• 29.06.2026, 09:01:31
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Fehlende LKW-Stellplätze, sterbender Mittelstand - Timm Trede über Deutschlands Logistik

Entwicklungsfelder des deutschen Transportmarkts // Weiterer Text
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Hamburg (OTS) - 

Deutschland führt eine europäische Rangliste an, die kein Land anführen will. Einer Studie zufolge (Panteia und ESPORG, Januar 2025) ist die Bundesrepublik - gemeinsam mit dem Benelux - das Gebiet mit dem größten Stellplatzdefizit der EU. "Es fehlen Zehntausende Lkw-Stellplätze", sagt Timm Trede, Geschäftsführer des Expresslogistikers zipmend.

EU-weit fehlen sogar rund 390.000 Stellplätze, und Deutschland zählt zu den Ländern mit dem höchsten Bedarf. Hinzu kommt eine deutsche Eigenheit - Parkflächen an der Autobahn müssen per Gesetz allen offenstehen, der Lkw konkurriert also mit Pkw und Reisebus um denselben Platz. Die Niederlande machen es anders: Dort plant man Stellplätze entlang ganzer Korridore aus einer Hand, mit Provinzen, Ministerium und Häfen an einem Tisch. Nicht am Geld liege es, heißt es in der Analyse, sondern an Planung und Vergabe.

Für Trede erodiert das Fundament der Logistik von zwei Seiten. Die erste sei aus Beton und Asphalt. Bei der Straßenqualität rangiert Deutschland im Ranking des World Economic Forum nur auf Platz elf - die Niederlande, ähnlich dicht befahren, stehen auf Platz eins. "Ich würde dem deutschen Straßennetz eine 3 von 10 geben", sagt Trede.

Die zweite Seite ist die Marktstruktur. Mit 12,7 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen führt das Transportgewerbe die Statistik des Statistischen Bundesamtes an - mehr als doppelt so viele wie die Gesamtwirtschaft. Viele kleine Transporteure hätten aufgegeben, während sich ein paar Große etabliert hätten, sagt Trede. Das EU-Mobilitätspaket bedeute vor allem eines: mehr Bürokratie, mehr Dokumentation, mehr Compliance. Die Kleinen könnten das nicht stemmen. "Ich glaube ja, dass das so gewollt war", sagt er. "Wenige große Player lassen sich leichter kontrollieren."

Beides sei hausgemacht, sagt Trede, beides laufe langsam, und beides sei bisher zu leise geblieben. "Ich frage mich", sagt Trede, "was passieren muss, damit wir endlich gegensteuern."

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Timm Trede
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