- 11.06.2026, 12:30:02
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Baxant (SPÖ): „Aus einem Denkmal wird ein Mahnmal – Wien übernimmt Verantwortung für seine Geschichte“
Der stellvertretende Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses für Kultur und Wissenschaft, Peko Baxant, begrüßt die Fertigstellung des Projekts „Schieflage (Karl Lueger 3,5°)“ als wichtigen Beitrag zur Wiener Erinnerungskultur und zum entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus. Das Denkmal wurde umgestaltet und kontextualisiert.
„Eine lebendige Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich ihrer Geschichte stellt - auch dort, wo diese schmerzhaft ist. Durch die Umgestaltung des Lueger-Denkmals zum Mahnmal setzt Wien ein klares Zeichen gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und politische Hetze“, betont Baxant. Anstatt historische Spuren zu entfernen, gehe Wien einen bewussten Weg der kritischen Auseinandersetzung. „Geschichte verschwindet nicht, wenn man sie aus dem Stadtbild entfernt. Sie muss erklärt, eingeordnet und diskutiert werden. Genau dafür schafft dieses Mahnmal einen wichtigen Ort im öffentlichen Raum. Wir nehmen das Thema sehr ernst und ermöglichen kritische Reflexion. Auseinandersetzungen mit Themen wie diese sollen nicht nur im Geschichtsunterricht, sondern auch im öffentlichen Raum stattfinden“, so Baxant.
Mahnmal statt Verklärung
Die künstlerische Intervention des Künstlers Klemens Wihlidal verändere die Wahrnehmung des Denkmals grundlegend. „Die Schieflage macht sichtbar, dass hier keine unkritische Verehrung mehr stattfindet. Sie irritiert, regt zum Nachdenken an und eröffnet einen Diskurs über die Verantwortung von Politik und Gesellschaft“, erklärt Baxant. Besonders hervorzuheben sei, dass die Kontextualisierung auf einem breiten Beteiligungsprozess basiert habe. „Wissenschaft, Kunst, Politik und Zivilgesellschaft haben gemeinsam an diesem Projekt gearbeitet. Die Stadt geht damit einen mutigen Weg voran. Das zeigt, wie moderne Erinnerungskultur funktionieren kann: offen, kritisch und dialogorientiert“, betont der Abgeordnete.
Klare Botschaft gegen Antisemitismus
Gerade in Zeiten, in denen antisemitische Vorfälle weltweit wieder zunehmen, komme solchen Projekten besondere Bedeutung zu. Österreich sei in der Verpflichtung, seine Verantwortung ernst- und wahrzunehmen. „Antisemitismus und Diskriminierung haben in unserer Gesellschaft keinen Platz. Deshalb brauchen wir sichtbare Zeichen, die erinnern, aufklären und sensibilisieren. Das neue Mahnmal ist ein solches Zeichen – für Wien und weit darüber hinaus“, unterstreicht Baxant. Die Verbindung aus künstlerischer Intervention, historischer Einordnung und Bildungsangeboten sei beispielgebend für zukünftige Formen der Erinnerungskultur. „Wien zeigt einmal mehr, dass eine weltoffene und solidarische Stadt nicht vor ihrer Geschichte davonläuft, sondern sich ihr stellt und Verantwortung übernimmt. Dieses Mahnmal erinnert uns daran, wachsam zu bleiben und unsere demokratischen Werte jeden Tag aufs Neue zu verteidigen“, so Baxant abschließend.
(schluss)ip
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