- 30.06.2026, 09:38:02
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Grüne Wien/Wirnsberger: Extreme Hitze zeigt Mangel an Beschattung auf
Baumbeschattungsgrad im Stadtgebiet viel zu gering – Grüne fordern 100.000 neue Bäume im Straßenraum.
„Die Stadtregierung rühmt sich gerne damit, dass Wien zur Hälfte Grünfläche sei. Aber ein Großteil des Grüns liegt an den Stadträndern, etwa im Wienerwald, und nicht direkt vor den Haustüren der Stadtbewohner:innen, wo sie es dringend brauchen“, kritisiert die Umweltsprecherin der Grünen Wien, Tina Wirnsberger.
„Alle, die sich in den letzten Tagen bei der erbarmungslosen Hitze möglichst von Schatten zu Schatten durch die Straßen Wiens bewegt haben, haben am eigenen Leib erfahren, wie wichtig große kühlende Bäume für die Lebensqualität in unserer Stadt sind. Mit ihren ambitionslosen Zielen lässt die Stadtregierung die Menschen im Stich. Wien braucht 100.000 neue Bäume bis 2030, nicht nur ein mickriges Fünftel davon", so Wirnsberger.
Expert:innen empfehlen Mindestbeschattung von 30% – Wien hat nur 15%
3-30-300 lautet die Regel für mehr Lebensqualität und Klimaresilienz in Städten. Sie besagt, dass jede Person von ihrem Zuhause aus mindestens 3 Bäume sehen sollte, alle Stadtviertel zumindest zu 30% von Baumkronen überschattet und der nächste Park oder andere Grünflächen maximal 300 Meter entfernt sein sollten.
Das 3-30-300-Modell hat sich in der Stadtplanung weltweit etabliert – nur nicht bei der Wiener Stadtregierung: Der Baumüberschattungsgrad liegt hier mit 15% gerade einmal bei der Hälfte. Um die notwendigen 30% bis 2030 zu erreichen, müsste man bis dahin 100.000 neue Straßenbäume pflanzen. SPÖ und Neos haben in ihrer Koalitionsvereinbarung für diesen Zeitraum gerade einmal 20.000 Bäume vorgesehen – noch weniger als in der vorigen Periode. Bäume sind die wichtigsten natürlichen Klimaanlagen. Sie spenden Schatten und kühlen die Umgebung durch Verdunstung nachweislich um mehrere Grad ab.
Budget für Baumpflanzungen massiv gekürzt
Zudem habe die Stadtregierung die Mittel für Baumpflanzungen und Klimawandelanpassung massiv gekürzt. In der vergangenen Periode standen den Bezirken dafür mit dem Programm der „Lebenswerten Klimamusterstadt“ 100 Millionen Euro zur Verfügung. Diese hat Rot-Pink 2025 ersatzlos gestrichen und die Bezirksbudgets eingefroren.
Außerdem verschwinden derzeit die Einnahmen durch Baumfällungen, sogenannte Ausgleichszahlungen, im maroden Stadtbudget. Die laut Baumschutzgesetz zweckgebundene Verwendung für Pflanzungen und Erhalt von Bäumen kann die Stadt nicht nachweisen, wie auch der Stadtrechnungshof bereits kritisierte. „Es sind die Bezirke, die für die spürbaren Veränderungen sorgen und den Wiener:innen das Leben in Hitzezeiten leichter machen. Daher fordern wir, dass ihnen die Einnahmen aus den Ausgleichszahlungen direkt zukommen, damit sie Grätzl lebenswert und klimafit gestalten können“, so Wirnsberger abschließend.
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