- 01.06.2026, 16:07:32
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IV: Ziel ist gleicher Lohn für gleiche Arbeit und nicht zusätzliche Bürokratie
Wer berechtigte Kritik an überbordender Regulierung als Angriff auf Gleichstellung darstellt, verfehlt die eigentliche Debatte
Die IV unterstützt das Ziel fairer und diskriminierungsfreier Entlohnung und weist die Kritik des ÖGB klar zurück. Kritisch sehen wir jedoch die überschießenden Berichtspflichten, Dokumentationsanforderungen und Haftungsrisiken, die mit der EU-Lohntransparenzrichtlinie verbunden sind. Wer diese Belastungen ignoriert, blendet die Realität in den Unternehmen aus. Österreich verfügt bereits heute mit rund 98 Prozent Kollektivvertragsabdeckung über international einzigartige, transparente und nachvollziehbare Entgeltstrukturen. Unsere Kollektivverträge funktionieren, dies muss berücksichtigt werden. Niemand bestreitet, dass es nach wie vor strukturelle Herausforderungen gibt. Hier braucht es jedoch eine sachliche Diskussion zu den eigentlichen Ursachen, wie Berufswahl, Beschäftigung oder auch geeignete Kinderbetreuungsangebote, statt zusätzlicher Bürokratie und noch mehr Regulierung.
Auch die Kritik an den genannten 150 Seiten greift zu kurz, sie beziehen sich auf den Leitfaden des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen zur Umsetzung der Richtlinie. Dieser zeigt plastisch, wie komplex die neuen Vorgaben in der Praxis sind. Mehr Gleichstellung ist ein gemeinsames Ziel. Ein Bürokratiemonster ist dafür aber nicht die richtige Antwort. Statt immer neuer Berichtspflichten braucht es Maßnahmen, die tatsächlich wirken und Unternehmen nicht zusätzlich belasten. Wer jede Kritik an überbordender Regulierung als Angriff auf Gleichstellung darstellt, verhindert die notwendige sachliche Diskussion über eine praktikable Umsetzung.
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