• 15.06.2026, 10:00:37
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Müll wird Rohstoff von morgen: Wiens stille Schlüsselbranche

Tag der Müllabfuhr am 17. Juni – Ogulin: „Wiener Entsorgungsbetriebe sind Rohstoffschürfer der Zukunft“

Wien (OTS) - 

Übermorgen ist der Internationale Tag der Müllabfuhr. Die Wiener Abfallwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der urbanen Infrastruktur und Wirtschaft und weit mehr als das Leeren von Tonnen. Sie ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und treibt Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Energieversorgung voran.

Drei Viertel der Umsätze in der Branche werden von privatwirtschaftlichen Unternehmen erwirtschaftet. Gleichzeitig sichert ein Arbeitsplatz in der Abfallwirtschaft zusätzlich 1,64 weitere Jobs in Österreich.

Die Wiener Abfallwirtschaft ist das Herzstück der Kreislaufwirtschaft und sorgt für ein gutes Zusammenspiel von Klimaschutz, Energieversorgung und Lebensqualität in der Stadt. „Trotz der steigenden Einwohnerzahl konnte das spezifische Restmüllaufkommen pro Kopf in Wien seit 2015 um 15 Prozent gesenkt werden“, sagt Helmut Ogulin, Obmann der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement der WK Wien.

Rund 10 Millionen Tonnen Abfall fallen jährlich in Wien an. Ein Großteil davon kommt aus Bau, Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen. Die Wiener Entsorgungsunternehmen verfügen über leistungsfähige Anlagen, um diese Stoffströme zum überwiegenden Teil vor Ort zu behandeln und zu verwerten. Der Haushaltsmüll ist nur ein Teil davon. Lediglich zwei Prozent der Abfallmenge sind den gefährlichen Abfällen zuzuordnen.

„Die Wiener Entsorgungsbetriebe sind die Rohstoffschürfer der Zukunft, indem sie wertvolle Rohstoffe aus Altstoffen wiedergewinnen“, betont Ogulin. Trotz Bevölkerungswachstum sanken die Emissionen der Branche in den Jahren 2005 bis 2023 um zwei Prozent.

In Österreich werden rund 34 Prozent des gesamten Abfallaufkommens recycelt. Besonders hoch sich die Recyclingraten bei der stofflichen Verwertung von Metall-, Papier- und Glasabfällen. Dieses Niveau wird auch in Wien erreicht. Kreislaufwirtschaft ist damit ein entscheidender Standortvorteil für die rohstoffarme Metropole Wien. Die getrennte Sammlung funktioniert in Österreich sehr gut. Wien liegt im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten auf dem ausgezeichneten dritten Platz.

Außerdem deponiert Wien keinen kommunalen Siedlungsabfall mehr. Restmüll wird thermisch verwertet und liefert Fernwärme sowie Strom; das ist ein wesentlicher Beitrag zur Energieversorgung der Stadt.

Wichtige Kennzahlen

  • 2,73 Mrd. Euro Umsatz
  • 1,32 Mrd. Euro Wertschöpfung
  • 12.020 abgesicherte Arbeitsplätze

„Wer Kreislaufwirtschaft will, muss Entsorgungsbetriebe stärken“, sagt Ogulin abschließend: „Als Rohstoffschürfer der Zukunft muss die Branche systematisch in Klima-, Energie- und Rohstoffstrategien eingebunden werden.“

Zum Internationalen Tag der Müllabfuhr
Der 17. Juni würdigt weltweit die Arbeit von Müllentsorgern. Der Aktionstag geht auf den US-Amerikaner John D. Arwood zurück. Der Geschäftsführer von Arwood Waste war selbst Müllmann und wollte weltweit mehr Aufmerksamkeit für die Leistungen der Branche schaffen.

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