- 02.06.2026, 12:02:33
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Equal Pay: BPW Austria fordert Lohntransparenz ohne Schlupflöcher
EU-Richtlinie ist bis 7. Juni umzusetzen – BPW Austria warnt vor Verzögerung und Verwässerung: „Nicht Transparenz ist das Problem, sondern ungerechte Bezahlung.“
Die EU-Lohntransparenzrichtlinie 2023/970 muss bis 7. Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. In Österreich liegt wenige Tage vor Ablauf der Frist noch kein finaler Gesetzesentwurf vor. BPW Austria fordert die Bundesregierung auf, die Umsetzung rasch, wirksam und ohne Schlupflöcher vorzulegen.
„Österreich hatte drei Jahre Zeit. Diese Frist darf nicht ungenützt verstreichen“, sagt Rita Volgger, Präsidentin von BPW Austria. „Gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit ist kein freiwilliges Goodwill-Thema, sondern ein Grundrecht. Wer Lohntransparenz verzögert oder verwässert, nimmt in Kauf, dass Frauen weiterhin strukturell benachteiligt werden.“
Transparenz ist keine Bürokratie – sie ist Voraussetzung für Fairness
In der aktuellen öffentlichen Debatte wird Lohntransparenz immer wieder als zusätzlicher Verwaltungsaufwand dargestellt. BPW Austria hält dem entschieden entgegen: Transparenz schafft keine Ungleichheit – sie macht bestehende Ungleichheit sichtbar und damit korrigierbar.
„Wenn über Preise, Bilanzen, Leistungskennzahlen und Produktivität selbstverständlich gesprochen wird, darf ausgerechnet beim Einkommen nicht plötzlich Schweigen zur Tugend erklärt werden“, so Volgger. „Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Transparenz unbequem ist. Die Frage lautet: Was soll unsichtbar bleiben – und warum?“
Lohntransparenz bedeutet nicht, dass alle Gehälter öffentlich gemacht werden. Sie bedeutet, dass Beschäftigte nachvollziehen können, nach welchen Kriterien bezahlt wird, ob gleichwertige Arbeit gleich entlohnt wird und welche Rechtsmittel bei Diskriminierung bestehen. Das ist weder Neid noch Misstrauen – das ist Rechtsstaatlichkeit im Arbeitsleben.
Faire Löhne sind auch gute Wirtschaftspolitik
BPW Austria betont, dass Lohntransparenz nicht gegen Unternehmen gerichtet ist. Im Gegenteil: Faire und nachvollziehbare Gehaltsstrukturen stärken Arbeitgeberattraktivität, Mitarbeiterbindung und Vertrauen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können es sich Unternehmen nicht leisten, qualifizierte Frauen durch intransparente oder ungerechte Entlohnung zu verlieren.
„Wer Frauen fair bezahlt, gewinnt Talente, Loyalität und Führungspotenzial“, sagt Volgger. „Equal Pay ist kein Kostenfaktor, sondern ein Standortfaktor. Unternehmen, die Transparenz ernst nehmen, positionieren sich als moderne, faire und zukunftsfähige Arbeitgeber.“
Internationale Studien zeigen seit Jahren den Zusammenhang von Diversität, Frauen in Führungspositionen und wirtschaftlichem Erfolg.
BPW Austria fordert klare Regeln und wirksame Durchsetzung
BPW Austria fordert von der Bundesregierung eine vollständige, fristgerechte und wirksame Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie – mit klaren Berichtspflichten, verständlichen Informationsrechten, wirksamen Kontrollen und Sanktionen sowie ohne Schlupflöcher, die Transparenz faktisch wieder aushebeln.
„Equal Pay ist kein Symbolthema, sondern eine Frage von Fairness, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlicher Vernunft. Jetzt braucht es klare Rechte, wirksame Transparenz und konsequente Durchsetzung.“
Quellenhinweis:
EU-Richtlinie 2023/970; ORF/ZIB 2 vom 31.05.2026; Europäische Kommission; EIGE; Statistik Austria; McKinsey „Diversity Matters Even More“.
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