• 08.06.2026, 14:32:03
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Entgelttransparenz: Warum Unternehmen jetzt handeln sollten

Christina Wieser, Director bei BDO und Expertin für Corporate
Governance und Vergütung.
Wien (OTS) - 

Der nun vorliegende Entwurf zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Österreich erhöht den Handlungsdruck für Unternehmen. Eine frühzeitige Befassung mit Karriere- und Vergütungsstrukturen stellt nicht nur die Compliance sicher, sondern stärkt auch Mitarbeitendenbindung, Arbeitgeber:innenattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit.

Mit 7.6.2026 ist die Frist für die nationale Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie verstrichen. Wie das Gros der EU-Mitgliedstaaten haben auch Österreich und Deutschland die Direktive bislang nicht in nationales Recht umgesetzt. Doch einen Tag vor Ablauf der Frist hat das österreichische Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz einen ersten, vieldiskutierten Entwurf zur Umsetzung für die politische Koordination vorgelegt. Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen zeichnet sich bereits jetzt ab: Gerade für Unternehmen im deutschsprachigen Raum bedeutet die geplante Ausweitung der Entgelttransparenz einen Kultur- und Paradigmenwechsel.

„Lohn- und Gehaltsstrukturen werden durch die regulatorischen Anforderungen intensiver zu diskutieren, zu begründen und zu dokumentieren sein. Wer sich jetzt proaktiv und strukturiert vorbereitet, schafft Planungssicherheit und stärkt zugleich das Vertrauen in die Organisation“, betont Christina Wieser, Director bei BDO und Expertin für Corporate Governance und Vergütung.

Hürden und Chancen

Die Entgelttransparenzrichtlinie verpflichtet Unternehmen dazu, gleiche oder gleichwertige Arbeit nach objektiven, geschlechtsneutralen Kriterien zu bewerten und Vergütungsunterschiede nachvollziehbar zu begründen. Für Unternehmen ab 100 Arbeitnehmenden besteht künftig die Pflicht zur Erstellung eines Entgeltberichts. Potenzielle Herausforderungen in der praktischen Umsetzung könnten in historisch gewachsenen Vergütungsstrukturen, subjektiven Rollen- und Levelzuordnungen und nicht transparent dokumentierten Lohn- bzw. Gehaltsentscheidungen begründet sein. Gleichzeitig bietet die erforderliche Analyse die Chance, die Qualität von Vergütungs- und Karriereentscheidungen langfristig zu verbessern, mit messbarer, positiver Wirkung auf Produktivität und Mitarbeitendenbindung.

Impact und Roadmap

Entgelttransparenz entwickelt demnach über das Schließen des Gender-Pay-Gaps hinaus starke Zugkraft: „Klare Vergütungssysteme und eine objektivierte Laufbahnentwicklung stärken das Vertrauen der Mitarbeitenden in das Unternehmen, leisten einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Fluktuation und steigern insgesamt die Performance“, erläutert die Expertin. Unternehmen sollten die Entgelttransparenz daher nicht einzig als regulatorisches Pflichtprogramm betrachten, sondern den strategischen Mehrwert einer nachvollziehbaren Vergütungs- und Laufbahnarchitektur nutzen. Damit dies gelingt, ist es anzuraten, zeitnah bestehende Entgeltsysteme zu analysieren und eine belastbare Grundlage für die spätere Umsetzung zu schaffen.


BDO Roadmap für eine praxisnahe Umsetzung:

  • Governance- und Entscheidungsstrukturen festlegen
  • Vergütungskriterien auf Transparenz, Konsistenz und Objektivität prüfen
  • Entgeltunterschiede identifizieren und bewerten
  • Rekrutierungs- und Nachfolgeprozesse evaluieren
  • Führungskräfte, Mitarbeitende und Betriebsrat sensibilisieren

Rückfragen & Kontakt

BDO Austria GmbH
Carina Fuchs
Telefon: +43 5 70 375 - 1591
E-Mail: [email protected]

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