• 01.07.2026, 10:38:02
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AK Anderl: „Noch immer stehen zu viele Jugendliche ohne Lehrstelle da – Betriebe müssen Verantwortung übernehmen!“

Wien (OTS) - 

Trotz eines aktuell leichten Rückgangs bei den Zahlen der Lehrstellensuchenden und den arbeitslosen Jugendlichen stehen mit dem Ende des Schuljahres weiterhin zu viele Jugendliche und junge Erwachsene ohne Lehrstellen da. Die Lehrstellenlücke bleibt hoch und besonders in Wien wird die Situation zunehmend gravierender, da die Zahl der betrieblichen Lehrstellen kontinuierlich sinkt. „Die Perspektiven für junge Menschen sind entscheidend – sie sind die Fachkräfte der Zukunft, wir dürfen sie keinesfalls zurücklassen“, betont Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer.

Die AK sieht die Betriebe in der Pflicht, jungen Menschen Chancen zu bieten und sich wieder stärker an der Lehrausbildung zu beteiligen. Trotz großzügiger Lehrstellenförderungen bilden immer weniger Unternehmen aus. „Die Fachkräfte, die die Betriebe dringend benötigen, wachsen nicht auf den Bäumen. Es braucht ein Umdenken und mehr Engagement bei der Ausbildung“, fordert Anderl.

Entscheidend sind auch die Qualität der Ausbildung sowie die betrieblichen Rahmenbedingungen. Mangelnde Ausbildungsqualität, fehlende Unterstützung und belastende Arbeitsbedingungen wirken sich direkt darauf aus, ob Jugendliche ihre Lehre erfolgreich abschließen und langfristig im erlernten Beruf bleiben. „Eine hochwertige Ausbildung und faire Arbeitsbedingungen sind die Basis dafür, dass junge Menschen ihre Lehre erfolgreich absolvieren und uns als Fachkräfte erhalten bleiben“, so Anderl.

Die Lehre ist eine Ausbildung mit Zukunft, denn insbesondere im Bereich der mittleren Qualifikationen wird der Fachkräftebedarf steigen. Lehrberufe sind zudem unerlässlich für die soziale und ökologische Transformation, etwa in der Gebäudetechnik, im Bau oder bei der Montage von Photovoltaik-Anlagen.

Vor allem für Jugendliche, die den Einstieg in die betriebliche Lehre nicht auf Anhieb schaffen und mehr Unterstützung benötigen, ist die überbetriebliche Ausbildung zentral. Auch arbeitsmarktpolitische Angebote wie Berufsorientierung, Beratung und das Nachholen von Basisqualifikationen müssen langfristig abgesichert sein. „Wir müssen jetzt handeln, um die ökonomischen und gesellschaftlichen Folgekosten zu vermeiden, die entstehen, wenn junge Menschen ohne Perspektive bleiben. Die Betriebe sind gefordert, ihren Beitrag zu leisten und die Lehrausbildung wieder zu stärken“, appelliert Renate Anderl.

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