• 03.07.2026, 08:47:02
  • /
  • OTS0016

Lösungen statt Populismus – warum die MedAT-Debatte am falschen Ort geführt wird

Wien (OTS) - 

Während politische Akteure die Abschaffung des MedAT fordern, verweisen wir als ÖH Med Wien auf den eigentlichen Engpass: die Basisausbildung nach dem Studium
Wien (OTS) – Am Freitag, dem 3. Juli 2026, findet österreichweit wieder der jährliche Aufnahmetest für das Medizin- und Zahnmedizinstudium (MedAT) statt. Heuer haben sich 16.880 Personen verbindlich angemeldet, rund 1.200 mehr als im Vorjahr. Zur Verfügung stehen österreichweit 1.950 Studienplätze, davon 784 in Wien – rechnerisch kommen damit mehr als acht Bewerber:innen auf einen Platz.

Im Vorfeld des Tests wird wieder über eine Abschaffung des MedAT diskutiert, zuletzt von der ÖH-Bundesvertretung. Wir als ÖH Med Wien sehen das klar anders und stellen fest: Diese Debatte wird am falschen Ort geführt.

„Den MedAT abzuschaffen, ohne ein einziges tragfähiges Alternativmodell auf den Tisch zu legen, ist keine bildungspolitische Forderung – das ist Populismus auf dem Rücken der Studienwerber:innen", so Natascha Hett, Vorsitzende der ÖH Med Wien.

„Wer den MedAT pauschal abschaffen will, muss erklären, wie sonst 1.950 Plätze unter mehr als 16.000 Bewerber:innen fair vergeben werden sollen. Ohne ein objektives, einheitliches Auswahlkriterium droht eine Verlagerung auf intransparente oder willkürliche Verfahren, die niemandem dienen", hält Anant Thind, 2. stv. Vorsitzender der ÖH Med Wien fest.

Dass der MedAT soziale Ungleichheiten widerspiegelt, streiten wir nicht ab – diese Selektion beginnt jedoch nicht am Testtag, sondern jahrelang davor, im Schulsystem. Den MedAT allein dafür verantwortlich zu machen greift zu kurz und lenkt von den eigentlichen Ursachen ab. „Wir können das Schulsystem nicht von heute auf morgen ändern – aber wir können alles dafür tun, dass beim Test selbst so wenig Ungleichheit wie möglich entsteht", sagt Olivia Detzlhofer, 1. stv. Vorsitzende der ÖH Med Wien. Mit kostenlosen Lernunterlagen, Testsimulationen und Vor-Ort-Kursen tun wir genau das – und arbeiten aktiv daran, den Nachteil jener zu verringern, die im Schulsystem weniger Förderung erhalten haben.

Wir sind überzeugt: Weder eine Abschaffung des MedAT noch eine bloße Erhöhung der Studienplatzzahlen verbessert die Ärzt:innensituation in Österreich nachhaltig. Der eigentliche Flaschenhals liegt nicht beim Zugang zum Studium, sondern danach – bei der verpflichtenden Basisausbildung, die viele Absolvent:innen unmittelbar nach dem Studienabschluss ausbremst, obwohl ihre Inhalte größtenteils bereits im Klinisch-Praktischen Jahr abgedeckt werden. Mangels ausreichender Ausbildungsplätze kommt es zu langen Wartezeiten, und viele junge Mediziner:innen wandern ins Ausland ab. Mehr Studienplätze ohne echte Reform der Basisausbildung verschieben das Problem nur um sechs Jahre nach hinten. Das spüren mittlerweile alle Standorte in Österreich, nicht nur Wien.

Rückfragen & Kontakt

ÖH Med Wien - Referat für Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +43 (1) 4016 71000
E-Mail: [email protected]
Website: https://oehmedwien.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel