- 19.06.2026, 11:52:02
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„kulturMONTAG: Bachmann-Doppeljubiläum, Neues von Wolfang Ambros, Italiens Kulturhauptstadt L’Aquila
Danach: Dokupremiere „Ingeborg Bachmann – Dichten für die Wahrheit“ – am 22. Juni, ab 22.30 Uhr, ORF 2 und ORF ON
Ende Juni 2026 begeht Österreich ein besonderes Doppeljubiläum: den 100. Geburtstag der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (25. Juni) und die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur (24. bis 28. Juni), in deren Rahmen jährlich der renommierte Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben wird. Diesen Anlässen widmet der ORF in Kooperation mit 3sat einen bereits seit 15. Juni laufenden umfangreichen Programmschwerpunkt mit zahlreichen Sendungen in TV und Radio (Details unter https://presse.ORF.at), darunter auch der „kulturMONTAG“ am 22. Juni um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON. Das von Peter Schneebeger präsentierte Magazin befasst sich u. a. mit dem Doppeljubiläum, den unterschiedlichen kulturellen Würdigungen der Literatin und begrüßt kurz vor der Eröffnung der 50. Ausgabe der Tage der deutschsprachigen Literatur den Jury-Vorsitzenden Klaus Kastberger zum Gespräch im Studio. Das an die Sendung anschließende neue Porträt „Ingeborg Bachmann – Dichten für die Wahrheit“ (23.15 Uhr) erzählt, wie aus dem Mädchen aus der österreichischen Provinz eine der berühmtesten Autorinnen des 20. Jahrhunderts werden konnte, und präsentiert außerdem einen in einem Berliner Archiv entdeckten Sensationsfund. Weitere Themen im „kulturMONTAG“ u. a.: Neues von Wolfgang Ambros und Italiens Kulturhauptstadt L’Aquila.
Doppeltes Jubiläum – 100 Jahre Ingeborg Bachmann und 50. Bachmannpreis
Mehr als 50 Jahre nach ihrem tragischen Tod 1973 in Rom ist Ingeborg Bachmann – zweifellos eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der Nachkriegszeit – noch lange nicht vergessen. Wer war diese ikonische Dichterin, deren Geburtstag sich am 25. Juni zum 100. Mal jährt? Nach eigenen Aussagen war das Schreiben für die gebürtige Kärntnerin existenzielle Notwendigkeit und untrennbar mit ihrem Sein und ihrer Identität verbunden. Zum Jubiläum wird die außergewöhnliche Künstlerin in zahlreichen Biografien gewürdigt, etwa in Andrea Stolls Buch „Zwei Menschen sind in mir“, in dem die erfahrene Bachmann-Forscherin viele Rätsel im Leben der Schriftstellerin von den Anfängen bis zum Tod offenlegen kann. Rechtzeitig zum Hundertsten kommt auch der semidokumentarische Film „Ingeborg Bachmann: Jemand, der einmal ich war“ mit Sandra Hüller ins Kino. Die an den „kulturMONTAG“ anschließende neue ORF-Dokumentation „Dichten für die Wahrheit“ rollt das Leben der Bachmann und ihre schwierigen Liebesbeziehungen mit prominenten Literaten neu auf. Und die österreichische Künstlerin Deborah Sengl hat sich von Ingeborg Bachmann zu neuen Arbeiten inspirieren lassen, die im Jubiläumsjahr auf Schloss Ebenau in Kärnten gezeigt werden. Kurz vor der Eröffnung der 50. Jubiläumsausgabe der „Tage der deutschsprachigen Literatur“ ist Jury-Vorsitzender Klaus Kastberger auf Stippvisite im „kulturMONTAG“-Studio. Im Gespräch mit Peter Schneeberger erzählt der leidenschaftliche Literaturvermittler, warum er als Juror beim Bachmannpreis seine Abschiedsvorstellung gibt, wie sich Literaturkritik im Laufe der Zeit verändert hat, und er gibt auch Einblicke in die budgetär angespannte Kulturszene in der Steiermark, wo er seit mehr als zehn Jahren an der Grazer Uni unterrichtet und seit 2019 das Literaturhaus Graz leitet.
