- 03.06.2026, 13:43:03
- /
- OTS0140
Jetlag und extreme Hitze bei der WM: Wie ein Grazer Arzt das ÖFB-Team fit macht
Michael Fiedler, Oberarzt im AUVA-UKH Steiermark in Graz und Teamarzt des ÖFB-Fußballnationalteams, bereitet sich auf die WM in den USA vor

Wenn das ÖFB-Nationalteam in den kommenden Tagen in das Abenteuer Fußball-WM startet, beginnt für Dr. Michael Fiedler die kritischste Phase. Der Oberarzt des AUVA-UKH Steiermark in Graz trägt als Teamarzt die medizinische Verantwortung für die Fitness der rot-weiß-roten Stars bei Hitze und Jetlag. Neun Stunden Zeitverschiebung zum Team-Camp in Santa Barbara, mögliche extreme Hitzeschlachten und eine bei entsprechendem Turnierverlauf notwendige Höhenanpassung in Mexiko fordern den Unfallchirurgen und Sportmediziner massiv.
„Unser Tag beginnt im Morgengrauen mit der Bestimmung der CK-Blutwerte. Nur so können wir dem Trainerteam um Ralf Rangnick genaue Empfehlungen für die Trainingssteuerung geben“, erklärt Fiedler. Die sogenannten "Hitzeprotokolle" sind für das Überstehen der Gruppenphase genauso entscheidend wie die Taktik auf dem Rasen. Im Vorfeld bedurfte es zudem enormer logistischer Planungen, da zwischen den einzelnen amerikanischen Spielorten teils erhebliche Temperatur- und Zeitzonen-Unterschiede existieren.
Die eigentliche Bewährungsprobe begann für den Teamarzt jedoch schon in den vergangenen Monaten. Bereits während der Lehrgänge lag der Fokus auf präziser Diagnostik und dem nahtlosen Zusammenspiel mit der Sportwissenschaft. „Unsere Aufgabe geht weit über den Einsatz bei den Spielen hinaus“, so Fiedler. „Es geht um akribische Präventionsarbeit, Rehabilitationstraining und die perfekte Abstimmung der Ernährung, für die in unserem Betreuerstab Martin Rinderer verantwortlich zeichnet.“
Dass Fiedler genau weiß, wie Fußballer ticken, verdankt er seinen tiefen Wurzeln im Grazer Sport. Er betreut seit zwölf Jahren den SK Sturm Graz, davor die 99ers und den ATSE, darüber hinaus die Basketballer der Fürstenfeld Panthers sowie die Alpin-Damen des ÖSV.
Seit 2012 steht er in den Diensten des ÖFB, wo er als Nachwuchsteamarzt begann. „Es erfüllt mich mit unglaublichem Stolz, dass ich Spieler wie Xaver Schlager, Konny Laimer, Patrick Pentz, Niki Seiwald, ‚Prassi‘ (Alexander Prass, Anm.), Florian Wiegele und Alessandro Schöpf teils schon kenne, seit sie 14 Jahre alt sind“, sagt der Steirer. Dass er sie nun auf der größten Bühne des Weltfußballs medizinisch verantwortet, ist der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn.
Trotz des WM-Fiebers bleibt die Verbindung in die Heimat eng: Der Spagat zwischen dem anspruchsvollen 24/7-Spitalsbetrieb im UKH Steiermark und dem mehrwöchigen Turnier auf der anderen Seite der Welt funktioniert nur durch ein starkes Team in Graz und die volle Rückendeckung der AUVA: „In Zeiten wie diesen ist das nicht selbstverständlich“, so Fiedler.
Auf das Abschneiden des ÖFB-Teams bei der WM angesprochen meint Fiedler: „Die Erwartungshaltungen der ganzen österreichischen Nation sind sehr hoch, auch unsere sind sehr hoch. Das Minimalziel muss einmal das Überstehen der Gruppenphase sein.“
Im Fußball sei schließlich, genau wie im Schockraum, alles eine Frage des Teamworks: „Wichtig ist, dass wir als Familie, zu der wir uns entwickelt haben, das Bestmögliche geben. Wenn man in einen Flow kommt, warum soll es nicht ganz weit gehen?“
Rückfragen & Kontakt
AUVA - Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
Christoph Luke
Telefon: +43 676 833 95 4082
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.auva.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAU






