• 14.06.2026, 07:00:32
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Zehetner: Photovoltaik: Zweiter EAG-Fördercall startet am 16. Juni

Weitere 12 Millionen Euro für PV und Speicher – EAG-Novelle macht Ausbau intelligenter

Wien (OTS) - 

Nach dem starken Auftakt des Förderjahres im April startet am 16. Juni 2026 um 17 Uhr der zweite EAG-Fördercall für Investitionszuschüsse für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher. Insgesamt stehen dafür 12 Millionen Euro zur Verfügung. Die Ticketziehung beginnt um 17 Uhr. Förderanträge können von 16. bis 30. Juni 2026 gestellt werden. „Die große Nachfrage zeigt: Die Menschen wollen Teil der Energiewende sein. Entscheidend ist jetzt, dass wir Photovoltaik so weiterentwickeln, dass sie nicht nur viel Strom erzeugt, sondern diesen Strom auch zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und zu leistbaren Kosten nutzbar macht. Genau darum geht es bei der neuen Förderlogik: Wir bremsen den Ausbau nicht, wir machen ihn intelligenter“, sagt Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus.

Hohe Nachfrage: Erster Fördercall wurde um 30 Millionen Euro aufgestockt

Der erste EAG-Fördercall 2026 hat die hohe Dynamik beim Ausbau von Photovoltaik und Stromspeichern deutlich gemacht: Knapp 29.000 Anträge wurden eingereicht. Ursprünglich waren für diesen Call 40 Millionen Euro für PV- und Speicherförderungen vorgesehen. Tatsächlich wurden Fördermittel in Höhe von rund 135 Millionen Euro nachgefragt. Um dieser großen Nachfrage besser Rechnung zu tragen, wurden zusätzlich 30 Millionen Euro aus Restmitteln freigegeben. Damit wurde der erste Fördercall von ursprünglich 40 Millionen Euro auf insgesamt 70 Millionen Euro aufgestockt.

Speicher werden zum Schlüssel der Energiewende

Besonders deutlich zeigt sich beim ersten Fördercall auch ein struktureller Trend: Rund 90 Prozent der Anträge enthielten bereits eine Speicherkomponente. Das ist aus Sicht des Energiesystems ein entscheidender Schritt. Denn ein modernes Energiesystem darf nicht nur darauf ausgelegt sein, möglichst viel Strom zu erzeugen. Es muss auch darauf ausgelegt sein, Erzeugung, Verbrauch, Speicherung und Netz besser zusammenzubringen „Der erste Fördercall zeigt sehr klar, wohin die Entwicklung geht. Die Energiewende entscheidet sich nicht nur am Dach, sondern auch im Keller, im Netz und am Markt. Wenn mittags viel Sonnenstrom vorhanden ist, muss er gespeichert und dann verfügbar gemacht werden, wenn Haushalte, Betriebe und Industrie ihn brauchen. Aus erneuerbarer Erzeugung muss ein Energiesystem werden, das in der Praxis funktioniert“, so Zehetner.

Negative Strompreise zeigen Handlungsbedarf

Wie dringend dieser Paradigmenwechsel ist, zeigen die zunehmenden Phasen negativer Strompreise. Allein im Vorjahr gab es in Österreich bereits rund 450 Stunden mit negativen Strompreisen. Auch heuer kam es bereits wieder zu Situationen, in denen sehr viel Strom gleichzeitig im System war und überschüssige Mengen nur mit Kosten abgenommen wurden. Negative Strompreise sind kein Argument gegen erneuerbare Energie. Sie zeigen vielmehr, wo das System nachschärfen muss: bei Speichern, Netzen, Flexibilität und intelligenter Steuerung. Zehetner vergleicht den nächsten Schritt mit einer Regenwassertonne im Garten: „Wenn es stark regnet, lässt man das Wasser nicht ungenutzt in den Kanal laufen, sondern fängt es auf. Und wenn es später trocken ist, nutzt man es zum Gießen. Genau so müssen wir künftig mit Sonnenstrom umgehen: Wenn mittags sehr viel günstiger PV-Strom da ist, speichern wir ihn. Und wenn am Abend gekocht wird, die Waschmaschine läuft oder Betriebe Strom brauchen, nutzen wir ihn wieder. So wird aus Strom, der sonst Druck im System erzeugt, verlässliche Energie.“

Zweiter Fördercall: 12 Millionen Euro für PV und Speicher

Im zweiten Fördercall werden Speicher weiterhin in Kombination mit Photovoltaik gefördert. Für kleinere PV-Anlagen gelten fixe Förderbeträge pro kWp: Für Anlagen bis 10 kWp beträgt die Förderung 150 Euro pro kWp, für Anlagen zwischen 10 und 20 kWp 140 Euro pro kWp. Für Anlagen über 20 kWp wird die Förderung im Bieterverfahren vergeben. Damit kommen jene Projekte zum Zug, die den geringsten Förderbedarf haben.

Made in Europe stärkt Sicherheit und Wertschöpfung

Fortgesetzt wird auch der „Made-in-Europe“-Bonus. Photovoltaikanlagen und Stromspeicher, die mit technischen Komponenten mit europäischer Wertschöpfung errichtet werden, können einen Zuschlag auf die gewährte Förderung erhalten. Bereits 46 Prozent aller PV-Anträge enthalten europäische Wechselrichter. „Mit der EAG-Novelle gehen wir den nächsten Schritt. Made-in-Europe bei Wechselrichtern wird verpflichtend kommen. Das stärkt unsere Cybersicherheit, reduziert Abhängigkeiten und sorgt dafür, dass mehr Wertschöpfung in Europa bleibt. Die Energiewende muss nicht nur sauber sein, sie muss auch sicher, resilient und wirtschaftlich vernünftig sein“, betont Zehetner.

Info: Die nächsten PV-Fördercalls 2026

Der zweite Fördercall läuft von 16. bis 30. Juni 2026. Dafür stehen insgesamt 12 Millionen Euro zur Verfügung: je 2 Millionen Euro in den Kategorien A und B sowie je 4 Millionen Euro in den Kategorien C und D.

Der dritte Fördercall findet von 8. bis 22. Oktober 2026 statt. Dafür sind insgesamt 8 Millionen Euro vorgesehen, davon je 2 Millionen Euro in den Kategorien A bis D.

Nähere Informationen zu Fördersätzen, Förderbedingungen und Einreichterminen finden sich in der EAG-Investitionszuschüsseverordnung-Strom sowie auf dem Förderinfoportal der EAG-Förderabwicklungsstelle unter eag-abwicklungsstelle.at.

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
E-Mail: [email protected]

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