• 29.05.2026, 10:13:02
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Österreichischer Zeitschriftenpreis 2025: ÖZV zeichnet Journalistinnen und Journalisten in fünf Kategorien aus

Nachwuchspreis geht an Haifaa Al Haj Saeed für ihre „TikTok-Tagebücher“

Wien (OTS) - 

Am 28. Mai 2026 hat der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband (ÖZV) den Österreichischen Zeitschriftenpreis 2025 in fünf Kategorien sowie den Dr. Rudolf Bohmann-Preis für NachwuchsjournalistInnen vergeben. Prämiert wurden Thomas Winkelmüller und Juliane Fischer („Datum“), Christoph Lehermayr („allewelt“), Martin Zinggl („Geo Österreich“) und Martin Hehemann („Bauzeitung“), als bestes Corporate-Publishing-Produkt wurde „Unter uns – Das Magazin für das Team der ÖBB“ ausgezeichnet. Den Preis als beste Nachwuchsjournalistin sicherte sich Haifaa Al Haj Saeed für eine Reportage im Nachrichtenmagazin „Profil“.

Der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband zeichnet seit 1983 jedes Jahr hervorragende publizistische Leistungen aus dem Bereich der Fachmedien mit dem Österreichischen Zeitschriftenpreis aus. Die Verleihung fand anlässlich der Vollversammlung des ÖZV im Management Club in Wien statt, durch die Veranstaltung führte Journalistin und Podcasterin Julia Isabelle Gerber. Übergeben wurden die Preise von ÖZV-Vizepräsident Philipp Ita (Ärzteverlag) und der Nationalratsabgeordneten Henrike Brandstötter (Mediensprecherin von NEOS).

In seinen Eröffnungsworten betonte Philipp Ita die journalistischen Top-Leistungen, die mit dem Preis ausgezeichnet werden und einen echten Mehrwert für die Leserinnen und Leser schaffen. „Dieser wurde auch durch die Ergebnisse der aktuellen Fachzeitschriften-Entscheiderstudie aus dem Vorjahr bestätigt: Fachzeitschriften in gedruckter sowie in digitaler Form werden von 52 Prozent der Führungskräfte regelmäßig und von 41 Prozent gelegentlich als Orientierungs- und Einordnungshilfe im beruflichen Alltag herangezogen und gezielt genutzt, um sich über branchenspezifische Entwicklungen zu informieren. Diese Informationen fließen in der Folge auch maßgeblich in unternehmerische Entscheidungen ein, was einmal mehr das Image von Fachmedien als Informationsquelle Nummer eins bestätigt“, so Ita. „Die heute prämierten Beiträge stehen vor diesem Hintergrund geradezu beispielhaft für das breite Themenspektrum und die Expertise, die Fachmedien im Allgemeinen und unsere ÖZV-Mitgliedstitel im Speziellen auszeichnen.“

Große Themenvielfalt und bewährte Expertise

In der Reportage „Auf der Schlachtbank“, erschienen im „Datum“, decken Thomas Winkelmüller und Juliane Fischer die Strukturen hinter einem der aktuell größten internationalen Betrugsphänomene auf, dem „Pig Butchering Scam“. Ausgehend vom Schicksal eines Wiener Chirurgen folgt die Recherche den Geld- und Täterspuren über mehrere Kontinente – vom russischen Model bis zu Zwangsarbeitern in südostasiatischen Scam-Fabriken. Der Text macht sichtbar, wie Onlinebetrug, organisierte Kriminalität und Menschenhandel miteinander verwoben sind und welche Dimensionen diese neue Schattenökonomie erreicht. Damit liefert der Artikel nicht nur einen packenden Einzelfall, sondern auch ein gesellschaftlich und wirtschaftlich hochrelevantes Bild der globalisierten Kriminalität, das die Jury in der Kategorie „Politik & Wirtschaft“ überzeugt hat.

