- 03.06.2026, 08:16:32
- /
- OTS0014
Deloitte & ÖHV Tourismusbarometer 2026: Tourismus kämpft mit sinkenden Gewinnen trotz guter Auslastung
Volle Betten allein reichen für viele Tourismusbetriebe längst nicht mehr aus, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Das zeigt der aktuelle Tourismusbarometer 2026 von Deloitte und ÖHV. Steigende Kosten, eine hohe Steuer- und Abgabenlast sowie die geopolitischen Unsicherheiten rund um den Krieg im Nahen Osten setzen die Ertragskraft vieler Betriebe weiter unter Druck. Dieses herausfordernde Umfeld bringt die Betriebe dazu, ihre Geschäftsmodelle zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
Jährlich analysieren Deloitte Österreich und die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) den Status quo des österreichischen Tourismus. In diesem Jahr teilten rund 230 Touristikerinnen und Touristiker aus ganz Österreich ihre Sicht auf die aktuelle Lage. Dabei zeigt sich: Trotz guter Buchungszahlen bleibt die Stimmung in den Betrieben verhalten.
„Die allgemeine wirtschaftliche Lage in der Branche wird von den Tourismusbetrieben mit einer Note von 3,2 bewertet – damit hat sich die Stimmung gegenüber dem Vorjahr nochmals verschlechtert. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate sind durchwachsen: Fast jeder zweite Betrieb erwartet eine weitere Verschlechterung. Das unterstreicht den wirtschaftlichen Druck“, erklärt Andreas Kapferer, Partner bei Deloitte in Tirol.
Hohe Kosten belasten die Ertragskraft
Trotz steigender Nächtigungszahlen bleibt bei vielen Tourismusbetrieben deutlich weniger Gewinn übrig als erhofft. Denn hohe Betriebs-, Energie- und Personalkosten sowie die Steuer- und Abgabenlast strapazieren die Ertragslage spürbar. Bei jedem zweiten Betrieb hat sich der Gewinn in den vergangenen drei Jahren schwächer entwickelt als der Umsatz – auf Dauer eine problematische Schieflage. Zusätzliche Unsicherheit bringt der Konflikt im Nahen Osten: Neun von zehn Betrieben rechnen infolge der geopolitischen Lage mit einer weiteren Kostensteigerung.
„Wenn die Ergebnisse der vergangenen zwölf Monate negativ bewertet werden, wenn fast die Hälfte für die kommenden zwölf Monate skeptisch sind und kein einziges Unternehmen einen Lichtblick sieht, dann haben wir nicht ein Problem, sondern viele. Dieses Land braucht vitale Unternehmen, die an die Zukunft glauben und investieren. An einer Standort- und Strukturreform führt kein Weg vorbei, um wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wiederherzustellen“, betont Markus Gratzer, Generalsekretär der ÖHV.
Leicht entspannt hat sich hingegen die Verfügbarkeit von Arbeitskräften: Die Betriebe vergeben hierfür die Note 3,0 (VJ: 3,3). Dennoch haben 62 % der befragten Betriebe derzeit noch offene Stellen zu besetzen.
Transformation wird zur Notwendigkeit
Der wirtschaftliche Druck hinterlässt zunehmend Spuren in der Tourismusbranche und zwingt viele Betriebe dazu, sich neu aufzustellen. Besonders die Optimierung der Kostenstruktur (76 %) sowie effizientere Betriebsprozesse (56 %) stehen derzeit weit oben auf der Prioritätenliste. Parallel verändern sich auch die Gästebedürfnisse: „Bereits 63 % der Betriebe berichten von rückläufigen Nebenausgaben. Gespart wird von den Urlauberinnen und Urlaubern vor allem in der Gastronomie, aber auch bei Wellnessangeboten und Upgrades zeigen sich viele zurückhaltender“, erklärt Markus Gratzer.
Viele Betriebe reagieren bereits mit konkreten Veränderungen: Mehr als zwei Drittel haben ihr Geschäftsmodell angepasst oder planen entsprechende Schritte in naher Zukunft. „Die Bedürfnisse der Gäste verändern sich spürbar – und damit auch die Anforderungen an die Betriebe. Der Tourismus war immer eine wandlungsfähige Branche, doch aktuell gewinnt diese Anpassungsfähigkeit nochmals an Bedeutung. Transformation ist heute keine Option mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung, um langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich zu bleiben“, so Andreas Kapferer abschließend.
Zum Download:
Studie Tourismusbarometer 2026
Foto Andreas Kapferer Credits Die Fotografen
Foto Markus Gratzer Credits Bernhard Raab
Deloitte Österreich ist der führende Anbieter von Professional Services. Mit rund 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 17 Standorten werden Unternehmen und Institutionen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting, Financial Advisory und Risk Advisory betreut. Kundinnen und Kunden profitieren von der umfassenden Expertise sowie tiefgehenden Branchen-Insights. Deloitte Legal und Deloitte Digital vervollständigen das umfangreiche Serviceangebot. Deloitte versteht sich als smarter Impulsgeber für den Wirtschaftsstandort Österreich. Der Deloitte Future Fund setzt Initiativen im gesellschaftlichen und sozialen Bereich. Als Arbeitgeber verfolgt Deloitte den Anspruch, "Best place to work" zu sein. Mehr unter www.deloitte.at.
Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited („DTTL“), dessen globales Netzwerk von Mitgliedsunternehmen und deren verbundene Unternehmen innerhalb der „Deloitte Organisation“. DTTL („Deloitte Global“), jedes ihrer Mitgliedsunternehmen und die mit ihnen verbundenen Unternehmen sind rechtlich selbstständige, unabhängige Unternehmen, die sich gegenüber Dritten nicht gegenseitig verpflichten oder binden können. DTTL, jedes DTTL Mitgliedsunternehmen und die mit ihnen verbundenen Unternehmen haften nur für ihre eigenen Handlungen und Unterlassungen. DTTL erbringt keine Dienstleistungen für Kundinnen und Kunden. Weitere Informationen finden Sie unter www.deloitte.com/about.
Deloitte Legal bezieht sich auf die ständige Kooperation mit Jank Weiler Operenyi, der österreichischen Rechtsanwaltskanzlei im internationalen Deloitte Legal Netzwerk.
Rückfragen & Kontakt
Deloitte Österreich
Mag. Armin Nowshad
Telefon: +43 1 537 00 8556
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | DEL






