• 08.07.2026, 15:01:32
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LK Wien: Keine Lippenbekenntnisse –Stadtlandwirtschaft braucht Taten

LK-Präsident Walter zu Resolution: Deutliches Signal an Land, Bund und Brüssel

Wien (OTS) - 

„Noch so schöne Bekenntnisse zur Landwirtschaft in der Großstadt sind zu wenig, wenn ihnen keine Taten folgen. Deshalb hat die Vollversammlung der LK Wien einstimmig eine Resolution beschlossen, die ein deutliches Signal an das Rathaus, die Bundesregierung und auch an Brüssel sendet. Was wir brauchen, sind nämlich keine Lippenbekenntnisse, wir müssen Taten sehen. Um der Stadtlandwirtschaft in allen relevanten Bereichen, wie der Produktion, Vermarktung, Energieversorgung, dem Abgabenbereich, bei Arbeitskräften und beim Pflanzenschutz jenen Rahmen zu bieten, der für ein reibungsloses Funktionieren notwendig ist, bedarf es einer Reihe von Maßnahmen“, verlangte LK Wien-Präsident Norbert Walter.

Konkret verlangen alle Mitglieder der Vollversammlung, dass der Erwerbsgartenbau von der CO₂-Bepreisung ausgenommen wird oder eine vollständige Kompensation der Mehrkosten erhält. Denn die CO₂-Bepreisung stellt heimische Betriebe gegenüber Importen schlechter. Außerdem fordert die LK die Sicherstellung von ausreichend Arbeitskräften, um die Produktion von regionalen Lebensmitteln und Zierpflanzen nicht zu gefährden. So sollen die Saisonkontingente für Wien erhöht und eine flexible Umschichtung innerhalb Österreichs möglich gemacht werden. Weiter brauchen die Betriebe leistbare Energiepreise und einen gesicherten Pfad Richtung erneuerbarer Energie, beispielsweise durch die Verlängerung und höhere Dotierung des Förderprogramms „Energieautarker Bauernhof“.

In Richtung Brüssel signalisierten die Mitglieder der LK-Vollversammlung, dass sie nicht nur eine ausreichend dotierte, sondern auch weiterhin eigenständige und zweckgebundene Finanzierung der GAP verlangen. Von der Bundesregierung erwartet sich die LK-Vollversammlung ein klares Bekenntnis zur notwendigen Kofinanzierung. Außerdem müssen Mechanismen, wie die geplante EU-weite Degression und Deckelung der Direktzahlungen EU-weit einheitlich geregelt sein. Schließlich wurde in der Resolution verlangt, dass die hohen EU-Standards auch bei Importen Grundvoraussetzung werden und selbst bei zollbegünstigten Handelsabkommen uneingeschränkt gelten.

„Wie die jüngste Hitzewelle zeigte, stellt der Klimawandel die Landwirtschaft vor immer größere Herausforderungen: zunehmende Trockenperioden, Hitze, Starkregen oder Hagel sowie eine steigende Notwendigkeit aktiver Bewässerung erhöhen die Risiken und Kosten erheblich. Zusätzliche Belastungen für die Betriebe ergeben sich durch höhere Steuern und Abgaben, sowie durch den anhaltenden Druck auf landwirtschaftliche Flächen infolge von Bodenverbrauch und Nutzungskonkurrenz mit anderen Sektoren. Nicht zuletzt führt ein stetig wachsender Bürokratieaufwand zu einer administrativen Belastung. Vor diesem Hintergrund ist es dringend erforderlich, dass die Politik verlässliche, praxisnahe und langfristig tragfähige Rahmenbedingungen schafft, um die Leistungsfähigkeit und Zukunft der Landwirtschaft zu sichern“ fasste Walter die Forderungen der Interessenvertretung zusammen.

Jahrestätigkeitsbericht 2025: Starke Stadtlandwirtschaft braucht starke Interessenvertretung

Kammerdirektor Robert Fitzthum präsentierte den Mitgliedern der LK-Vollversammlung den Jahrestätigkeitsbericht für das Jahr 2025, der auch einstimmig beschlossen worden ist. Fitzthum deutlich: „Für uns ist es ein zentrales Anliegen, dass die Stimmen unserer Landwirtinnen und Landwirte, Gärtnerinnen und Gärtner sowie Winzerinnen und Winzer nicht nur gehört, sondern auch verstanden und ernst genommen werden.“ Denn die Herausforderungen seien enorm: Wiens Betriebe stünden steigenden Kosten, wachsendem Marktdruck, hohen Auflagen und der Erwartung, gleichzeitig nachhaltig, leistbar und regional zu produzieren, gegenüber. Darüber hinaus zeigte sich Fitzthum erfreut, dass es in den vergangenen Jahren gelungen sei, den Begriff Stadtlandwirtschaft „weit über unsere eigenen Reihen hinaus“ zu etablieren.

„Auch 2025 hat uns einmal mehr gezeigt, wie wertvoll eine selbst organisierte und beständige Interessenvertretung ist. Denn nur dann werden in den politischen Entscheidungsgremien bäuerliche Interessen berücksichtig und umgesetzt. Die LK Wien ist dabei ein bewährtes und stabiles Fundament“, zog Fitzthum Resümee. Neben dem Tätigkeitsbericht wurde auch der Rechnungsabschluss 2025 einstimmig beschlossen.

Ehrung von Klaus Zambra: Ehrenzeichen in Gold der LK Wien

Abschließend ehrte die LK-Spitze den früheren Leiter der Stabstelle Förderungen der LK Wien, Dipl.-Ing. Klaus Zambra, der nach mehr als 30 Jahren in den Ruhestand getreten ist, für seine Verdienste um die Wiener Landwirtschaft und speziell um den Gartenbau mit dem Ehrenzeichen in Gold der LK Wien.

Jahrestätigkeitsbericht LK Wien 2025

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LK Wien
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