigere Gewässerbereiche, ausgewachsene Fische wie Elritzen oder Schmerlen halten sich dagegen durchaus gerne inmitten der Strömung auf.
„Schwebendes Grün“ bereits fertiggestellt
Ein besonderes Highlight entlang des renaturierten Liesingbachs ist das sogenannte „Schwebende Grün“ beim Steinsee. Die Renaturierungsmaßnahmen des Liesingbaches benötigten hier besonders innovative Mittel, zumal die Ufer des Gewässers an dieser Stelle sehr dicht von Gebäuden umgeben sind. Die Begrünungsmaßnahme wurde bereits erfolgreich umgesetzt. Schon bald werden Kletterpflanzen, die per Rankseil über das Gewässer wachsen, das Mikroklima des Baches verbessern.
Großprojekt Liesingbach - Die Maßnahmen im Überblick:
- Das hartverbaute Flussbett wird abgetragen. Nach Entfernung der alten Steinpflasterung werden Schotter und natürliches Sohlsubstrat in das Flussbett eingebracht.
- Besonders umweltschonend: Die alten Pflastersteine werden vor Ort zerkleinert und in die Sohle des Liesingbaches eingebracht. Dieses Recycling ersetzt den aufwändigen Abtransport der Steine und die damit verbundenen LKW-Fahrten.
- Ein Regenwasserkanal schützt den Bach vor Verunreinigungen und ist die Voraussetzung für die ökologische Sanierung des Baches. Bei Regen wird der erste Schwall Regenwasser von den umliegenden Verkehrsflächen aufgefangen und zur Kläranlage nach Simmering transportiert.
- Grünräume entlang der Uferbereiche werden vergrößert bzw. neue geschaffen. Parallel zu den Bauarbeiten werden an jedem Abschnitt Bäume und Sträucher gesetzt.
- Der Hochwasserschutz am Liesingbach wird verbessert. Mittels wasserbaulicher Umbauten wird im Projektgebiet der Hochwasserschutz auf den neuesten Stand der Technik gebracht (durchgängig auf HW 100).
Investition in den Hochwasser-, Gewässer- und Klimaschutz
Die Renaturierung des Liesingbachs wird gemeinsam von der MA 45, Wien Kanal und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) umgesetzt. Die Gesamtkosten des Großprojekts inklusive des Baus des Speicherbeckens Gelbe Haide belaufen sich auf circa 85 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt Wien für das Gesamtprojekt beträgt circa 67 Millionen Euro. Das gesamte Projekt wird durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft mit rund 18 Mio. Euro mitfinanziert.
Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter www.wien.gv.at/pressebilder/ abrufbar.
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