- 19.06.2026, 13:28:03
- /
- OTS0093
Novak/Hanel-Torsch/Dubravac-Widholm: Stadt Wien mobilisiert Kräfte gegen Leerstand in den Grätzln
Nach dem Erfolg der Grätzlinitiative Wien: Stadt und Wirtschaftsagentur Wien entwickeln Unterstützung für lokale Betriebe gezielt weiter

Grätzlbetriebe in Erdgeschoßzonen prägen das Wohn- und Lebensgefühl in der Stadt Wien. Dass gezielte Unterstützung spürbare Wirkung zeigt, beweist das Pilotprojekt Grätzlinitiative Wien. Die positive Bilanz nach 36 Monaten in den Fokusgebieten Ottakring, Brigittenau und Leopoldstadt: Insgesamt wurden 132 Projekte gefördert. Rund 940.000 Euro an zugesagten Fördermitteln lösten dabei Investitionen von mehr als 5,8 Millionen Euro aus.
Im Gebiet der Grätzlinitiative 20+2 arbeiteten das Stadterneuerungsprogramm WieNeu+ und die Wirtschaftsagentur Wien in enger Kooperation, um Kleinunternehmen und Gründer*innen zu stärken, Geschäftslokale aufzuwerten, Leerstände zu reduzieren und die lokale Nahversorgung zu sichern. Auf diesen Erfolgen aufbauend entwickeln die Stadt Wien und die Wirtschaftsagentur Wien ihre Angebote für die Wiener Grätzl konsequent weiter, um Betriebe im Erdgeschoß maßgeschneidert zu unterstützen und dadurch den Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken.
„Die Grätzl-Offensive der Stadt Wien ist ein hocheffizienter Hebel für unsere Stadtteile. Indem wir gezielt dort ansetzen, wo die Wienerinnen und Wiener leben und arbeiten, stärken wir das lokale Unternehmertum, sichern Arbeitsplätze und erhalten die wirtschaftliche Dynamik direkt im Grätzl“, so Vizebürgermeisterin Barbara Novak.
„Die WieNeu+-Stadterneuerungsgebiete stehen nicht nur für die nachhaltige Sanierung der Gebäude. Die Wiederbelebung der Grätzl ist ein integraler Bestandteil der sanften Stadterneuerung. Eine belebte Erdgeschoßzone fördert den Austausch und dadurch den sozialen Zusammenhalt. Die gemeinsame Grätzlinitiative mit der Wirtschaftsagentur Wien ist dabei ein wunderbares Instrument, um Initiativen zu fördern, das Geschäftsleben anzukurbeln und neue Aktivitäten im Grätzl anzusiedeln“, so Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch.
Stadt Wien baut Grätzlangebote gezielt gegen Leerstand aus
Die Stadt Wien entwickelt ihre Grätzlmaßnahmen konsequent weiter, um gezielt gegen Leerstand in der Stadt vorzugehen. Als zentrale Anlaufstelle für die Aktivierung leerstehender Erdgeschoßflächen vergibt die Wirtschaftsagentur Wien dabei nicht nur Förderungen, sondern begleitet Projekte auch durch ein Beratungsteam, das Unternehmen in allen Bezirken direkt vor Ort unterstützt. So wird Leerstandsaktivierung nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil einer aktiven Standort- und Grätzlentwicklung verstanden. Durch die Bündelung bestehender Angebote in einem Gesamtpaket werden wirtschaftlich tragfähige, klimaschonende und innovative Projekte lokaler Betriebe treffsicher unterstützt.
„Die Grätzlinitiative Wien hat eindrucksvoll bewiesen, wie effektiv zielgerichtete Unterstützung wirkt. Mit Instrumenten wie der Förderung ‚Lebendiges Grätzl‘ gehen wir nun den nächsten Schritt hin zu einem breit gefächerten Angebot, das Unternehmen in allen Entwicklungsstufen begleitet. Das stärkt den Branchenmix sowie die Aufenthaltsqualität und sichert die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe durch gezielte Modernisierung und Digitalisierung“, betont Dominic Weiss, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien.
Best Practice und Grätzl-Treffpunkt im 20. Bezirk: Boulderhalle „das flash“
Ein erfolgreiches Beispiel aus der Praxis ist der Betrieb Mauerläuferin GmbH, der mit Unterstützung der Grätzlinitiative 20+2 das Projekt Café und Boulderhalle „das flash“ im 20. Bezirk erfolgreich umsetzen konnte. Die Gründer verwandelten eine leerstehende Fabrikhalle in einen Sport- und Nachbarschaftstreffpunkt, der das gesamte Grätzl spürbar bereichert und neue Frequenz ins Viertel bringt.
