• 12.06.2026, 11:00:35
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90.000 Arbeitsplätze und 2,8 Milliarden Euro Steuern: Bildende Kunst als unterschätzter Wirtschaftsfaktor in Österreich

Neue Studie zeigt wirtschaftliche Bedeutung der Bildenden Kunst und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, öffentliche Hand und Stakeholder

Wien (OTS) - 

Die Bildende Kunst ist nicht nur ein zentraler Bestandteil des kulturellen Selbstverständnisses Österreichs, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Zu diesem Ergebnis kommt die heute präsentierte Studie „Wertschöpfung der Bildenden Kunst in Österreich“, die im Auftrag des Verbands österreichischer Galerien von den Wirtschaftsforschern Dr. Michael Paul und Dr. Anna Kleissner (paul und collegen consulting / econmove) erstellt wurde.

Die Untersuchung weist eine durch die Bildende Kunst in Österreich generierte Gesamt-Bruttowertschöpfung von rund 6,2 Milliarden Euro pro Jahr aus. Darüber hinaus sichert das Ökosystem der Bildenden Kunst rund 90.000 Arbeitsplätze und generiert jährlich rund 2,8 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben.

Die Studie zeigt damit erstmals umfassend, dass die Bildende Kunst weit mehr ist als die Summe von Künstlerinnen und Künstlern, Museen oder Galerien. Sie bildet ein komplexes wirtschaftliches Ökosystem, das von Ausbildung und Forschung über Produktion, Logistik, Kunsthandel und Ausstellungswesen bis hin zu Tourismus, Kommunikation und zahlreichen Dienstleistungsbranchen reicht.

„Die Bildende Kunst wird in Österreich häufig ausschließlich als kulturelles Thema wahrgenommen. Die Studie zeigt jedoch, dass sie zugleich ein relevanter Wirtschafts- und Standortfaktor ist. Wer über Kunst spricht, spricht auch über Beschäftigung, Wertschöpfung, internationale Sichtbarkeit und Steuereinnahmen“, erklärt Martin Janda, Vorsitzender des Verbands österreichischer Galerien.

Gleichzeitig kommt die Studie zu dem Schluss, dass Österreich sein wirtschaftliches Potenzial im Bereich der Bildenden Kunst derzeit nicht ausreichend nutzt. Während das Land über international anerkannte Künstlerinnen und Künstler, renommierte Museen und eine hohe kulturelle Attraktivität verfügt, fehlen vielfach koordinierte Strategien, um daraus stärkere internationale Marktwirkungen zu erzielen. Dies wäre dringend notwendig, damit die wirtschaftliche Basis der Bildenden Kunst in Österreich selbst gestärkt wird.

Die Autor:innen empfehlen daher eine gemeinsame Branchenstrategie für die Bildende Kunst, die Kultur-, Wirtschafts-, Steuer-, Tourismus- und Stadtentwicklungspolitik stärker miteinander verbindet. Ziel müsse sein, Österreich als eigenständigen Kunststandort mit internationaler Strahlkraft weiterzuentwickeln und vorhandene Stärken besser zu bündeln.

Zu den zentralen Empfehlungen der Studie zählen:
· die Entwicklung einer national abgestimmten Standortstrategie für die Bildende Kunst,
· die Stärkung eines international sichtbaren Messe- und Festivalfensters in Österreich,
· eine Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Kunstmarktes,
· die stärkere Nutzung der Bildenden Kunst als Tourismus- und Standortfaktor,
· sowie die Verbesserung der steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen im internationalen Vergleich.

Die Studie verweist insbesondere darauf, dass Österreich im europäischen Wettbewerb zunehmend unter Druck gerät. Bedeutende Kunsthandelsplätze wie Deutschland, Frankreich oder Luxemburg haben ihre steuerlichen Rahmenbedingungen zuletzt verbessert, während Österreich Marktanteile und internationale Sichtbarkeit verliert.

„Die Ergebnisse zeigen klar: Investitionen in die Bildende Kunst sind nicht nur kulturpolitisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftspolitisch vernünftig. Wer Wertschöpfung, Beschäftigung und internationale Standortattraktivität stärken möchte, sollte die Bildende Kunst als Zukunftsbranche sehen“, so Martin Janda.

Die Studie wurde vom Verband österreichischer Galerien mit Unterstützung von Bildrecht, BMWKMS, Dorotheum, Wirtschaftskammer Österreich, Wirtschaftsagentur Wien und NÖ Kulturwirtschaft beauftragt.

Rückfragen & Kontakt

Verband österreichischer Galerien
Generalsekretär Mag. Rudolf Leeb
Telefon: ‭+43676 342 9054
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.diegalerien.at

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