- 15.06.2026, 14:04:02
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IV: Lohntransparenz braucht Hausverstand statt Bürokratielawine
Faire Bezahlung ist selbstverständlich – Ursachen von Einkommensunterschieden differenziert betrachten
„Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit ist für die österreichische Industrie eine Selbstverständlichkeit. Unsere Unternehmen stehen für leistungs- und qualifikationsgerechte Entlohnung sowie für transparente und nachvollziehbare Vergütungssysteme, auf der Basis des österreichischen Kollektivvertragssystems“, betont die Industriellenvereinigung (IV) anlässlich der aktuellen Debatte über die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie.
Gleichzeitig warnt die IV davor, die Diskussion auf vereinfachte Darstellungen zu reduzieren. Österreich liegt beim bereinigten Gender Pay Gap nach Eurostat unter dem EU-Durchschnitt und auf einem vergleichbaren Niveau wie Deutschland, Dänemark, die Niederlande oder Finnland. „Niemand bestreitet, dass es nach wie vor strukturelle Herausforderungen gibt. Wer Einkommensunterschiede nachhaltig reduzieren will, muss aber die tatsächlichen Ursachen in den Blick nehmen“, so die IV. Dazu zählen etwa unterschiedliche Berufswahl, Erwerbsbiografien, Arbeitszeit oder die Verfügbarkeit von Kinderbetreuungsangeboten. „Eine sachliche Debatte über diese Faktoren bringt mehr als pauschale Schuldzuweisungen oder zusätzliche Berichtspflichten.“
Die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie muss mit Hausverstand erfolgen. „Entscheidend ist, dass die Richtlinie praxistauglich umgesetzt wird und nicht in einer Bürokratielawine für die Unternehmen endet. Zusätzliche Berichtspflichten dürfen nicht zum Selbstzweck werden“, so die Industriellenvereinigung abschließend.
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