• 17.06.2026, 13:25:32
  • /
  • OTS0136

Gentechnik: GLOBAL 2000 kritisiert Kniefall vor Industrie

Gentechnik kommt ohne verlässliche Kennzeichnung auf den Teller – Konsument:innen und Umwelt sind Verlierer der Abstimmung – Österreich soll EUGH Klage prüfen.

Wien (OTS) - 

Das EU-Parlament hat heute eine Verordnung zur Neuen Gentechnik (NGT) angenommen, mit der gentechnisch veränderte Lebensmittel künftig ohne Kennzeichnung zugelassen sind. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht Konsument:innen und Umwelt als klare Verlierer der Abstimmung. “Die Entscheidung des EU-Parlaments schränkt die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten massiv ein, die Gentechnik nicht auf ihrem Teller wollen, und nimmt große Risiken für Umwelt und Landwirtschaft in Kauf. Agrarkonzerne können in Zukunft über Patente weitreichende Kontrollen über Saatgut und Lebensmittel erreichen und dadurch ihre Marktmacht und Profite maximieren, während kleine Betriebe und Sorten-Vielfalt darunter leiden. Österreich soll nun alle rechtlichen Schritte einleiten und eine Klage vor dem EUGH unterstützen, um gegen diese verfehlte Politik vorzugehen”, so Alexandra Strickner, Geschäftsführerin von GLOBAL 2000.

Geschenk an Megakonzerne

Mit dem Wegfall der Kennzeichnungspflicht und durch die Möglichkeit Eigenschaften zu patentieren, die auch durch natürliche Mutationen entstehen können, könnten Megakonzerne wie Bayer, BASF, Corteva oder Syngenta umfassende Kontrolle über Europas Lebensmittelversorgung erlangen. Für viele kleinbäuerliche Betriebe entsteht dadurch Rechtsunsicherheit.

Für Gemüse, Obst, Fleisch und Getreide haben die Behörden keine Möglichkeit mehr, den Weg der Produkte lückenlos nachzuverfolgen. „Gleichzeitig sollen Sicherheitsprüfungen für Neue Gentechnik (u. a. CRISPR/Cas9) stark reduziert werden – obwohl unerwünschte Mutationen weiterhin auftreten können. Ein Geschenk an die Gentechnik-Unternehmen“, kritisiert Mute Schimpf von Friends of the Earth Europe. Denn selbst bei Schäden, die durch solche Mutationen beispielsweise in der Natur auftreten und die Artenvielfalt gefährden, müssen Unternehmen nicht mehr haften, können aber gleichzeitig durch Patente zusätzliche Einnahmen erzielen.

Österreich lehnt Gen-Lebensmittel klar ab

Die Bevölkerung sieht den EU-Vorstoß kritisch: Laut einer ARGE-Gentechnikfrei-Umfrage sprechen sich 85 % der Menschen in Österreich für eine klare Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel aus. Österreich hat in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt, dass biologische und gentechnikfreie Landwirtschaft erfolgreich funktioniert – glaubwürdig, nachhaltig und stark nachgefragt. „Freiwillige Gütesiegel wie „Ohne GenTechnik“ und „Bio“ werden nun an Bedeutung gewinnen, denn die Konsument:innen haben ein Recht auf sichere und gesunde Lebensmittel,“ so Alexandra Strickner abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Marcel Ludwig
Pressesprecher GLOBAL 2000
+43 699 142000 20
[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel