- 10.06.2026, 10:01:07
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- OTS0055
KHM-Kuratorium spricht Geschäftsführung das Vertrauen aus
- Rechtliche Überprüfung ergab keine Hinweise auf Mobbing/Bossing durch die Geschäftsführung bzw. auf Compliance-Verfehlungen.
- Kuratorium fordert von Geschäftsführung Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation im notwendigen laufenden Change Prozess.
In einer außerordentlichen Sitzung hat das Kuratorium des KHM-Museumsverbandes am Montagabend (8.6.2026) das Gutachten von Sieglinde Gahleitner behandelt. Gahleitner ist eine ausgewiesene Arbeitsrechtsexpertin und Verfassungsrichterin. Sie wurde Ende März vom Kuratorium mit der Untersuchung der Mobbing-/Bossing-Vorwürfe gegen die Geschäftsführung des KHM-Museumsverbandes beauftragt, die von Veronika Sandbichler, Direktorin am Schloss Ambras Innsbruck, und ihrem Rechtsvertreter auch öffentlich vorgebracht worden waren.
Zur Erstellung des Gutachtens befragte Gahleitner sowohl Frau Sandbichler, die beiden Geschäftsführer Jonathan Fine und Paul Frey, den Betriebsrat, den externen Team-Coach in Schloss Ambras, aktive und ehemalige Mitarbeiter:innen, insgesamt mehr als 30 Personen, und analysierte vorgelegte Unterlagen und Emailverkehr.
In ihrer Analyse des Sachverhaltes kommt Gahleitner zu dem Schluss, dass die Vorwürfe von Veronika Sandbichler nicht als Mobbing oder Bossing der Geschäftsführung angesehen werden können. Die Geschäftsführer haben auf interne und externe Beschwerden reagiert, die Ende 2024/Anfang 2025 Defizite im Führungsverhalten von Sandbichler thematisierten. Die im Laufe des Jahres 2025 angestrebte Verbesserung der Teamsituation und der wirtschaftlichen Situation in Schloss Ambras durch Erarbeitung einer effizienteren Organisationsstruktur und einer neuen inhaltlichen Ausrichtung führten jedoch zu keinem Ergebnis. In der Kommunikation zwischen der Geschäftsführung und Frau Sandbichler gab es von Anfang 2025 an immer wieder Missverständnisse und später auch Konflikte. Im Jänner 2026 äußerte Sandbichler dann den Wunsch nach einer einvernehmlichen Lösung des Dienstverhältnisses.
Im Gutachten hat Gahleitner auch die Vorwürfe geprüft, die gegen Paul Frey gerichtet waren. Die behaupteten Verfehlungen haben sich als völlig haltlos erwiesen.
Die Kommunikation mit einigen Mitarbeitenden in der Übergangsphase zwischen Sabine Haag und Jonathan Fine verlief dem Gutachten zu Folge nicht optimal, dies vor allem im Zusammenhang mit der Beendigung von Dienstverhältnissen einiger weniger Führungskräfte. Daran wurde von drei Personen nachvollziehbar Kritik geäußert. Die aktiven Beschäftigten haben sich hingegen überwiegend positiv über das Klima, die Bestrebungen zur Modernisierung des Hauses und die notwendigen Veränderungsprozesse geäußert.
Auf Basis des Berichts und der entsprechenden Erläuterungen durch Gahleitner hat das Kuratorium in seiner Sitzung den Geschäftsführern Jonathan Fine und Paul Frey einstimmig das Vertrauen ausgesprochen.
Kuratoriumsvorsitzende Ulrike Baumgartner-Gabitzer: „Die rechtliche Aufarbeitung der Vorwürfe ist nun abgeschlossen. Nach Ansicht der Gutachterin wurde im vorliegenden Fall kein prozesshaftes, über längere Zeit hindurch systematisches Ausgrenzen von Frau Sandbichler mit dem Ziel des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis festgestellt. Das wäre Mobbing/Bossing. Jedenfalls ist die Kommunikation zwischen den Geschäftsführern und Frau Sandbichler in einer schwierigen betrieblichen Situation schlecht gelaufen. Das Kuratorium hat die Geschäftsführung daher aufgefordert, die Kommunikationsbemühungen insgesamt zu verstärken, um den notwendigen Change Prozess und weitere Reformschritte besser zu begleiten und in der Zukunft weiterzuentwickeln.“
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Pressesprecher
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