- 09.06.2026, 06:00:32
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Fußball WM 2026: Sportwetten boomen – Regulierung hinkt hinterher
Sportwetten erleben anlässlich der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft einen verstärkten Boom. Das große Angebot, die Verfügbarkeit rund um die Uhr, die massive Werbung und die Aussicht auf Gewinne locken viele Sportbegeisterte. Zusätzlich ermöglichen Online-Plattformen neue technische Gestaltungselemente, die die Aufmerksamkeit der Spielenden länger binden und eine häufigere Teilnahme begünstigt.
Was für viele ein harmloser Zeitvertreib ist, entwickelt sich für eine wachsende Zahl von Personen zu einem ernsthaften Risiko - mit Folgen wie Schulden, psychischen Problemen und problematischem Spielverhalten bis hin zur Glücksspielsucht.
Sportwetten ist Glücksspiel
Sportwetten sind aufgrund ihrer zufallsbasierten Natur und des Einsatzes von Geld eindeutig als Glücksspiel einzustufen. Umfangreiche Forschungsergebnisse belegen eindeutig das hohe Suchtpotenzial von Sportwetten und die damit verbundenen schwerwiegenden negativen Auswirkungen (siehe Bericht).
Eine internationale Expert:innengruppe hat in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet Glücksspiel – einschließlich Sportwetten – als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit eingestuft (siehe Artikel). Laut aktuellen Berichten weisen in Österreich rund 300.000 Personen zumindest ein problematisches Glücksspielverhalten auf, wobei Sportwetten in den zugrunde liegenden Erhebungen als Teil des Glücksspielbereichs erfasst sind (siehe Epidemiologiebericht S.87-92). Auch Behandlungszahlen aus unterschiedlichen österreichischen Suchthilfeeinrichtungen zeigen, dass die Zahl der Sportwettenden, die professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, kontinuierlich ansteigt.
Sportwetten in Österreich
In Österreich bestehen nach wie vor gesetzliche Lücken: Sportwetten gelten rechtlich nicht als Glücksspiel und unterliegen damit keiner bundesweiten Regulierung. Damit steht die rechtliche Sonderstellung von Sportwetten im Widerspruch zur tatsächlichen Risikolage und zu internationalen Empfehlungen. Eine Gleichstellung mit anderen Formen des Glücksspiels ist notwendig, um wirksame Prävention, klare Kontrollen und besseren Jugend- und Spieler:innenschutz sicherzustellen. Grundlagen für eine zeitgemäße Regulierung, die sich an internationalen Standards und am Schutz der Bevölkerung orientiert, wurden in einem Maßnahmenkatalog veröffentlicht.
Rückfragen und Kontakte:
Steiermark:
Fachstelle Glücksspielsucht Steiermark
https://www.fachstelle-gluecksspielsucht.at
Dr.in Monika Lierzer: [email protected] 0664/9643692
Drogenberatung Graz
[email protected], +43 0316 32 60 44
Bezirk Leoben:
Suchtberatung Obersteiermark
Kamil Kaminski: [email protected] 0664/4507173
Bezirk Murtal und Liezen:
PSN Psychosoziales Netzwerk gemeinnützige GmbH
Sucht- und Drogenberatung Oberes Murtal / Liezen/Gröbming
Mag. Gernot Hilberger: [email protected], 0800/311 63 31; 0800/311 63 36
Kärnten:
Spielsuchtambulanz de La Tour Villach
Dr. Hannes Rieger: [email protected], +43 4242 24368
Beratungsstelle S.U.S. – substanzungebundene Süchte, Klagenfurt am Wörthersee
Mag.a (FH) Kerstin Fanzott, Mag.a Petra Hinteregger, [email protected], 0664 243 2271
Oberösterreich:
Spielsuchtberatungsstelle der Stadt Wels
[email protected], +43 7242 295 85
Spielsuchtambulanz pro mente
Karlheinz Staudinger, MSc: [email protected], +43 5 / 768087-39571
Schuldnerhilfe OÖ
Spielsuchtberatung, Selbsthilfegruppe
Mag. Alexandra Köchle: [email protected], 0732 77 77 34 0
Salzburg:
Fachstelle Suchtprävention akzente-Salzburg
Mag. Gerald Brandtner: [email protected], +43/664/54 107 53
Wien:
Ambulante Behandlungseinrichtung Spielsuchthilfe Wien
[email protected], +43 1 5441357
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