- 18.06.2026, 13:52:33
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- OTS0127
Verbot der "Mozartverkäufer" in der Inneren Stadt ab 1. Juli
Nach massiven Beschwerden und vermehrten Verstößen reagiert Stadt - Hebung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum
Seit 8. Mai gilt ein Verbot für die sogenannten "Mozartverkäufer" an zentralen Plätzen in der Wiener Innenstadt. Mit Ende Juni laufen die letzten Bewilligungen für die kostümierten, gewerblichen Ticketverkäufer im Gebiet der bestehenden Zonierungsverordnungen endgültig aus. Das Verbot gilt konkret am Stephansplatz, Kärntner Straße, Herbert-von-Karajan-Platz (vor der Oper) und Graben.
Die Stadt Wien hat damit auf Beschwerden reagiert, die im Laufe der Jahre zu-genommen haben. Passant*innen, aber auch Besucher*innen der Oper oder Tou-rist*innen fühlen sich vermehrt durch das aufdringliche Verhalten der Mozartverkäufer belästigt und auch Verstöße gegen gesetzliche Regelungen wurden bei Kontrollen immer wieder festgestellt.
"Im ersten Schritt hat die Stadt bereits 2021 die gewerbliche, kostümierte Ticket-verkäufer aufgrund einer Zonierungsverordnung eingeschränkt und sie auf zentralen Plätzen wie vor dem Hauptportal des Stephansdomes verboten. Doch dieser Schritt reichte nicht aus. Regelmäßige Kontrollen zeigten, dass innerhalb der relevanten Bereiche in der City regelmäßig Ticketverkäufer ohne Genehmigungen anzutreffen waren", erläutert Stadträtin Ulli Sima die nun notwendig gewordene Maßnahme. Ziel sei es, den öffentlichen Raum vor zunehmender Kommerzialisierung zu schützen und die Aufenthaltsqualität für die Menschen zu heben, zumal die Örtlichkeiten in der Inneren Stadt ohnehin beengt sind.
Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, bestätigt die Zunahme der Beschwerden und Verstöße bei Kontrollen, die er mit seinem Team durch-führt.2025 wurden an 26 Aktionstagen insgesamt 303 Ticketverkäufer*innen in der Inneren Stadt überprüft. Dabei wurden insgesamt 136 Verstöße festgestellt.
2026 wurden bis Mitte Mai an 9 Aktionstagen insgesamt 75 Ticketverkäufer*innen in der Inneren Stadt überprüft und 34 Verstöße festgestellt.
Besonders auffällig waren immer wieder Übertretungen vor dem Stephansdom, wo es bedingt auch durch den U-Bahn-Ausgang und großer Touristenströme ohnehin sehr beengt ist. „Trotz bestehender Regeln und früherer Einschränkungen wurden weiterhin wiederholt Verstöße festgestellt. Mit dem nun konsequenten Verbot ziehen wir eine klare Grenze und werden dessen Einhaltung im Rahmen unserer Kontrollen ohne Ausnahmen durchsetzen“, betont Walter Hillerer.
Markus Figl, Bezirksvorsteher der Inneren Stadt, begrüßt die Maßnahme, hatte auch er vermehrt mit Beschwerden in seinem Bezirk zu tun: „Als Bezirksvorsteher begrüße ich die neue Verordnung für die Mozartverkäufer ausdrücklich. Sie schafft klare Regeln und trägt dazu bei, den hohen Nutzungsdruck in besonders frequentierten Bereichen besser zu steuern. In den vergangenen Monaten haben zahlreiche Beschwerden von Bewohnerinnen und Bewohnern gezeigt, dass Handlungsbedarf besteht. Unser Ziel ist es, ein ausgewogenes Miteinander zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern, Tourismus, öffentlichem Raum und Aufenthaltsqualität sicherzustellen.“
Auch WienTourismus-Geschäftsführer Norbert Kettner zeigt sich erfreut über die Maßnahme der Stadt: „Wien wird weltweit als Premiumdestination wahrgenommen. Im Destinationsmarketing setzen wir auf Qualität – ein Anspruch, den unsere Gäste erwarten und den die lebenswerteste Stadt der Welt in vielen Bereichen erfüllt. Zudem ist der öffentliche Raum ein wertvolles Gut, das geschützt werden muss. Das Verbot von Mozartverkäufer:innen in weiteren Bereichen setzt ein klares Signal für mehr Ordnung und Qualität im öffentlichen Raum – ganz im Sinne unserer Visitor Economy Strategie, die den Tourismusstandort Wien nachhaltig und qualitätsvoll gestalten soll, auch im Interesse der hier lebenden Bevölkerung.“
Staatsoperndirektor Bogdan Roščić hat in der Vergangenheit immer wieder vor illegalen Ticketverkäufern gewarnt:
„Wir freuen uns, dass die Stadt nun für klare Verhältnisse vor der Staatsoper sorgt. Es ist einfach zu Vieles vorgekommen, was vor allem den internationalen Gästen nicht zumutbar ist. Zum Beispiel gefälschte Karten, wodurch einzelne Plätze doppelt verkauft wurden, oder der Verkauf besonders günstiger Plätze um das Zehnfache. Ganz besonders aber das aggressive Behindern und die Irreführung unserer Gäste am Eingang zu den offiziellen Kassen. Die nunmehr durchgeführte Zonierung trennt legitimen Kartenverkauf für allerlei Konzerte privater Anbieter sauber von fragwürdigen Geschäften zu Lasten der Opernbesucher. Wir bedanken uns für diesen wichtigen Schritt im Sinne unseres Hauses."
„Ich freue mich außerordentlich über eine tragfähige Lösung für den ungehinderten Zugang von jährlich über 6 Millionen Besucherinnen und Besuchern des Stephansdoms. Persönlich habe ich mit vielen anderen Betroffenen den sehr oft aufdringlichen Konzertkartenverkauf durch kostümierte Mitarbeiter direkt vor dem Riesentor in den letzten 35 Jahren äußerst unangenehm empfunden“, ist Dompfarrer Toni Faber ebenfalls froh über den Schritt.
Das Verbot wurde mit 8. Mai kundgemacht, die letzten Bewilligungen laufen mit Ende Juni aus, dann ist der Ticketverkauf der kostümierten gewerblichen Verkäufer in den definierten Zonen in der Innenstadt endgültig verboten. Die Stadt kündigt strenge Kontrollen der neuen Regelung an.
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