• 27.05.2026, 09:00:43
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REMAX Commercial Handelsflächen: Stationärer Handel bleibt weiter unter Druck

REMAX Commercial Handelsflächen: Stationärer Handel bleibt weiter
unter Druck
Amstetten (OTS) - 

(Kurzfassung. Den Gesamttext inkl. Quellenangaben, Preise der Spitzenmieten, Zitate, Pressefotos sowie Grafiken finden Sie auf www.remax.at/presse/presseaussendungen)

Handelsflächen

  • Leichte Stabilisierung der Konsumausgaben, weiterhin schwache Handelskonjunktur
  • Steigende Kosten und Kaufzurückhaltung belasten den stationären Handel massiv
  • Online-Handel gewinnt weiter deutlich Marktanteile
  • Hohe Insolvenzzahlen prägen den österreichischen Handel
  • Expansion erfolgt zunehmend selektiv und konzentriert sich auf Gewinnersegmente
  • Handelsimmobilien entwickeln sich stärker zu Erlebnis- und Mixed-Use-Standorten

Die Situation im österreichischen Handel bleibt angespannt. Zwar zeigen sich vereinzelt erste Stabilisierungstendenzen, von einer nachhaltigen Trendwende kann jedoch noch keine Rede sein. Hohe Kosten, verhaltene Konsumausgaben, zunehmender Wettbewerbsdruck durch den Online-Handel sowie geopolitische Unsicherheiten belasten den stationären Handel weiterhin massiv. Gleichzeitig verändert sich der Markt strukturell zunehmend in Richtung preisorientierter Konzepte, Nahversorgung und multifunktionaler Handelsstandorte.

DIE BASIS: DIE SITUATION IM ÖSTERREICHISCHEN HANDEL

BIP-Entwicklung: Nachdem das österreichische BIP 2023 und 2024 um jeweils -0,8 % gefallen ist (Statistik Austria), entwickelte sich auch das reale Bruttoinlandsprodukt 2025 mit +0,6 % schwächer als ursprünglich erwartet.

BIP-Prognose: Das WIFO war ursprünglich für 2025 von einem Wachstum von +1,8 %, das IHS von +1,5 % ausgegangen. Beide Prognosen mussten mehrfach nach unten revidiert werden. Zwar gehen WIFO und IHS aktuell davon aus, dass die österreichische Wirtschaft 2026 moderat wachsen wird, gleichzeitig bleiben die Risiken hoch.

Geopolitik: Geopolitische Konflikte, steigende Energiepreise, die schwache Industrie-konjunktur in Europa sowie die Nahostkonflikte sorgen für zunehmende Unsicherheit.

Problemursachen: Besonders stark betroffen bleiben zentrale Bereiche der österreichischen Wirtschaft. Industrie und Bauwirtschaft kämpfen nach wie vor mit schwacher Nachfrage, hohen Finanzierungskosten und rückläufiger Investitionstätigkeit.

Konsumausgaben: Wie schon in den Vorjahren wirkt sich die schwache Konjunktur auch auf die privaten Konsumausgaben aus. Laut WIFO ist die Konsumnachfrage der privaten Haushalte 2025 real lediglich moderat gewachsen.

Einzelhandelskonjunktur: Die Einzelhandelskonjunktur entwickelte sich weiterhin schwach. Die Umsätze des österreichischen Einzelhandels (ohne Kfz) stiegen 2025 nominell um +2,9 %, real um +0,7 %. „Es ist nach wie vor ein vorsichtiges Licht am Ende des Tunnels sichtbar. Gleichzeitig sehen wir aber, wie fragil diese Entwicklung bleibt. Hohe Kosten, geopolitische Risiken und die anhaltende Kaufzurückhaltung sorgen dafür, dass von einer echten Entwarnung für den österreichischen Handel noch keine Rede sein kann“, sagt Mag. Stefan Krejci, MRICS, von REMAX Commercial Austria.

Unterschiedliche Entwicklung in einzelnen Handelsbranchen: Während einzelne Branchen leichte Stabilisierungstendenzen gezeigt haben, standen vor allem klassische Non-Food-Bereiche weiterhin unter erheblichem Druck. (Details in der Gesamtfassung)

Online-Handel auf Wachstumskurs: Der Anteil des Distanzhandels lag zuletzt bei über 14 % der gesamten einzelhandelsrelevanten Konsumausgaben. Dieser Wert wird sich 2025 weiter auf rund 15 % bis
16 % in Richtung der Höchststände aus den Pandemie-Jahren erhöht haben.

