• 22.06.2026, 10:26:03
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Innovative Altbausanierung in Wien-Favoriten: Gründerzeithaus wird zum Vorzeigeprojekt für klimafittes Wohnen

Minister Peter Hanke besucht mit Stadträtin Hanel-Torsch saniertes Wohnhaus, das neue Maßstäbe für nachhaltige Sanierung setzt

Auf dem Bild v.r.n.l.: Bernhard Kuhn, Vertretung
Eigentümerschaft, Felicitas Wettstein, Projektleiterin, Elke
Hanel-Torsch, Stadträtin für für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung
und Frauen, und Peter Hanke, Bundesminister für Innovation,
Mobilität und Infrastruktur.
Wien (OTS) - 

Anlässlich des erfolgreichen Abschlusses der umfassenden Sanierungsarbeiten besuchte Innovationsminister Peter Hanke das Gründerzeithaus in der Fernkorngasse 41 in Wien-Favoriten. Gemeinsam mit den Projektverantwortlichen informierte er sich über die innovativen Technologien und nachhaltigen Bauweisen, mit denen das historische Gebäude zu einem Leuchtturmprojekt für klimafitte Altbausanierung entwickelt wurde. Das Projekt Fernkorngasse 41 wurde im Rahmen der Förderinitiative „Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt (TIKS)“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) mit 500.000 Euro unterstützt. Die Förderung erfolgte in der 3. Ausschreibung 2024 und zielt darauf ab, innovative Technologien und praxisnahe Lösungen für die Klimawandelanpassung österreichischer Städte zur Umsetzung zu bringen.

Wärme aus dem Abfluss: Innovation für mehr Energieeffizienz

Im Mittelpunkt des Projekts steht eine österreichweit wegweisende Lösung zur Rückgewinnung von Wärme aus Duschabwasser. Erstmals wurde die dezentrale Duschabwasserwärmerückgewinnung flächendeckend in allen Wohnungen eines Wohngebäudes umgesetzt. Die Technologie ermöglicht es, einen beträchtlichen Teil der bisher ungenutzten Energie aus dem Abwasser zurückzugewinnen und für die Warmwasserbereitung einzusetzen. Dadurch kann der Energiebedarf für Warmwasser in einem gut sanierten Gebäude um 30 bis 40 Prozent reduziert werden.

„Die Transformation unseres Gebäudebestands ist eine der zentralen Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie technologische Innovation, ökologische Verantwortung und hohe Wohnqualität erfolgreich miteinander verbunden werden können. Hier ist ein wichtiges Vorbild für die nachhaltige Erneuerung unserer Städte entstanden“, betont Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur Peter Hanke.

Neben der innovativen Wärmerückgewinnung setzt das Gebäude auf ein konsequent nachhaltiges Gesamtkonzept. An der Hoffassade wurden unter anderem Strohdämmung und Glaskugelputz eingesetzt. In einer Musterwohnung kamen Schafwolldämmung und Strohputzträgerplatten als ökologische Alternativen zu konventionellen Baustoffen zum Einsatz. Auch der gesamte Fußbodenaufbau wurde aus natürlichen und ressourcenschonenden Materialien hergestellt.

Geothermie im urbanen Raum erschließt neue Potenziale

Ein weiterer Meilenstein ist das innovative Geothermiekonzept des Gebäudes. Sechs Tiefensonden versorgen gemeinsam mit Wärmepumpen das Haus fossilfrei mit Energie für Heizung, Kühlung und Warmwasser. Vier der Sonden wurden auf öffentlichem Grund errichtet – ein in Wien bislang selten realisierter Ansatz, der neue Perspektiven für die Nutzung von Erdwärme im dicht bebauten urbanen Raum eröffnet. Die Kombination mit einer Photovoltaikanlage und der Wärmerückgewinnung ergibt ein vollständig erneuerbares Energiesystem.

78 Prozent weniger Heizwärmebedarf

Durch die umfassende thermische Sanierung der Straßen- und Hoffassaden, die Dämmung der Kellerdecken sowie den Austausch der Fenster konnte der Heizwärmebedarf des Gebäudes um rund 78 Prozent reduziert werden. Ergänzend sorgen außenliegender Sonnenschutz und passive Kühlung über die Fußbodenheizung für hohen Wohnkomfort auch während sommerlicher Hitzeperioden.

Stadträtin Hanel-Torsch würdigt das Projekt als gelungenes Beispiel für die Verbindung von Denkmal- und Klimaschutz: „Dieses Projekt beweist eindrucksvoll, wie der historische Charakter eines Gründerzeithauses bewahrt und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zu klimafittem und leistbarem Wohnen geleistet werden kann. Die Innovation, die hinter dieser Sanierung steckt ist beispielgebend. Die Stadt Wien und der Bund unterstützen dabei gemeinsam mit Beratung und Förderung. Das Ergebnis: leistbarer Wohnraum bei höchster Wohnqualität, der für Generationen gesichert bleibt.“

Gregor Puscher, Geschäftsführer des wohnfonds_wien hebt die ganzheitliche Unterstützung durch die Sanierungsförderung hervor: „Das historische Eckhaus wird in allen Belangen up-to-date gebracht, nicht nur thermisch und energetisch. Auch die Wohnqualität steigt für die Bewohner*innen – mit mehr Platz, mehr Freiräumen, Barrierefreiheit und einer zeitgemäßen Ausstattung für alle Wohnungen.“

Projektleiterin Felicitas Wettstein vom Büro Schöberl & Pöll unterstreicht die Bedeutung der eingesetzten Technologie: „Die in allen Wohnungen eingebaute Duschabwasserwärmerückgewinnung macht dieses Projekt zu einem Vorzeigebeispiel für ressourcenschonende Sanierung im urbanen Raum. Sie zeigt, wie selbst beim Duschen Energie eingespart und der Warmwasserbedarf deutlich reduziert werden kann.“

Auch Architekt Günther Trimmel von Trimmel Wall Architekten hebt den Innovationscharakter hervor: „Vier der Tiefensonden wurden auf öffentlichem Grund errichtet – ein in Wien bislang selten umgesetzter Ansatz, der neue Möglichkeiten für die Nutzung von Geothermie im dicht verbauten Stadtgebiet eröffnet.“

Die Fernkorngasse 41 demonstriert damit beispielhaft, wie innovative Technologien, erneuerbare Energien und ökologische Baustoffe zur nachhaltigen Modernisierung des Gebäudebestands beitragen und neue Standards für die klimafitte Stadtentwicklung setzen können.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI)
Carina Novy
Telefon: +43 1 711 62-65 8010
E-Mail: [email protected]
Website: https://bmimi.gv.at

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