- 25.06.2026, 09:00:32
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Wiener Gesundheitsverbund stellt geriatrische Versorgung für die Zukunft neu auf
4 Geriatrische Kliniken und 5 Pflegewohnhäuser bieten geriatrische Versorgung je nach Bedarf
Der Wiener Gesundheitsverbund richtet seine geriatrische Versorgung neu aus. Künftig werden die 9 Pflegewohnhäuser entsprechend ihrer jeweiligen Schwerpunkte als 4 Geriatrische Kliniken und 5 Pflegewohnhäuser geführt. Der Wiener Gesundheitsverbund reagiert damit auf die Vorgaben des Regionalen Strukturplans Gesundheit 2030 und die Herausforderungen des demografischen Wandels sowie die steigende Komplexität in der Behandlung älterer Menschen.
„Die Menschen werden älter und leben länger. Gleichzeitig nehmen chronische und mehrfach bestehende Erkrankungen zu. Deshalb müssen wir die Versorgung älterer Menschen weiterentwickeln und noch gezielter auf ihre individuellen Bedürfnisse ausrichten“, erklärt Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbundes. „Mit den neuen Geriatrischen Kliniken und Pflegewohnhäusern schaffen wir eine zukunftsfähige Struktur, in der ältere Menschen genau jene medizinische, therapeutische und pflegerische Unterstützung erhalten, die sie benötigen.“
Die neue Organisationsstruktur wird schrittweise umgesetzt. Die Umstellung erfolgt über mehrere Jahre hinweg, in enger Zusammenarbeit mit dem Fonds Soziales Wien (FSW). Die neue Rechtsform der Einrichtungen ist ab Ende 2027 vorgesehen.
Geriatrische Kliniken für komplexe medizinische Versorgung
Die neuen Geriatrischen Kliniken bündeln medizinische, therapeutische und pflegerische Expertise für schwer erkrankte, betagte Patient*innen, die rund um die Uhr medizinische Behandlung neben der Pflege und Betreuung brauchen. Dazu zählen etwa Menschen mit komplexen neurologischen oder gerontopsychiatrischen Erkrankungen oder Patient*innen, die eine Langzeit-Beatmung oder Wachkoma-Betreuung benötigen.
Auch eine optimale Weiterbehandlung nach einem Aufenthalt in einer Akutklinik ist hier möglich. Hierzu werden nach den Vorgaben des Regionalen Strukturplans Gesundheit 2030, kurz RSG, gezielt Betten aus den Akutkliniken in die Geriatrischen Kliniken verlagert und die Bereiche Akutgeriatrie, Rehabilitation und Nachsorge gezielt stärkt.
Die 4 Standorte werden künftig als Geriatrische Klinik Leopoldstadt, Geriatrische Klinik Simmering, Geriatrische Klinik Baumgarten und Geriatrische Klinik Donaustadt geführt. Sie haben den Status einer Sonderkrankenanstalt.
Das Therapiezentrum Ybbs wird weiterhin die gerontopsychiatrische Versorgung übernehmen und bleibt unverändert.
5 Pflegewohnhäuser mit Fokus auf Demenz, Langzeitpflege und Gemeinschaft
Die Pflegewohnhäuser konzentrieren sich künftig auf die professionelle Versorgung älterer Menschen mit hohem Pflegebedarf. Hier stehen neben der pflegerischen Krankheitsversorgung, Lebensqualität, Gemeinschaft und individuelle Unterstützung im Vordergrund. Ein Schwerpunkt wird die Betreuung von Menschen mit Demenz sein. Die medizinische Versorgung erfolgt nach Bedarf, die pflegerische Betreuung steht im Mittelpunkt.
Die fünf Pflegewohnhäuser werden weiterhin als Pflege Floridsdorf, Pflege Innerfavoriten, Pflege Liesing, Pflege Meidling, und Pflege Rudolfsheim-Fünfhaus geführt. Sie besitzen den Status einer Pflegeeinrichtung nach dem Wiener Wohn- und Pflegeheimgesetz, kurz WWPG. Das bedeutet, dass die Pflege rund um die Uhr, ärztliches Personal zu bestimmten Zeiten und nach Bedarf vor Ort ist.
Versorgung durchgehend sichergestellt
„Für Bewohner*innen und Angehörige bleibt die Versorgung selbstverständlich auch während der Neuausrichtung in gewohnt hoher Qualität durchgehend sichergestellt“, betont Günter Bauer, Direktor der Teilunternehmung Pflege des Wiener Gesundheitsverbundes. „Deswegen wird die Umstellung schrittweise und in enger Zusammenarbeit mit dem FSW, den Mitarbeiter*innen, Bewohner*innen und Angehörigen erfolgen.“
Die neue Struktur entspricht den Zielsetzungen des Regionalen Strukturplans Gesundheit 2030, der die Bereiche Akutgeriatrie, Rehabilitation und Nachsorge gezielt stärkt.
Enge Zusammenarbeit mit dem FSW
„Uns ist wichtig, dass die Menschen die Pflege und Betreuung bekommen, die sie ganz individuell brauchen. Für jene, bei denen das im eigenen Zuhause nicht mehr möglich ist, fördert der FSW in Wien rund 17.200 stationäre Pflegeplätze. Auch hier gilt: Da, wo Selbstständigkeit möglich ist, wollen wir sie mit bedarfsgerechter Pflege und Betreuung auch stärken. Darum setzen wir auf eine abgestufte Versorgung, die der Wiener Gesundheitsverbund mit seiner Neuaufstellung sicherstellt. Im gesamten Prozess stehen wir den Bewohner*innen als verlässlicher Partner zur Seite, unser FSW-Kund*innen-Service wird proaktiv Kontakt mit den Betroffenen aufnehmen“, betont FSW-Geschäftsführerin Anita Bauer.
Grundsätzlich unterscheidet der FSW anhand des individuellen Versorgungsbedarfs zwischen Pflegeplätzen und Pflegeplätzen mit ärztlicher Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Allgemeine Pflegeplätze stehen jenen Wiener*innen zur Verfügung, deren Pflege- und Betreuungsbedarf so hoch ist, dass ein Leben im eigenen Zuhause und mit mobilen Pflegeleistungen nicht mehr möglich ist. Ärztliche Rund-um-die-Uhr-Betreuung erhalten Menschen mit komplexem und hohem Betreuungsbedarf, die zusätzlich eine durchgängige medizinische Versorgung benötigen. Durch die neue Struktur werden Plätze mit durchgängiger ärztlicher Versorgung den Geriatrischen Kliniken, und allgemeine Pflegeplätze den Pflegewohnhäusern zugeordnet.
Die Versorgung bleibt während der schrittweisen Umsetzung unverändert sichergestellt.
Sie haben Fragen? Hier beantwortet der Wiener Gesundheitsverbund die wichtigsten Fragen: https://pflege.gesundheitsverbund.at/geriatrische-versorgung/
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