Die Kategorie „Lifestyle, Gesundheit & Soziale Verantwortung“ konnte Christoph Lehermayr für seine erschütternde Reportage über den Glimmer-Abbau in abgelegenen Minen in Madagaskar für sich entscheiden. „Im Glitzern des Grauens“ ist im Magazin „allewelt“ erschienen und zeichnet den Weg Lehermayrs nach, der gemeinsam mit einem ortskundigen Priester ein abgelegenes Minengebiet besucht und dort eine Kette an Ausbeutung und Armut vorfindet. Eindrückliche Bilder und einfühlsame Gespräche mit den Männern und Frauen, die in den Glimmer-Minen arbeiten müssen, ergänzen die einfühlsame Schilderung der Gegebenheiten vor Ort und haben die Mitglieder der Fachjury berührt.

Die akribisch recherchierte Reportage „Freiheit für den Ozelot“ von Martin Zinggl, erschienen in „GEO“, war siegreich in der Kategorie „Umwelt, Jagd & Natur“. Zinggl verbindet eindrucksvolle Naturbeschreibungen mit fundierter wissenschaftlicher Einordnung und beleuchtet die ökologische Schlüsselrolle der Ozelote ebenso wie die Herausforderungen der Rehabilitation bis hin zu modernsten DNA-Analysen im Dschungellabor. Er zeigt die Bedeutung nachhaltiger Schutzmaßnahmen, hinterfragt ethische Grenzen und schildert die emotionale Dimension von Artenschutzarbeit. Die Fachjury lobte insbesondere die klare Darstellung der komplexen Zusammenhänge zwischen illegalem Tierhandel, Ökosystemstabilität und dem Engagement einzelner Menschen.

Im Artikel „Perfekte Projekte“ von Martin Hehemann, erschienen in der „Österreichischen Bauzeitung“, werden anspruchsvolle Bauvorhaben, innovative Verfahren und aktuelle Trends im Bauwesen für ein interessiertes Publikum gut verständlich beleuchtet. Vor allem die Leserfreundlichkeit, die klare Strukturierung und die präzisen Formulierungen in Kombination mit sorgfältig ausgewähltem Bildmaterial haben die Jury in der Kategorie „Wissenschaft, Technik & Forschung“ beeindruckt.

In der Kategorie „Corporate-Publishing, Mitglieder- und Mitarbeiter Zeitschriften“ konnte „Unter uns – Das Magazin für das Team der ÖBB“, umgesetzt vom Red Bull Media House, überzeugen. Das Magazin für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Pensionistinnen und Pensionisten der ÖBB erscheint mit einer Auflage von 85.000 Exemplaren viermal im Jahr und wird ergänzt durch ein dazugehöriges Intranet-Portal. Ziel ist es, das Zusammengehörigkeitsgefühl der ÖBB-Angestellten zu fördern und aktuelle Informationen, Kampagnen und Herausforderungen des Unternehmens darzustellen. Das moderne Layout und die hochwertige Umsetzung überzeugte die Jury.

Alle zwei Jahre wird im Zuge des Zeitschriftenpreises auch der Dr. Rudolf Bohmann-Preis für NachwuchsjournalistInnen an RedakteursaspirantInnen oder freie MitarbeiterInnen bis zu einem Alter von max. 30 Jahren (Zeitpunkt der Einreichung) für eine eigenständige, abgeschlossene und auszeichnungswürdige Erstpublikation bei einem Verlag verliehen. 2025 ging dieser an Haifaa Al Haj Saeed für ihre „Profil“-Reportage „Die TikTok-Tagebücher: Verlorene Stunden einer 19-Jährigen“. Die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erst 19-jährige Schülerin absolvierte ein Praktikum beim Nachrichtenmagazin und dokumentierte ihr Selbstexperiment stilistisch hoch präzise und schonungslos ehrlich.

Alle Informationen zum Österreichischen Zeitschriftenpreis sowie Fotos der Veranstaltung finden Sie auf der Website des Österreichischen Zeitschriften- und Fachmedienverbands unter www.oezv.or.at.

Rückfragen & Kontakt

Österreichischer Zeitschriften- und Fachmedienverband
Michaela Reisinger, BA
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +43 664 33 29 411
E-Mail: [email protected]
Website: https://oezv.or.at/

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