- 12.06.2026, 11:12:02
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Stadt Wien ehrt Michael Donhauser mit dem H.C.-Artmann-Preis 2026
Kaup-Hasler: „Donhauser vereint in seinem lyrischen Werk Tradition und Moderne und entwirft meisterhaft lautliche Räume zwischen den Sprachen.“
Der mit 10.000 Euro dotierte H.C.-Artmann-Preis der Stadt Wien geht an den Dichter Michael Donhauser. Der Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Lyrik wird von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler am 15. September 2026 um 18:00 Uhr im Wiener Kabinetttheater überreicht. Die unabhängige Fachjury begründete ihre Entscheidung wie folgt:
„Michael Donhauser hat sein schriftstellerisches Werk auf ein lyrisches Dichten ausgerichtet. Seit seinem Debüt „Der Holunder“, das 1986 erschien, hat er mit beeindruckender und zugleich kontinuierlicher Schreibarbeit ein umfangreiches Oeuvre von herausragender literarischer Bedeutung vorgelegt. Im Zentrum steht dabei das nachhaltige Interesse an der poetischen Form und Sprache. Mit den Mitteln der Literatur, aber auch mit dem Blick auf ihre Geschichte gelten seine Anstrengungen immerzu dem Ziel, sinnlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen Gestalt zu geben. Kaum ein Dichter zeigt uns besser, wie man heute über Landschaft, Natur und Dinge schreiben kann, kein anderer hat aber auch ein so explizites Verfahren der Lektüre entwickelt wie er. Sein Werk vereint auf eine singuläre Weise lyrische Energien wie Rausch, Rhythmus und Melodie, die uns immer wieder jenes spezifische Potential der Sprache vor Augen führen, das uns viel zu oft abhandenkommt. Die Literatur von Michael Donhauser durchbricht so sinnhaft Gewohntes, um uns auf sinnlich Neues vorzubereiten.“
Wiens Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler:
„Michael Donhauser ist ein Lyriker, der in besonderer Weise an H. C. Artmann anschließt: Das Werk des vielsprachigen Dichters Donhauser changiert lautlich zwischen den Sprachen. Seine Lyrik gibt der Stille ebenso Raum wie der aus dem Vollen schöpfenden Naturbeschreibung. Donhauser verbindet dabei traditionelle lyrische Formen mit moderner und expressionistischer Poesie, in der Satzgrenzen aufgehoben und Assoziationsräume eröffnet werden. Im Zentrum steht sein Vertrauen in die Kraft des Wortes: Sprache ist für ihn nicht nur Mittel der Beschreibung, sondern eine eigene Form der Welterfahrung. Diese Liebe zur Sprache und zum Leben prägt sein gesamtes lyrisches Schaffen. Nicht zuletzt darin ist er H.C. Artmann, der am heutigen 12. Juni seinen 105. Geburtstag gefeiert hätte, ein würdiger Nachfolger.“
Der Preisträger
Michael Donhauser wurde 1956 als österreichischer Staatsbürger in Vaduz geboren und lebt seit Mitte der 1970er Jahre in Wien als freischaffender Autor und Übersetzer aus dem Französischen. Sein Schaffen umfasst Lyrik, lyrische Prosa und Essays. Zuletzt erschien der Band „Unter dem Nussbaum“, der Lyrik und Prosa aus beinahe vier Jahrzehnten vereint und 2025 für den Österreichischen Buchpreis nominiert war.
Sein Werk wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Christine-Lavant-Lyrikpreis (1995), Mondseer Lyrikpreis (2001), Ernst-Jandl-Preis (205), Georg-Trakl-Preis für Lyrik (2009) und dem Heimrad-Bäcker-Preis (2019).
Der Preis
Der H.C.-Artmann-Preis wurde 2004 von der Kulturabteilung der Stadt Wien zu Ehren des im Jahr 2000 verstorbenen Wiener Dichters H.C. Artmann ins Leben gerufen. Er richtet sich an in Wien lebende Autor*innen, die herausragende Werke im Bereich der Lyrik verfasst haben und wird im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Mit einer Dotierung von 10.000 Euro ist der Preis die höchste Auszeichnung der Stadt Wien im Bereich der Lyrik. Frühere Preisträger*innen waren u.a. Margret Kreidl (2024), Julian Schutting (2022) und Elfriede Czurda (2014). Die regelmäßig wechselnde Jury bestand in diesem Jahr aus Andreas Brandtner, Jürgen Thaler und Annemarie Türk.
Rückfragen & Kontakt
Isabella Cseri
Mediensprecherin StRin Mag.a Veronica Kaup-Hasler
Telefon: +43 1 4000-81169
E-Mail: [email protected]
Philipp Klakl
Stadt Wien Kultur
Friedrich-Schmidt-Platz 5, 1080 Wien
Telefon: +43 1 4000-84714
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