„Die Grätzlinitiative 20+2 hat das Nahversorgungs- und Freizeitangebot im Stadtteil spürbar bereichert, das sieht man bei der Boulderhalle ‚das flash‘ als Beispiel für reaktivierte Leerstände, die zu echten Gewinnbringern für die Nachbarschaft werden. Oder auch bei ,Bücher Wittmann‘, die mit der Förderung ein Beisl im Erdgeschoß zu einem Buchgeschäft für das Grätzl transformieren konnten“, so Christine Dubravac-Widholm, Bezirksvorsteherin Brigittenau.
Für Ivo Friedl, Mitgründer der Boulderhalle, war die Grätzlinitiative der entscheidende Startimpuls: „Wir wollten einen Ort schaffen, der Bewegung und soziales Miteinander verbindet. Die Förderung war in der kritischen Gründungsphase essenziell, um das finanzielle Risiko beim Umbau des Leerstands abzufedern. Heute bringt dieser neue Treffpunkt täglich positive Energie und Leben in das gesamte Grätzl.“
Über die Grätzl-Angebote der Wirtschaftsagentur Wien
Die Wirtschaftsagentur Wien ist die Standortagentur der Stadt und gestaltet die wirtschaftliche Zukunft Wiens. Ein gezielter Schwerpunkt ist die Stärkung von Betrieben in den Grätzln. Neben der neuen Förderung „Lebendiges Grätzl“ können Unternehmen aktuell die Förderung „Innovatives Handwerk und Gewerbe“ nutzen, die Betriebe in der Nahversorgung bei der Entwicklung neuer Produkte und Prozesse mit bis zu 75.000 Euro pro Vorhaben fördert. Ergänzend begleitet das mobile Beratungsteam der Wirtschaftsagentur Wien Unternehmen in allen Bezirken von der Idee bis zur Umsetzung und zum Wachstum, um lokale Zentren zu stärken und Leerstand entgegenzuwirken.
Über die Grätzlinitiative 20+2
Die „Grätzlinitiative 20+2“ war von 2024 bis 2025 im WieNeu+ Programmgebiet „Grätzl 20+2“ laufend beantragbar. Unternehmer*innen, die eine seit mindestens drei Monaten leerstehende Geschäftsfläche anmieten und mit ihrer Geschäftsidee neu beleben wollten, konnten bis zu 10.000 Euro Förderung in Anspruch nehmen. Auch die Optimierung bestehender Geschäftslokale wurde im Rahmen der Förderung durch die Stadt Wien finanziell unterstützt.
Die Bilanz nach 24 Monaten: Insgesamt wurden 49 Projekte von 41 Unternehmen gefördert. Mit den zugesagten Förderungen von rund 395.000 Euro wurden Investitionen in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro ausgelöst. Die Förderzusagen waren dabei auf beide Bezirke im WieNeu+ Programmgebiet nahezu gleich verteilt: 24 Projekte von 19 Unternehmen sind im 2. Bezirk angesiedelt, 25 Projekte von 22 Unternehmen im 20. Bezirk.
Über das Stadterneuerungsprogramm WieNeu+
WieNeu+ ist ein auf zehn Jahre angelegtes Stadterneuerungsprogramm der Stadt Wien. Es soll durch innovative Maßnahmen dazu beitragen, Wiens Grätzl klima- und zukunftsfit zu machen. Das Programm arbeitet in ausgewählten Gebieten gemeinsam mit lokalen Akteur*innen, Unternehmen, Eigentümer*innen und Anrainer*innen. Gewonnene Erkenntnisse werden in Folge auf die gesamte Stadt übertragen. Für Eigentümer*innen, Bewohner*innen und Unternehmen stehen attraktive Förderungen zur Verfügung.
WieNeu+ startete 2021 in Favoriten, ab 2023 war es im 2. Programmgebiet „Grätzl 20+2“ aktiv. Das bezirksübergreifende WieNeu+ Programmgebiet „Grätzl 20+2“ fasst das Gebiet im 20. Bezirk bis Donaukanal und Stromstraße mit dem Volkert- und Alliiertenviertel im 2. Bezirk zusammen, mit der Nordwestbahnstraße als Verbindung. Seit 2025 ist WieNeu+ im dritten Gebiet „Hernals“ tätig. Das Programm soll planmäßig bis 2030 laufen.
Weitere Informationen zu den Grätzlangeboten der Wirtschaftsagentur Wien unter: wirtschaftsagentur.at/graetzelliebe/
Weitere Informationen zu WieNeu+ unter: wieneuplus.wien.gv.at
Rückfragen & Kontakt
Michaela Reichel
Mediensprecherin Vizebürgermeisterin Barbara Novak
Telefon: +43 1 4000 81203
E-Mail: [email protected]
Stephan Grundei
Mediensprecher Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch
Telefon: 0676/8118 98057
E-Mail: [email protected]
Uschi Kainz
Kommunikation Wirtschaftsagentur Wien
Telefon: +43 699 1408 6583
E-Mail: [email protected]
Judith Rosenkranz-Lichtner
Öffentlichkeitsarbeit Programm WieNeu+ und Sonderprojekte, MA 25
Telefon: 01 4000 25105
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WAW






