• 18.06.2026, 08:25:32
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Österreichs Wasserverbrauch bleibt im Dunkeln: CLAW und ÖKOBÜRO beantragen verbindlichen Grundwasserschutz

Österreich erfasst, wie viel Wasser entnommen werden darf, nicht aber den tatsächlichen Verbrauch. CLAW und ÖKOBÜRO beantragen umfassenden, EU-rechtskonformen Grundwasserschutz.

Wien (OTS) - 

Österreich deckt seinen Trinkwasserbedarf zu 100 Prozent aus Grund- und Quellwasser. Wie viel davon tatsächlich entnommen wird, erfasst dennoch niemand laufend und umfassend. Verbindliche Regeln für Zeiten der Knappheit fehlen bisher. CLAW beantragt gemeinsam mit ÖKOBÜRO beim Umweltministerium (BMLUK) umfassenden Grundwasserschutz.

Künftig soll laufend und öffentlich erfasst werden, wie viel Grundwasser tatsächlich entnommen wird. Bisher hält das Wasserbuch nur die erlaubten Höchstmengen fest, nicht den realen Verbrauch. Hausbrunnen, die auch landwirtschaftliche Betriebe nutzen, werden nicht im Wasserbuch erfasst. Da das Ministerium gerade an einem Wasserentnahmeregister arbeitet, ist jetzt der Zeitpunkt, eine unionsrechtskonforme und vollständige Umsetzung sicherzustellen.

Auch im wasserreichen Österreich führt die Klimakrise zu Engpässen. Unser Grundwasser ist wie ein Konto, von dem alle abheben. Bei niedrigem Kontostand braucht es klare Regeln, wer Vorrang hat," so Michaela Krömer, Rechtsanwältin und Gründerin von CLAW.

„EU-Recht verlangt ausdrücklich, dass tatsächliche Wasserentnahmen erfasst und die Grundwassermengen geschützt werden. Bisher fehlt beides, die Daten zu den Entnahmen und ein verbindlicher Plan für Trockenperioden.“ so Gregor Schamschula, Geschäftsführer von ÖKOBÜRO und Umweltjurist.

Sind die tatsächlichen Entnahmemengen bekannt, kann auch überprüft werden, ob bewilligte Wassermengen noch dem eigentlichen Bedarf entsprechen. Wo nötig, ließen sich Bewilligungen dann an eine effiziente Nutzung anpassen.

Der Antrag verlangt aber mehr als Daten. Er fordert einen verbindlichen, bundesweiten Notfallplan für Dürreperioden, der den Vorrang regelt, mit Trinkwasser an erster Stelle, und die Bevölkerung rechtzeitig informiert. Verbindlich wird eine solche Regel erst als Verordnung, und genau diese Form fehlt.

Wie angespannt die Lage ist, belegen die jüngsten Zahlen, die das Ministerium selbst präsentiert hat. Der Anfang Juni vorgestellte Zwischenbericht der Studie „Wasser im Klimawandel" weist sinkende Grundwasserstände aus, im Schnitt 30 bis 50 Zentimeter in den vergangenen 15 Jahren. Das Frühjahr 2026 war das trockenste seit Messbeginn im Jahr 1858.

Mehr Detailinfos: https://www.climatelaw.at/kampagnen/grundwasser

CLAW & ÖKOBÜRO

Rückfragen & Kontakt

CLAW - Initiative für Klimarecht
Katharina Häckel-Schinkinger
Telefon: +43 660 8294550
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.climatelaw.at

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