• 11.06.2026, 10:31:32
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FPÖ-Fiedler: „Schwerkrankes Kind darf nicht an kalter Bürokratie scheitern“

Krankes Mädchen (12) kämpft gegen bürokratische Hürden

Sankt Pölten (OTS) - 

„Wenn ein schwer krankes, bettlägeriges und nicht transportfähiges Kind zur Prüfung vor Ort erscheinen soll, dann ist das unmenschlich, lebensfremd und ein Armutszeugnis für ein Bildungssystem, das sich gerne mit Inklusion, Chancengleichheit und dem Menschenrecht auf Bildung schmückt“, kommentiert FPÖ Niederösterreich Bildungssprecher LAbg. Helmut Fiedler den Fall eines schwerkranken Mädchens (12) aus NÖ, welches an M.E. leidet und zu Hause unterrichtet werden muss und an den starren Vorgaben des Bildungsministeriums zu scheitern droht.

Das Mädchen ist einer Mittelschule zugehörig und wurde in den vergangenen Jahren nach ärztlicher Bestätigung im Hausunterricht betreut. Der Lehrstoff wurde mit Hauslehrern bearbeitet, Leistungen wurden bislang zu Hause erbracht und von der Stammschule beurteilt. Nun soll dies offenbar nicht mehr möglich sein; stattdessen stehen Feststellungsprüfungen vor Ort im Raum. Mittlerweile „darf“ das Mädchen Prüfungen in digitaler Form ablegen, da es aber unter extremer Belastungsintoleranz bei Licht und Geräuschen leidet, ist auch dieses „Entgegenkommen“ keine Fairness, sondern kann den Zustand des Kindes sogar massiv verschlechtern.

„Wer von einem bettlägerigen Kind verlangt, eine Prüfungswoche vor Ort zu absolvieren, hat die Realität dieser Erkrankung nicht verstanden oder nimmt in Kauf, dass dieses Kind aus dem Bildungsweg gedrängt wird. Beides ist inakzeptabel“, stellt Fiedler klar.

Besonders bitter sei, dass es sich um ein leistungswilliges Kind handle, das im Rahmen seiner Möglichkeiten jahrelang mitgearbeitet und sogar Schularbeiten geschrieben habe. „Das Problem liegt sicherlich nicht beim Kind, das System ist das Problem“, so Fiedler.

Hier gehe es nicht um Privilegien, sondern um Fairness. Ein österreichisches Kind, das trotz schwerster Krankheit lernen wolle, dürfe nicht an Formalismen scheitern. „Echte Inklusion zeigt sich nicht in Sonntagsreden, sondern in solchen Fällen. Wenn ein krankes Kind wegen Bürokratie nicht in die nächste Schulstufe aufsteigen kann, dann versagt nicht das Kind, sondern das System.“

Die FPÖ Niederösterreich fordert daher eine rasche, unbürokratische und kindgerechte Lösung. Leistungsfeststellungen müssen bei medizinisch nachgewiesener Transportunfähigkeit auch außerhalb des Schulgebäudes möglich sein. Dafür brauche es klare rechtliche und organisatorische Vorgaben, damit bettlägerige schulpflichtige Kinder ohne kognitive Einschränkung nicht durch das Raster fallen. Die Mutter ist verzagt: „Meinem Kind wird nicht nur Bildung, sondern auch das letzte Stückchen Teilhabe, Zugehörigkeit und jegliche Zukunftsperspektive sowie Vertrauen ins System genommen.“

„Ein schwerkrankes Kind darf nicht Opfer von Zuständigkeitsdenken, Angst vor Verantwortung und kalter Bürokratie werden. Dieses Mädchen braucht keine Ausreden, sondern eine Perspektive. Es braucht die Chance, die vierte Klasse Mittelschule zu erreichen. Ihr Leben ist schwer genug, der Staat darf es nicht noch schwerer machen“, betont Fiedler abschließend.

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