- 17.06.2026, 13:08:02
- /
- OTS0127
AK Stilling: „Zwischenparken“ wird längst nicht nur in saisonalen Ausnahmefällen genutzt
Unternehmen sollen sich an den hohen Kosten für die Allgemeinheit beteiligen
Während viele die Praxis des „Zwischenparkens“ als notwendig verteidigen, „zeigen zahlreiche Beispiele, dass das „Zwischenparken“ längst nicht nur in saisonalen Ausnahmefällen genutzt wird“, sagt Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK Wien.
Das Zwischenparken betrifft nicht nur Berghütten oder Kulturbetriebe mit klaren Saisonspitzen. „In der Praxis wird das System vielfach auch tageweise genutzt – etwa in der Gastronomie bei Schlechtwettertagen im Sommer, wenn kurzfristig weniger Personal benötigt wird“, sagt Stilling.
Auch Leiharbeitsfirmen greifen regelmäßig darauf zurück: Nach Ende eines Auftrags wird das Dienstverhältnis einvernehmlich beendet, die Beschäftigten melden sich beim AMS arbeitslos und werden erst mit dem nächsten Auftrag wieder eingestellt. Ähnlich verhält es sich bei kurzfristigen Bauarbeiten in Geschäftslokalen oder bei anderen Auftragslücken – immer wieder werden Dienstverhältnisse gelöst und später erneut aufgenommen. Diese Praxis verursacht laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) jährlich Kosten von bis zu 700 Millionen Euro, die zur Gänze von der Allgemeinheit getragen werden.
Das derzeitige System lädt dazu ein, Beschäftigte bei jeder kleinen Auftragslücke oder kurzfristigen Flaute auf Kosten der Allgemeinheit beim AMS „zwischenzuparken“. „Das ist weder fair noch nachhaltig. Unternehmen, die diese Möglichkeit regelmäßig nutzen, müssen sich an den Kosten beteiligen. Nur so kann verhindert werden, dass die Last einseitig auf die Allgemeinheit abgewälzt wird“, so Stilling.
Die Arbeiterkammer fordert eine Reform des Systems: Modelle zur gerechten Beteiligung von Unternehmen - an den Kosten, die sie in der Arbeitslosenversicherung verursachen - können treffsicher ausgestaltet werden, durch eine Auflösungsabgabe oder indem das Verhalten der letzten Jahre als Beurteilungsgrundlage herangezogen wird. „Unternehmen sollen die Kosten, die sie tatsächlich (überdurchschnittlich) verursachen, tragen. Nur so kann das System fair und zukunftsfähig gestaltet werden“, sagt Stilling.
Rückfragen & Kontakt
Arbeiterkammer Wien - Kommunikation
Siniša Puktalović
Telefon: +4315016513810
E-Mail: [email protected]
Website: https://wien.arbeiterkammer.at
Ausschließlich für Medienanfragen!
Für alle anderen Anfragen: So erreichen Sie uns:
http://wien.arbeiterkammer.at/ueberuns/kontakt/index.html
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW






