- 15.06.2026, 09:06:03
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150. Geburtstag von Franz Siegel: SPÖ-Bundesbildung erinnert an einen Pionier des Roten Wien
Anlässlich des 150. Geburtstags von Franz Siegel würdigen die SPÖ-Bundesbildungsorganisation und der neu aufgestellte Franz-Siegel-Verein das Leben und Wirken eines jener Männer, die den Grundstein für das Rote Wien des 20. Jahrhunderts legten. „Franz Siegel verbindet gewerkschaftliche Organisation, politische Verantwortung und gesellschaftliche Vision. Sein Lebensweg zeigt, dass sozialer Aufstieg, demokratische Mitbestimmung und öffentliche Verantwortung zusammengehören. Für die politische Bildungsarbeit, für die Geschichte des Wohnbaus in Wien als auch für soziale Innovation bleibt er daher eine wichtige historische Orientierung“, so Gerhard Schmid, Bundesbildungsvorsitzender der SPÖ. ****
Franz Siegel, geboren am 15. Juni 1876 in Perchtoldsdorf, stammte aus einfachen Verhältnissen, wurde Maurer, Gewerkschafter und schließlich amtsführender Stadtrat in Wien. Als Organisator der Bauarbeiterbewegung und Wegbereiter des kommunalen Wohnbaus prägte er die Entwicklung des Roten Wien als "1. Wohnbaustadtrat" entscheidend mit. Erst vor wenigen Wochen wurde mit einer Generalversammlung im Palais Niederösterreich der Franz-Siegel-Verein in Zusammenarbeit mit der SPÖ-Bundesbildungsorganisation neu aufgestellt. Der Verein versteht sich als Bewahrer und Vermittler jener sozialdemokratischen Tradition, für die Franz Siegel wie kaum ein anderer steht: soziale Gerechtigkeit, leistbares Wohnen und gesellschaftlicher Fortschritt.
„Franz Siegel steht für eine Generation von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die Politik nicht als Selbstzweck verstanden haben, sondern als Auftrag, das Leben der Menschen konkret zu verbessern. Die Wohnbaupolitik des Roten Wien wäre ohne Persönlichkeiten wie Franz Siegel nicht denkbar gewesen“, betont Elke Hanel-Torsch, Wohnbau-Stadträtin der Stadt Wien. „Gerade heute, wo leistbares Wohnen wieder eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit ist, lohnt sich der Blick auf jene Menschen, die gezeigt haben, dass politische Gestaltung gesellschaftliche Probleme lösen kann.“
Für Wolfgang Markytan, Bundesbildungsgeschäftsführer der SPÖ und ehemaliger Vorsitzender des Franz-Siegel-Vereins, ist die Erinnerung an Siegel zugleich ein Auftrag für die Gegenwart: „Franz Siegel gehört zu jenen Persönlichkeiten, deren Namen heute weniger bekannt sind als ihre Leistungen. Doch die Gemeindebauten, die soziale Infrastruktur und die Idee einer Stadt für alle Menschen tragen bis heute seine Handschrift. Wenn wir über das Rote Wien sprechen, müssen wir auch über jene sprechen, die dessen Fundament geschaffen haben. Die Wiederbelebung des Franz-Siegel-Vereins soll dazu beitragen, dieses historische Erbe sichtbar zu machen und für kommende Generationen zu bewahren.“
Die beiden Vorsitzenden des neu gewählten Franz-Siegel-Vereins, Sonja Müller-Gollner und Gabriele Strasser, sehen in der Vereinsarbeit eine wichtige Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart. „Franz Siegel hat gezeigt, dass gesellschaftlicher Fortschritt nicht vom Himmel fällt, sondern das Ergebnis von Organisation, Solidarität und politischem Mut ist. Dieses Erbe wollen wir bewahren und weitertragen“, erklärt Sonja Müller-Gollner. Und auch Gabriele Strasser ergänzt: „Die Geschichte des Roten Wien ist keine abgeschlossene Vergangenheit. Sie lebt in den Gemeindebauten, in den sozialen Einrichtungen und in den demokratischen Errungenschaften weiter. Der Franz-Siegel-Verein wird dazu beitragen, diese Geschichte sichtbar zu machen und ihre Bedeutung für die Gegenwart zu vermitteln.“
Der Neustart des Franz-Siegel-Vereins erfolgte am 18. Mai 2026 unter dem programmatischen Titel „Wenn wir einst nicht mehr sind, werden diese Steine für uns sprechen“. Damit knüpft der Verein bewusst an die Tradition des Roten Wien und an jene Generation von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten an, die durch ihren Einsatz die Grundlagen des modernen sozialen Wiens geschaffen haben. (Schluss) ls
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