- 19.06.2026, 09:23:32
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Eis-Schock im Supermarkt: Speiseeis in Österreich bis zu 78 Prozent teurer als in Deutschland
foodwatch fordert Ende des Österreich-Aufschlags
Sommer, Sonne, Speiseeis – und an der österreichischen Supermarktkassa der nächste Preis-Schock: Ein neuer Eis-Check von foodwatch Österreich zeigt, dass alle 20 analysierten Speiseeis-Produkte in Österreich deutlich teurer sind als in Deutschland. Im Schnitt zahlen Konsument:innen hierzulande rund 50 Prozent mehr. Bei einzelnen Produkten liegt der Österreich-Aufschlag sogar bei bis zu 78 Prozent.
Besonders drastisch ist der Unterschied bei Magnum Mini: In Wien kostet die Packung mit sechs Stück 7,99 Euro, in München hingegen nur 4,49 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von 78 Prozent. Auch bei Calippo zeigt sich ein massiver Preisunterschied von 70 Prozent, bei Viennetta beträgt der Aufschlag 67 Prozent. Insgesamt sind neun von 20 untersuchten Produkten in Österreich mehr als 50 Prozent teurer als in Deutschland.
„Der Eis-Check zeigt einmal mehr: Konsument:innen in Österreich werden systematisch zur Kasse gebeten. Es geht hier nicht um ein paar Cent Unterschied, sondern um Preisaufschläge von bis zu 78 Prozent für dieselben Produkte, von denselben Konzernen“, kritisiert Miriam Maurer von foodwatch Österreich. „Dieser Österreich-Aufschlag ist das Ergebnis eines unfairen Systems. Damit muss endlich Schluss sein.“
Der foodwatch-Check macht sichtbar, wie groß die Preisunterschiede bei beliebten Eisprodukten tatsächlich sind. Während Konsument:innen in Deutschland deutlich günstiger einkaufen können, landen in Österreich für die gleichen Produkte massive Aufschläge direkt auf dem Kassazettel.
Der Grund liegt im System: territoriale Lieferbeschränkungen
Aus Sicht von foodwatch liegt die Ursache nicht bei einzelnen Supermärkten, sondern bei einem grundlegenden Problem im europäischen Lebensmittelmarkt: den sogenannten territorialen Lieferbeschränkungen. Hersteller wie Unilever – Konzernmutter hinter Eskimo in Österreich und Langnese in Deutschland – oder Nestlé können dadurch verhindern, dass österreichische Händler Produkte einfach dort einkaufen, wo sie günstiger sind, etwa in Deutschland.
Die Folge: Der österreichische Lebensmittelhandel muss zu höheren Österreich-Preisen einkaufen. Diese höheren Einkaufspreise werden an die Konsument:innen weitergegeben. Der Österreich-Aufschlag entsteht also nicht erst an der Kassa – er ist bereits im System eingebaut.
„Territoriale Lieferbeschränkungen zementieren künstliche Preisgrenzen mitten in Europa. Während Konzerne vom EU-Binnenmarkt profitieren, werden Konsument:innen in Österreich vom günstigeren Einkauf abgeschnitten. Das ist unfair, intransparent und teuer“, erklärt Miriam Maurer.
EU-Verbot darf nicht von der Lobby verwässert werden
Die Europäische Union diskutiert derzeit ein Verbot territorialer Lieferbeschränkungen. Für foodwatch Österreich ist klar: Dieses Gesetz muss kommen – und zwar ohne Verwässerung durch die Konzernlobby. Ein Verbot wäre ein echter Hebel gegen überhöhte Lebensmittelpreise in Österreich.
foodwatch Österreich ruft Konsument:innen deshalb dazu auf, die Petition gegen territoriale Lieferbeschränkungen zu unterstützen. Denn nur mit öffentlichem Druck kann verhindert werden, dass ein wirksames EU-Gesetz auf den letzten Metern von der Lobby abgeschwächt oder blockiert wird.
Weiterführende Informationen:
Petition „Schluss mit dem Österreich-Aufschlag“
Rückfragen & Kontakt
foodwatch Österreich
Evelyn Horak
Telefon: +43 676 3316372
E-Mail: [email protected]
Website: www.foodwatch.at
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