Lebende Legende – Wolfgang Ambros’ neuer Song
Auch er ist längst österreichisches Kulturgut und hat sich mit seinen Liedern ins kollektive Gedächtnis seines Publikums eingebrannt. Mit Songs wie „Da Hofa“, „Zwickt’s mi“ oder „Schifoan“ hat Wolfgang Ambros Geschichte geschrieben. Aber auch berührende Austropop-Klassiker hat der heute 74-jährige Wiener geschaffen, etwa sein Lied „Gezeichnet fürs Leben“ im Jahr 1980, in dem er die Geschichte eines verzweifelten Jugendlichen erzählt, der nach einem Diebstahl und Konflikten mit dem Vater keinen Ausweg mehr sieht. Auch wenn das Leben manchmal absurd erscheint und der Tod immer das letzte Wort hat, wendet sich das musikalische Urgestein jetzt mit einer optimistischen Botschaft an seine Fans. Ende Juni veröffentlicht der Liedermacher und Austropop-Mitbegründer einen neuen Song: die Coverversion eines Monty-Python-Klassikers, in der er sich der „Sunnseitn“ des Lebens widmet. Der „kulturMONTAG“ mit einer exklusiven Premiere.
Überfällige Wiedergeburt – Italiens Kulturhauptstadt L’Aquila“
Vor 17 Jahren erschütterte ein schweres Erdbeben die Hauptstadt der mittelitalienischen Region Abruzzen. Der Wiederaufbau von L’Aquila ist aber noch lange nicht vollendet. Als ein wichtiger Schritt in die erhoffte „Wiedergeburt“ wurde ihr der Titel „Kulturhauptstadt Italiens“ verliehen. Mit mehr als 300 Veranstaltungen – von Konzerten über Performances, Ausstellungen bis zu Diskussionsveranstaltungen und Lesungen – wird das Kulturhauptstadtjahr gefeiert und sollen Gäste aus aller Welt angelockt werden. Der Legende nach ist der Stadtverbund von L’Aquila im 13. Jahrhundert durch den Zusammenschluss von 99 Burgen entstanden, weswegen es heute in der Stadt 99 Kirchen, 99 Plätze und 99 Brunnen geben soll. In ihrer gut acht Jahrhunderte währenden Geschichte wurde L’Aquila von sechs schweren Beben heimgesucht, von den vielen kleineren ganz zu schweigen. Nach dem vorerst letzten Beben mit der Stärke 6,3 in der Nacht zum 6. April 2009, das 60.000 Gebäude der Stadt zerstörte oder stark beschädigte, dazu weitere 64 Kleinstädte, Dörfer und Weiler, 309 Todesopfer und mehr als 1.600 Verletzte forderte sowie 80.000 Menschen in L’Aquila und Umgebung obdachlos machte, ist die Altstadt zwar noch immer eine Baustelle, aber der quirlige Alltag ist zurückgekehrt. Der „kulturMONTAG“ mit einem Lokalaugenschein.
Dokumentation „Ingeborg Bachmann – Dichten für die Wahrheit“ (23.15 Uhr)
Mehr als 50 Jahre nach ihrem frühen Tod in Rom, um den sich lange Zeit Mordgerüchte rankten, gibt die Biografie der gebürtigen Klagenfurterin immer noch Rätsel auf und erweist sich ihre eindringliche Lyrik sowie luzide Prosa als nahezu irritierend aktuell. Regisseurin Barbara Frank zeichnet in der neuen Dokumentation „Ingeborg Bachmann – Dichten für die Wahrheit“ das Porträt einer widersprüchlichen Frau, die Vieles war: das Mädchen aus der österreichischen Provinz, das zur Diva der Dichtkunst aufstieg; eine Frau, die die Männer gleichsam liebte und unter ihnen litt; eine zutiefst verletzte Seele; und eine Widerständige, die den Menschen unangenehme Wahrheiten zumutete. Die Filmemacherin präsentiert auch ihren Sensationsfund: Bachmanns lange verschollen geglaubtes Drehbuch zur Verfilmung ihres Hörspiels „Der gute Gott von Manhattan“, das nicht realisiert wurde, aber einen neuen Blick auf ihr Schreiben zulässt. Zu Wort kommen u. a. Literaturnobelpreisträger Peter Handke, die französiche Bachmann-Expertin Françoise Rétif, ihr Wegbegleiter, der Übersetzer Moshe Kahn, sowie ihr Bruder Heinz Bachmann. Weitere Details zu dieser Koproduktion von ORF, ARTE und WDW Film- und Videoproduktions Ges.m.b.H, gefördert von Fernsehfonds Austria und Carinthia Film Commission, sind unter https://presse.ORF.at abrufbar.
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