• 14.07.2026, 09:34:03
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20 Jahre Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern: Forschung, Engagement und überraschende Entdeckung

Die Alpen-Smaragdlibelle zählt zu den seltenen einheimischen
Libellenarten. Sie lebt in Hochmooren und in Bergseen mit seichten
Verlandungszonen auf über 1.000 Meter Seehöhe. Die Larve lebt 3
Jahre am Gewässergrund, dort hält sie sich meistens im pflanzlichen
Substrat auf. Trocknet das Gewässer drei Monate aus, schadet das den
Larven nicht.
Matrei in Osttirol; Nußdorf-Debant (OTS) - 

Von 10. bis 12. Juli 2026 stand das Debanttal in Osttirol ganz im Zeichen der Biodiversität: Der Nationalpark Hohe Tauern lud zum 20. „Tag der Artenvielfalt“. Rund 60 ehrenamtliche Expert:innen aus unterschiedlichsten Fachbereichen erfassten und dokumentierten gemeinsam Tiere, Pflanzen und Pilze.
Das Debanttal – mit 16 Kilometern das längste, in sich geschlossene Almtal Österreichs – bietet ideale Voraussetzungen für diese groß angelegte Erhebung. Unterschiedliche Lebensräume wie Moore, Quellfluren, alpine Rasen, Lärchen-Zirbenwälder sowie Schutt- und Blockhalden schaffen ein außergewöhnlich vielfältiges Mosaik an Arten und ökologischen Nischen.

20 Jahre Daten und Highlights

Seit der ersten Veranstaltung 2007 haben die „Tage der Artenvielfalt“ eindrucksvolle Ergebnisse geliefert: Mehr als 80.000 Einzelbeobachtungen und rund 6.000 dokumentierte Arten unterstreichen die Bedeutung dieses Formats für Forschung und Naturschutz. Bemerkenswert ist, dass etwa 11 % aller im Nationalpark bekannten Arten ausschließlich im Rahmen dieser Erhebungen nachgewiesen wurden.
Ein wesentliches Markenzeichen der „Tage der Artenvielfalt“ sind die immer wieder überraschenden und teilweise spektakulären Funde. Sie zeigen eindrucksvoll, dass selbst in den gut erforschten Alpen noch längst nicht alles bekannt ist.

Erste Hochrechnungen und Highlights 2026

Besondere Highlights in diesem Jahr waren die Beobachtungen der Arktischen Smaragdlibelle (Somatochlora arctica), des Flachen-Alpenlaufkäfers (Carabus depressus) oder der seltenen Schweizer Bergwald-Erdeule (Xestia rhaetica).

Insgesamt wurden über 280 Gefäßpflanzen-Arten gezählt, darunter auch die europaweit streng geschützte, in Österreich vom Aussterben bedrohte Deutsche Tamariske (Myricaria germanica). Außerdem hervorzuheben der potenzielle Erstnachweis eines sehr seltenen Rindenpilzes (Repetobasidium canadense) für Österreich.

Aktuell sind dieses Jahr bereits 2.400 Beobachtungen von Expert:innen erfasst. Diese und viele weitere Funde werden nun validiert und in Laboranalysen weiter untersucht. Die Ergebnisse der Tage der Artenvielfalt sind ein wertvoller Beitrag zur „Buchhaltung der Natur“ und werden in die Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks Hohe Tauern einfließen. Die finalen Ergebnisse werden im Herbst 2026 erwartet.

Schutzgebiete wie der Nationalpark Hohe Tauern bieten zahlreichen seltenen Arten einen wichtigen Lebensraum. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Rückfragen & Kontakt

Nationalparkrat Hohe Tauern
Telefon: 06642516148
E-Mail: [email protected]

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