- 02.06.2026, 12:00:02
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ÖPDL warnt vor Kürzungen bei Beschäftigungssicherungsmaßnahmen und fordert Umdenken bei Budgetverhandlungen
Geplanten drastischen Einsparungen beim sog. „AMS-Zwischenparken“ birgt enorme Risiken für Arbeitsmarktintegration, Wettbewerbsfähigkeit und Standort
Der Verband Österreichischer Personaldienstleister (ÖPDL) warnt vor den geplanten Einsparungen bei arbeitsmarktpolitischen Beschäftigungssicherungsmaßnahmen im Rahmen des Doppelbudgets 2027/2028. Nach Einschätzung der Branche könnten die vorgesehenen Kürzungen nicht nur die Arbeitsmarktintegration erschweren, sondern auch den Fachkräftemangel verschärfen und die Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Unternehmen beeinträchtigen.
Die Bundesregierung plant laut aktuellen Budgetgesprächen Einsparungen von rund 200 Millionen Euro jährlich in einem Bereich, der Unternehmen bei vorübergehenden Auftragsschwankungen unterstützt und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern den raschen Wiedereinstieg in Beschäftigung ermöglicht. „Arbeitsmarktpolitik darf nicht kurzfristigen Sparzielen geopfert werden. Wer funktionierende Brücken zwischen Arbeitslosigkeit und Beschäftigung abbaut, riskiert langfristig höhere Belastungen für den Staat und weniger Chancen für Arbeitssuchende“, erklärt ÖPDL-Präsident Roland Fürst.
Mehr als die Hälfte der Zeitarbeiter:innen kommt direkt aus der Arbeitslosigkeit
Die Personaldienstleistungsbranche sieht sich als wichtiger Integrationsmotor am österreichischen Arbeitsmarkt. Nach Branchenangaben kamen im Jahr 2025 mehr als 51 Prozent der über Personaldienstleister beschäftigten Menschen unmittelbar aus der Arbeitslosigkeit. Jeder fünfte Beschäftigte wechselte anschließend in ein dauerhaftes Dienstverhältnis. „Personaldienstleister übernehmen für viele Menschen die Rolle eines ersten Wiedereinstiegs in den Arbeitsmarkt. Werden bewährte Instrumente eingeschränkt, verlängern sich Arbeitslosigkeitsphasen und Unternehmen verlieren an Flexibilität“, so Fürst.
Negative Auswirkungen auf Industrie, Bau, Tourismus und Pflege
Von den geplanten Änderungen könnten insbesondere Branchen betroffen sein, die auf flexible Personalmodelle angewiesen sind. Dazu zählen Industrie, Bauwirtschaft, Tourismus sowie der Gesundheits- und Pflegebereich. Nach Einschätzung des ÖPDL würden zusätzliche finanzielle Belastungen und administrative Hürden die Beschäftigungskosten erhöhen und Unternehmen in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten Handlungsspielräume nehmen.
Besonders kritisch bewertet die Branche die möglichen Auswirkungen auf das Gesundheits- und Pflegesystem. Viele Einrichtungen seien auf flexible Personallösungen angewiesen, um Personalengpässe, Krankenstände und kurzfristige Ausfälle abzufedern. „Die Versorgungssicherheit hängt zunehmend davon ab, wie rasch qualifiziertes Personal dort eingesetzt werden kann, wo es gebraucht wird. Flexible Beschäftigungsmodelle sind daher längst ein wesentlicher Bestandteil moderner Pflege- und Gesundheitsversorgung“, betont ÖPDL-Vorstandsmitglied Karin Hamminger.
Weiterbildung und Qualifizierung nicht gefährden
Der Verband verweist außerdem auf die Bedeutung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Über den Sozial- und Weiterbildungsfonds der Branche werden Beschäftigte in auftragsärmeren Zeiten gezielt qualifiziert. „Österreich diskutiert seit Jahren über Fachkräftemangel. Gleichzeitig dürfen wir Instrumente, die Qualifizierung und Beschäftigung sichern, nicht schwächen. Weiterbildung ist ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit unseres Arbeitsmarktes“, so Hamminger.
Fokus auf Bekämpfung von Missbrauch statt auf Einschränkung bewährter Modelle.
Der ÖPDL verweist darauf, dass die Arbeitskräfteüberlassung in Österreich bereits umfassend gesetzlich geregelt ist. Statt bestehende Beschäftigungsinstrumente einzuschränken, sollte der Fokus nach Ansicht des Verbandes stärker auf die Bekämpfung von Sozialbetrug und missbräuchlichen Unternehmenskonstruktionen gelegt werden. Der Verband appellierte daher in einem offenen Brief an Bundesregierung und Sozialpartner, die geplanten Einsparungs-Maßnahmen im Bereich des „AMS-Zwischenparkens“ nicht umzusetzen. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht Österreich mehr Beschäftigungsperspektiven und weniger Hürden für Unternehmen und Arbeitnehmer. Arbeitsmarktpolitik muss Beschäftigung fördern – nicht erschweren“, so Fürst abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Verband Österreichs Personaldienstleister
Generalsekretärin Julia Labenz
Telefon: +43 664 141 66 44
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.personaldienstleister.at/
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