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22. Juli World Brain Day 2026: Neurologische Erkrankungen werden zur größten Herausforderung alternder Gesellschaften

Mehr als 3,4 Milliarden Menschen sind weltweit von neurologischen Erkrankungen betroffen – Neurolog:innen fordern stärkeren Fokus auf Gehirngesundheit!

Wien (OTS) - 

Bereits heute lebt schätzungsweise fast jede zweite Österreicherin bzw. jeder zweite Österreicher mit einer neurologischen Erkrankung. „Gehirngesundheit muss zur gesundheitspolitischen Priorität werden. Angesichts der steigenden Zahlen auch in Österreich braucht es dringend entsprechende Maßnahmen. Investitionen in die Gehirngesundheit sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft“, erklärt die neue Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN), Prim.a Priv.-Doz.in Dr.in Julia Ferrari, Leiterin der Abteilung für Neurologie, Neurologische Rehabilitation und Akutgeriatrie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien.

Neurologische Erkrankungen verursachen mittlerweile rund 60 Prozent der weltweiten Krankheitslast. Zu ihnen zählen unter anderem Schlaganfall, Demenz, Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose und Migräne. Aufgrund der alternden Bevölkerung rechnen internationale Prognosen bis 2050 mit einem massiven Anstieg der neurologischen Krankheitslast. Besonders stark zunehmen werden dabei Demenzerkrankungen, Parkinson-Erkrankungen und die Folgen von Schlaganfällen. Auch die Zahl der Neuropathien wird sich voraussichtlich verdoppeln. Rund ein Drittel davon wird auf diabetische Neuropathien entfallen und wäre durch eine wirksame Prävention des Diabetes beziehungsweise eine gute Blutzuckereinstellung potenziell vermeidbar.

Anlässlich des World Brain Day (Welttag des Gehirns) am 22. Juli macht die Österreichische Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) auf die Bedeutung der Gehirngesundheit aufmerksam und fordert einen verstärkten Fokus auf Prävention, Früherkennung und einen niedrigschwelligen Zugang zu neurologischer Versorgung.

Der diesjährige World Brain Day steht unter dem internationalen Motto „Brain Health: Access for All“ (Gehirngesundheit: Zugang für alle) und rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie Menschen unabhängig von Alter, Wohnort oder sozialem Hintergrund Zugang zur neurologischen Betreuung erhalten können.

„Österreich verfügt über eine hochwertige neurologische Versorgung. In den vergangenen Jahren wurden wichtige Schritte gesetzt: Der Ausbau zertifizierter Stroke Units, spezialisierter Zentren für Parkinson, Multiple Sklerose, Epilepsie und neuromuskuläre Erkrankungen sowie die Einführung innovativer Therapien haben die Versorgung wesentlich verbessert. Dennoch zeigen sich regionale Unterschiede beim Zugang zu spezialisierten Angeboten, insbesondere in der neurologischen Rehabilitation und bei ambulanten Versorgungsstrukturen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass alle Menschen – unabhängig von ihrem Wohnort oder ihren persönlichen Voraussetzungen – gleichermaßen Zugang zu neurologischer Expertise, moderner Diagnostik und innovativen Therapien erhalten“, betont Prim.a Priv.-Doz. in Dr.in Julia Ferrari.

Die ÖGN fordert daher weitere Investitionen in die neurologische Rehabilitation, Versorgungsforschung sowie den Ausbau regionaler Versorgungsstrukturen unter Einbeziehung der Neurologie, um den künftigen Herausforderungen einer alternden Gesellschaft gerecht zu werden.

„Wir wissen heute, dass ein erheblicher Anteil neurologischer Erkrankungen durch gezielte Prävention positiv beeinflusst oder gar verhindert werden kann. Deshalb müssen wir das Bewusstsein für Risikofaktoren stärken und die Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung fördern“, so Prim.a Priv.-Doz.in Dr.in Julia Ferrari. Gehirngesundheit sei eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. „Wenn wir über gesundes Altern sprechen, müssen wir über Gehirngesundheit sprechen. Denn die Fähigkeit zu denken, zu erinnern, zu kommunizieren und selbstständig zu leben, ist entscheidend für die Lebensqualität“, ergänzt Dr. Ferrari.

Gehirngesundheit beginnt im Alltag

Viele Faktoren, die unsere Gehirngesundheit beeinflussen, können aktiv gestaltet werden. Die Österreichische Gesellschaft für Neurologie empfiehlt:

  • Regelmäßige körperliche Bewegung
  • Kontrolle von Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker, Diabetes
  • Nichtrauchen
  • Ausgewogene Ernährung
  • Ausreichend Schlaf
  • Geistige Aktivität und lebenslanges Lernen

Links: www.oegn.at; www.wfneurology.org

Mit weiteren Informationen zum World Brain Day, zum Österreichischen Neurologie Report 2022 der ÖGN, zum The White Book on Global World Neurology (Springer, 2026)

World Brain Day 2026

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