- 23.06.2026, 10:00:49
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Teuerung verändert Heimwerkerverhalten: Renovieren in Etappen statt großer Umbauten
Sommersaison bringt hohe Nachfrage im Wiener Bau- und Heimwerkerhandel - Do-it-yourself-Trend hält an - Pro-Kopf-Ausgaben von rund 844 Euro pro Jahr
Mit den sommerlichen Temperaturen steigen auch die Nachfrage und die Kundenfrequenz in den 250 spezialisierten Fachgeschäften und 25 Baumarkt-Standorten in Wien. „Für den Wiener Bau- und Heimwerkerhandel beginnt mit den Sommermonaten die umsatzstärkste Zeit des Jahres“, so Klaus Schmidtschläger, Obmann des Gremiums des Baustoff-, Eisen- und Holzhandels in der Wirtschaftskammer Wien. Besonders stark läuft aktuell alles rund um das Thema Saisonware, Technik und die Vorbereitung auf den Sommer. Dazu zählen Farben und Holzschutzprodukte sowie Sonnenschutzlösungen, Gartengeräte, Bewässerungssysteme und Ausstattung zur Begrünung von Balkon, Terrasse und Garten.
Hohe Nachfrage nach Bau- und Heimwerkerbedarf
Ob Renovierungen in den eigenen vier Wänden, die Neugestaltung von Balkon und Terrasse oder Projekte im Garten: Trotz der anhaltenden Teuerung investieren die Wienerinnen und Wiener weiterhin in ihr Zuhause. Die Nachfrage nach Bau- und Heimwerkerbedarf bleibt hoch. Kaufentscheidungen werden jedoch deutlich bewusster und stärker projektbezogen getroffen als noch vor einigen Jahren. „Die Menschen überlegen derzeit genau, wofür sie ihr Geld ausgeben. Die Bereitschaft, das eigene Zuhause zu verschönern, bleibt trotz der gestiegenen Lebenskosten hoch. Investiert wird vor allem dort, wo der Nutzen täglich spürbar ist.“
Statt großer und kostenintensiver Umbauten stehen deshalb Projekte im Fokus, mit denen Wohn- und Außenbereiche gezielt aufgewertet, modernisiert oder funktionaler gestaltet werden. Besonders der Trend zum Selbermachen bleibt ungebrochen. Ein wichtiger Beweggrund ist die Kostenersparnis, erklärt Schmidtschläger: „Der finanzielle Aspekt spielt beim Do-it-yourself-Trend eine wesentliche Rolle, doch viele Menschen schätzen auch die Freude daran, in ihrer Freizeit eigene handwerkliche Projekte umzusetzen. Oft werden Vorhaben über einen längeren Zeitraum hinweg in mehreren Etappen umgesetzt. So bleibt die finanzielle Belastung überschaubar und Projekte können flexibel an die eigenen Möglichkeiten angepasst werden.“
Gezielt investieren statt groß umbauen
„Die Do-it-yourself-Branche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, so Schmidtschläger. Laut aktuellen Daten von Statista Market Insights liegen die Pro-Kopf-Ausgaben im heimischen Heimwerker- und Baumarktsegment bei durchschnittlich 844 Euro pro Jahr. Auch im heurigen Jahr rechnet der Obmann mit stabilen Umsätzen: „Farben und Malerzubehör, Gartenausstattung, Holz, Gartenmöbel und Werkzeuge werden auch in den nächsten Wochen und Monaten vermehrt über den Ladentisch gehen.“ Die höchsten Gesamtjahresumsätze erzielten die Bau- und Heimwerkermärkte mit den Sortimenten Bauchemie und -material, Gartenausstattung sowie Sanitärinstallation, Heizung und Zubehör.
Neben dem Sortiment gewinnen auch zusätzliche Serviceangebote an Bedeutung. Dazu zählen etwa Geräteleihservices, Zuschnitt-Angebote sowie Unterstützung bei Transport und Montage. Gerade bei Projekten, für die Spezialgeräte nur einmalig benötigt werden, entscheiden sich viele Kundinnen und Kunden zunehmend für Leihangebote statt für einen Kauf.
Online informieren, im Fachhandel beraten lassen
Für immer mehr Kundinnen und Kunden beginnt die Vorbereitung von Heimwerker- und Gartenprojekten online. Dort werden Produkte verglichen, Ideen gesammelt und Anleitungen recherchiert. Für die konkrete Umsetzung bleibt die persönliche Beratung jedoch ein entscheidender Faktor, betont Schmidtschläger: „Das Internet liefert Inspiration und Informationen. Wenn es um die konkrete Umsetzung geht, setzen viele Kundinnen und Kunden aber weiterhin auf die Erfahrung des Fachhandels. Gerade bei größeren Projekten sind persönliche Beratung und individuelle Lösungen gefragt. Genau diese Kombination aus Eigenleistung, Beratung und Service prägt den Heimwerkerhandel heute stärker denn je.“
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