- 19.06.2026, 13:20:05
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Generalversammlung im Zeichen der Ausschöpfung des Kesseltausch-Budgets 2026, des Ausblicks auf 2027, der Netzintegration von Wärmepumpen
Generalversammlung des Verbandes Wärmepumpe Austria 2026, 18. Juni 2026

Im Rahmen der Generalversammlung des Verbandes Wärmepumpe Austria diskutierten die VertreterInnen der österreichischen Wärmepumpen-Branche über aktuelle Entwicklungen der österreichischen Energie- und Klimapolitik sowie deren Auswirkungen. Im Mittelpunkt standen der erwartete Markteinbruch durch die Ausschöpfung des Kesseltausch-Budget für 2026 und der Ausblick auf 2027 das aktuelle Doppel-Budget, die geplanten Förderkriterien und die damit verbundenen Herausforderungen.
Die Generalversammlung fand am 18. Juni 2026 auf Einladung des Verbandsmitglieds Windhager – BHT statt. Mehr als 100 VertreterInnen der heimischen Wärmepumpen-Branche aus ganz Österreich folgten der Einladung nach Seekirchen.
Andreas Weißenbacher, CEO der BWT Holding GmbH, begrüßte die Mitglieder des Verbands sehr herzlich. Unter dem Leitgedanken „For You and Planet Blue“ präsentierte er seine Philosophie und unterstrich die Bedeutung innovativer Wärmepumpentechnologien als zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Wärmewende.
In den Fachvorträgen wurden Zukunftsthemen aufgegriffen. So wurden die Ergebnisse der Studie „Netzdienliche Wärmepumpe der Zukunft“, die Qualitätsanforderungen bei Wärmepumpeninstallationen sowie die Herausforderungen des Generationenwechsels und der Fachkräftesicherung vorgestellt.
Die Studie zeigt, dass der gesamte Wärmesektor bis 2040 konsequent von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Systeme wie die Wärmepumpe umgestellt werden muss, um die nationalen Klimaziele zu erreichen. Laut den Berechnungen der Studie werden bis 2040 rund 1,3 Millionen zusätzliche Wärmepumpen benötigt, darunter mehr als eine Million Heizungswärmepumpen. Dies entspricht einem jährlichen Ausbau von etwa 60.000 Heizungswärmepumpen.
Dies würde einen enormen Wachstumsmotor für Wirtschaft und Gesellschaft bedeuten und eine hohe regionale Wertschöpfung sowie die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in den Regionen ermöglichen. Durch den Austausch von Heizkesseln könnten rund 19 Terawattstunden Erdgas und Heizöl ersetzt, die Energieunabhängigkeit Österreichs gestärkt und mehrere Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden. Darüber hinaus könnten volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich vermieden werden, die bei einer Verfehlung der europäischen Klimaziele durch den Kauf zusätzlicher Emissionszertifikate entstehen würden.
Mit der Umsetzung der geplanten Klimaziele – rund 1,3 Millionen Wärmepumpen bis 2040 – können die heutigen nationalen Gasimporte um bis zu 24 %, das sind 19 TWh, reduziert werden.” Dies führt zu Energieunabhängigkeit, Versorgungssicherheit und einer unabhängigen Wärmeversorgung zu leistbaren Preisen.
Im weiteren Verlauf führte Präsident Freimüller durch die Generalversammlung. Neben den üblichen Tagesordnungspunkten zog er Bilanz über die Aktivitäten und Erfolge des Arbeitsprogramms 2025 und präsentierte die inhaltlichen Schwerpunkte für das Jahr 2026. Es folgten Einblicke in die aktuelle Situation des rückläufigen Marktes und die Auswirkungen des bald ausgeschöpften Förderbudget für den Kesseltausch sowie ein Ausblick auf das Jahr 2027.
Die Branche muss langfristig von Förderprogrammen unabhängig werden. Es muss uns gelingen, die zahlreichen Vorteile der Technologie noch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern und die Wärmepumpe als wirtschaftlich attraktive, zukunftssichere und nachhaltige Lösung zu positionieren.
Aus diesem Grund möchten der Verband und die Mitglieder eine gemeinsame und abgestimmte Marketinginitiative erarbeiten. Das Ziel ist klar: Mit unterschiedlichen Werbemaßnahmen sollen die vielfältigen Vorteile einer Wärmepumpe verständlich und nachvollziehbar vermittelt werden. Im Mittelpunkt steht dabei jener Nutzen, der für die Menschen besonders relevant ist, z.B. Heizung, Kühlung und Warmwasser mit nur einer Technologie, Senkung der Betriebs- und Energiekosten, Nutzung kostenlos verfügbarer Umweltenergie und PV-Strom und hohe Energieeffizienz.
Mit der schrittweisen CO₂-Bepreisung fossiler Energieträger wird die Wärmepumpe immer mehr zu einem wirtschaftlichen Vorteil für die Haushalte.
Ergänzend berichtete Herr Freimüller über die Ergebnisse des Berichts „Umweltinvestitionen des Bundes – Klima- und Umweltschutzmaßnahmen 2025“. Die präsentierten Zahlen verdeutlichen die hohe Bedeutung öffentlicher Investitionen für die Erreichung der österreichischen Klima- und Energieziele und unterstreichen die zentrale Rolle der Wärmepumpe.
Aus Sicht des Verbandes können die Klimaziele nur unter Einhaltung folgender Maßgaben erreicht werden:
- Ordnungspolitische Regelungen: Neben dem EWG für Neubauten muss eine verpflichtende Alternativenprüfung zum Ersatz fossiler Bestandsanlagen durch erneuerbare Heizsysteme vorgeschrieben werden.
- Kontinuierliche Steigerung der Kosten für den Betrieb fossiler Heizsysteme: Dazu dient die CO2-Bepreisung, die ab 2027 im Rahmen der Erweiterung des EU-weiten Emissionshandels (EU ETS2) auch auf den Heizungsbereich ausgedehnt werden sollte.
- Ausreichende Förderung: Als positiver Anreiz für den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme ist eine entsprechende Förderung notwendig. Diese sollte kontinuierlich und ohne disruptive Schritte erfolgen und von ausreichender Höhe für die Anreizwirkung.
Mit den nationalen Energie- und Klimazielen schafft Österreich Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung, reduziert CO2-Emissionen und Gasimporte, steigert die Energieunabhängigkeit und vermeidet Strafzahlungen von bis zu zwei Milliarden Euro im Jahr 2040.
Die Wärmepumpe verbindet Klimaschutz, Versorgungssicherheit, geringste Betriebskosten und heimische Wertschöpfung. Jetzt gilt es, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Haushalte und Unternehmen weiterhin in erneuerbare Heizsysteme investieren können.
Rückfragen & Kontakt
Für Rückfragen steht Präsident Richard Freimüller gerne unter Tel:
0043 (0)664 1111 370 und Mail: [email protected] zur
Verfügung.
Verband Wärmepumpe Austria
Maria Gabriel, MSc
Telefon: +43 (0)732 600 300 70
Mail: [email protected]
Web: www.waermepumpe-austria.at
bluesky: @waermepumpe.bsky.social
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