- 29.06.2026, 10:39:02
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Grüne Wien/Pühringer, Malle, Stadler zu offenem Brief an Emmerling: Fehlende Ferienbetreuung zeigt Systemversagen in der Inklusion
Volle Unterstützung für die betroffenen Familien – Inklusive Ferienbetreuung muss dringend ausgebaut werden.
„Wenn Kinder mit Behinderungen und erhöhtem Förderbedarf keinen Ferienbetreuungsplatz bekommen, dann ist das keine Inklusion, sondern Ausgrenzung mit Ansage. Diese Schieflage ist das Ergebnis eines systemischen Versagens von SPÖ und Neos, wenn es um Inklusion geht“, so Judith Pühringer, Parteivorsitzende Grüne Wien, angesichts eines aktuellen offenen Briefs zur fehlenden Inklusion an Stadträtin Emmerling. Unterzeichnet ist der Brief von vier Organisationen, 19 Elternvereinen und einem Schulstandort.
„Wien rühmt sich gerne als Vorreiterin der Inklusion und zeichnet das Bild einer Stadt, in der alle Kinder die gleichen Chancen haben. Die Realität sieht aber anders aus – und das ausgerechnet dort, wo Familien jetzt im Sommer dringend Unterstützung brauchen: in der Ferienbetreuung“, kritisieren Julia Malle und Felix Stadler, die Bildungssprecher:innen der Wiener Grünen.
Plätze fehlen – und wer nicht im richtigen Moment klickt, bleibt draußen
Es gibt viel zu wenige Plätze für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. Bestehende Angebote sind innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. „Ein System, bei dem Betreuung davon abhängt, ob Eltern frühmorgens schnell genug auf ‘Buchen’ klicken, ist weder fair noch sozial – und schon gar nicht inklusiv“, so Malle und Stadler. An manchen Campus-Standorten zeigt sich die Schieflage besonders deutlich: „Während Kinder ohne Förderbedarf selbstverständlich am eigenen Standort betreut werden, werden Kinder mit Behinderungen ausgeschlossen oder an andere Orte verwiesen. Das ist strukturelle Ungleichbehandlung“, halten Malle und Stadler fest.
Systemversagen wird auf Kinder abgeschoben
Besonders alarmierend sind Berichte, wonach Kinder aufgrund von angeblich „schwierigem Verhalten“ von der Betreuung ausgeschlossen werden. „In Wahrheit scheitert hier keinesfalls das Kind, sondern das System“, so Parteivorsitzende Pühringer. „Dass am Ende die Verantwortung für ein Systemversagen den Familien zugeschoben wird, ist völlig inakzeptabel.“ Dass es sich um ein systemisches Versagen beim Thema Inklusion handle, würde nicht zuletzt auch der Kindergartenbereich belegen: Hunderte Kinder mit Behinderungen warten nach wie vor auf einen inklusiven Kindergartenplatz. „Es ist eine Schande für eine Stadt wie Wien, dass sich an dieser Situation seit Jahren kaum etwas verbessert“, so Malle und Stadler.
„Inklusion ist Grundrecht, kein Nice-to-have“
Die Grünen Wien unterstützen die Forderungen nach einem massiven Ausbau inklusiver Betreuungsplätze, ausreichend qualifiziertes Personal und echte Gleichbehandlung an allen Standorten. „Inklusion ist kein Luxus und kein Nice-to-have. Sie ist ein Grundrecht. Und dieses Grundrecht wird in Wien derzeit für viele Kinder schlicht nicht eingelöst“, so Pühringer abschließend.
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