• 11.06.2026, 11:10:32
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Grüne Wien/Berner ad Lueger-Denkmal: Auch ein gekippter Lueger bleibt ein Antisemit

Leichte Schrägstellung ist zu wenig – es fehlt klares Signal gegen Antisemitismus und adäquate Aufarbeitung.

Wien (OTS) - 

„Angesichts des erstarkenden Antisemitismus weltweit und auch in Wien ist es zu wenig, die Statue des umstrittenen ehemaligen Bürgermeisters Karl Lueger lediglich leicht zu kippen. Die Statue wirkt weiter als Werbeträger für diese Ideologie und sollte deshalb endlich von diesem zentralen Ort in Wien entfernt werden“, betont die Kultursprecherin der Grünen Wien, Ursula Berner, anlässlich der heutigen Präsentation des umgestalteten Lueger-Denkmals am Stubentor.

„Lueger war ein Antisemit, der mit seinen rassistischen und antisemitischen Reden jüdische Menschen gezielt zu Feindbildern gemacht hat. Nach seinen Reden kam es regelmäßig zu gewaltvollen Übergriffen auf Jüdinnen und Juden. Eine Stadt, die sich demokratischen und humanistischen Werten verpflichtet fühlt, kann solche Figuren im Jahr 2026 nicht ungebrochen öffentlich ehren“, so Berner.

Studierende, Wissenschaft, Anrainer:innen und die jüdische Community protestieren seit Jahren gegen die prominente Aufstellung im Zentrum der Stadt. „Dass dieser Mann im Jahr 2026 immer noch eine derart große Bühne im öffentlichen Raum erhält, ist für viele Jüdinnen und Juden ein Schlag ins Gesicht“, so Berner. International gibt es zahlreiche spannende Beispiele, die zeigen, wie zeitgemäß mit problematischen historischen Objekten im öffentlichen Raum umgegangen werden kann. Dazu zählen etwa die Colston Statue in Bristol oder das Museum in der Zitadelle Spandau in Berlin. (Stadt)Geschichte wird vermittelt, ohne die Figuren weiter als ehrenvolle Helden zu präsentieren.

Berner fordert ein attraktives, niederschwelliges und dauerhaftes Begleitprogramm, das Lueger endlich auch in seiner gesellschaftsspaltenden und demokratiegefährdenden Rolle sichtbar macht: „Es kann nicht im Sinne der Menschenrechtsstadt Wien sein, Lueger weiterhin als 20 Meter erhöhten Helden darzustellen. Es braucht ein deutliches Signal gegen Antisemitismus – etwa indem man die Statue in einem Skulpturengarten oder einem Museum mit anderen problematischen Denkmälern präsentiert, auf jeden Fall aber in Kontext gesetzt und erklärt. Außerdem braucht der Platz am Stubenring dringend einen neuen Namen“, so Berner abschließend.

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