• 02.06.2026, 11:34:02
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Zukunftsforum Grünes Gas: „Jetzt die Weichen für Biomethan und Wasserstoff stellen“

Wien (OTS) - 

Die Gaswirtschaft ist bereit, die Energiewende mit Biomethan und Wasserstoff voranzutreiben. Damit Österreich seine Klimaziele erreichen und gleichzeitig Versorgungssicherheit gewährleisten kann, braucht es jetzt die entsprechenden politischen und regulatorischen Entscheidungen.

Die Energieversorgung Österreichs muss schrittweise von fossilem Erdgas auf erneuerbare Gase wie Biomethan und Wasserstoff umgestellt werden. Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie: „Grüne Gase wie Wasserstoff oder Biomethan werden in einem klimaneutralen Energiesystem eine zentrale Rolle spielen, aber dort, wo sie wirklich gebraucht werden: in der Industrie, bei Hochtemperaturprozessen, in Gaskraftwerken und bei der saisonalen Speicherung. Biomethan ist dabei ein besonders wichtiger Baustein, weil die Technologie verfügbar ist, bestehende Infrastruktur genutzt werden kann und regionale Wertschöpfung entsteht. Wasserstoff wiederum wird langfristig vor allem für industrielle Anwendungen und als strategischer Energieträger entscheidend sein. Damit aus Potenzial Realität wird, braucht es jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, planbare Erlöse und konkrete Projekte. Genau hier setzen wir mit dem Erneuerbares-Gas-Gesetz, dem Wasserstoffförderungsgesetz, dem neuen Gaswirtschaftsgesetz und der Transformation der Industrie an. Unser Ziel ist klar: Wir wollen bis 2030 die Biomethanproduktion ankurbeln, den Hochlauf von erneuerbarem Wasserstoff vorantreiben und gleichzeitig jene Betriebe unterstützen, die bei der Dekarbonisierung vor den größten Herausforderungen stehen. Denn Klimaneutralität gelingt nur, wenn wir Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und industrielle Stärke zusammendenken“, so Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.

Biomethan: EGG als Grundlage für den Markthochlauf

Bei Biomethan fordern die Gasversorger die rasche Umsetzung des Erneuerbaren-Gase-Gesetzes (EGG). Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht die Förderung von einer Terawattstunde Biomethan vor und soll Investitionssicherheit für neue Projekte schaffen.
Welche volkswirtschaftlichen Potenziale im Ausbau von Biomethan liegen, zeigt eine aktuelle Studie der Servicestelle Erneuerbare Gase (SEG): Demnach könnte der Ausbau der heimischen Biomethan-Produktion mehr als 1,2 Milliarden Euro zusätzliche Bruttowertschöpfung generieren und tausende Arbeitsplätze schaffen. Gleichzeitig entstehen erhebliche Steuer- und Abgabeneinnahmen für die öffentliche Hand. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Studie des Energieinstituts der Johannes-Keppler-Universität in Linz im Auftrag des Fachverbands Gas Wärme (FGW), wonach ein Großteil der Wertschöpfung entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Österreich bleibt.

Wasserstoff: Infrastruktur und Finanzierung jetzt absichern

Während beim Biomethan vor allem die Produktion im Fokus steht, geht es bei der Gewinnung von Wasserstoff um den Aufbau eines neuen Energiesystems: Die Gaswirtschaft fordert dafür rasche Entscheidungen und die Schaffung klarer Rahmenbedingungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Im Fokus steht dabei der Aufbau der H2-Infrastruktur und deren Finanzierung. Wasserstoff wird insbesondere als Energieträger für die Industrie sowie zur Absicherung des Energiesystems während sogenannter Dunkelflauten eine wichtige Rolle spielen.
Peter Weinelt, Obmann des Fachverbands Gas Wärme: „Die Gaswirtschaft ist bereit, massiv in den Umbau bestehender Gassysteme zu investieren. Unser Ziel ist es beispielsweise die Gasversorgung für Betriebe schrittweise auf den Betrieb mit Wasserstoff umzustellen. Was es jetzt noch dafür braucht, sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Gaswirtschaftsgesetz sowie das Erneuerbaren Gase Gesetz.“

Zukunftsforum unter dem Motto „Zwischen Aufbruch und Umbruch“

Wie diese Rahmenbedingungen aussehen müssen und welche Lehren aus internationalen Entwicklungen gezogen werden können, diskutieren beim Zukunftsforum Grünes Gas 2026 hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung. Unter dem Motto „Zwischen Aufbruch und Umbruch“ stehen unter anderem Marktstrategien für Biomethan und Wasserstoff, internationale Best-Practice-Beispiele sowie die Rolle Grüner Gase im zukünftigen Energiesystem auf dem Programm. Auch ein hochkarätig besetzter Politik-Talk widmet sich den notwendigen energiepolitischen Weichenstellungen für Österreich.

Europas Vorreiter bei Wasserstoff

Einige Länder in Europa haben beim Aufbau ihrer Wasserstoffwirtschaft bereits wichtige Schritte gesetzt. So treiben die Niederlande und Frankreich den Ausbau ihrer Wasserstoffinfrastruktur konsequent voran. Spanien und Italien nutzen ihre günstigen Bedingungen für die Erzeugung von grünem Wasserstoff.
„Deutschland hat schon einen ersten Teil seines Wasserstoff-Kernnetzes in Betrieb genommen“, sagt Stefan Wagenhofer, Präsident der ÖVGW, der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach. Die erste rund 400 Kilometer lange Pionier-Leitung reicht von der Ostsee bis nach Sachsen-Anhalt. „Die Erfahrung zeigt uns: Neue Energiesysteme sind keine Selbstläufer. Es braucht große Anstrengungen und Unterstützung. Wir Netzbetreiber sind bereit, den ersten Schritt zu gehen. Jetzt braucht es auch die notwendigen Entscheidungen der Politik für ein GWG, das auch eine langfristige Finanzierung sicherstellt“, sagt Wagenhofer anschließend.

Über Gas

Gas nimmt in der umweltbewussten Energieversorgung eine Schlüsselrolle ein: Die Energie der Zukunft lässt sich effizient und komfortabel fürs Heizen, die Warmwasserbereitung, Kälte- und Stromerzeugung und als Kraftstoff für Automobile einsetzen. Gas verbrennt ohne Feinstaub und Partikel und ist damit der emissionsärmste fossile Energieträger. Mit Biomethan aus biogenen Reststoffen, synthetischem Methan (SNG) aus erneuerbaren Stromquellen und Wasserstoff bietet Gas auch grüne Alternativen.

Rückfragen & Kontakt

FGW – Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen
Mag. Michael Mock
Telefon: +43/1/513 15 88-13
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.fgw.at

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