Folgen des Online-Handels-Aufschwungs: Laut Branchenangaben werden in Österreich mittlerweile bereits mehr als 400 Millionen Pakete pro Jahr transportiert – Tendenz weiter steigend. Die zunehmende Dominanz internationaler Plattformanbieter führt dazu, dass ein erheblicher Teil der Online-Umsätze an ausländische Anbieter abfließt und kaum zum österreichischen Steueraufkommen beiträgt.

Hohe Insolvenzzahlen: Nach rund 5.400 Insolvenzen im Jahr 2023 erhöhte sich die Zahl 2024 auf rund 6.500 Fälle. 2025 wurden österreichweit rund 6.700 Fälle registriert. Dies ist ein neuer Höchststand der vergangenen Jahre mit leichten Stabilisierungsanzeichen.Im Einzelhandel stiegen die Insolvenzen von 820 (2022) über 940 (2023) auf 1.146 (2024). „Die hohe Anzahl an Zahlungsunfähigkeiten war nach dem Auslaufen der Corona-Hilfsmaßnahmen grundsätzlich zu erwarten. Viele Unternehmen belastet die Kombination aus schwacher Nachfrage, hohen Kosten und steigender Wettbewerbsintensität. Positiv ist, dass sich die Dynamik der Zahlungsunfähigkeiten zuletzt zumindest etwas abgeschwächt hat. Von einer echten Entwarnung kann derzeit aber noch keine Rede sein“, schätzt Krejci die Lage ein.

Selektive Expansion im Handel und Konsolidierung: Expansion findet nach wie vor statt, allerdings selektiv und konzentriert auf klar definierte Gewinnersegmente. Dynamisch sind preisorientierte Konzepte, Nahversorgung, Lebensmittel, Drogerie, Entertainment-Nutzungen sowie internationale Handelsketten mit hoher Flächenproduktivität. Die Expansionen konzentrieren sich vor allem auf Fachmarktzentren und retailorientierte Nahversorgungs-standorte. Gleichzeitig werden bestehende Filialnetze auf Profitabilität überprüft und Filialen abhängig von Frequenz, Lagequalität, Erreichbarkeit und Umfeld geschlossen. Handels-flächen entwickeln sich stärker zu hybriden Erlebnis-, Freizeit- und Begegnungsräumen.

Stimmungsprognose für 2026 beim Handel: Der verhaltene Optimismus des österreichischen Handels wird stark von externen Faktoren beeinflusst: Die schwache europäische Konjunktur, geopolitische Unsicherheiten, volatile Energiepreise, internationale Zollkonflikte und budgetäre Einsparungsmaßnahmen in Österreich sorgen für Zurückhaltung bei Unternehmen und Konsumenten. „Es gibt erste Anzeichen einer Stabilisierung, allerdings in einem herausfordernden Umfeld. Die Unsicherheit in Bezug auf Konjunktur, Energiepreise und geopolitische Entwicklungen bleibt hoch. Viele Handelsunternehmen prüfen Investitionsentscheidungen genauer als noch vor einigen Jahren, die Expansion erfolgt selektiver“, erklärt Mag. Stefan Krejci.

AUSWIRKUNGEN AUF HANDELSIMMOBILIEN

Neue Konzepte, neue Mieter, dennoch ist Flächenreduktion unaufhaltsam: Betriebsaufgaben, Flächenoptimierungen und Standortveränderungen bestehender Händler führen dazu, dass selbst in hochfrequentierten Innenstadtlagen immer wieder attraktive Flächen verfügbar werden. Neue Mieternachfrage kommt vor allem von klar positionierten Handelskonzepten wie preisorientierten Retailketten, internationalen Lifestylemarken sowie modernen Entertainment- und Freizeitnutzungen. Dennoch ist der langfristige Trend der Flächenreduktion, der bereits deutlich vor der Covid-Pandemie eingesetzt hat, unaufhaltbar, besonders sichtbar im Bereich Mode- und Schuhhandel (-18 % in zehn Jahren), in klassischen innerstädtischen Handelslagen sowie in kleineren Städten und in einer generell erhöhten Leerstandsquote. Hoffnungsträger vieler Innenstädte bleiben Dienstleistungs-angebote, Gesundheitsnutzungen sowie ergänzende Freizeit- und Nahversorgungskonzepte. „Wir sehen, dass sowohl Vermieter als auch Mieter heute deutlich flexibler agieren müssen als noch vor einigen Jahren. Gute Standorte bleiben gefragt, gleichzeitig steigen aber die Anforderungen an Nutzungskonzepte, Frequenz und langfristige Standortqualität“, erklärt Krejci.

SPITZENMIETEN FÜR HANDELSFLÄCHEN

2025 leichte Rückgänge in mehreren Städten – konstante Entwicklung für 2026

WIEN: Hohe Kaufkraft, starke internationale Tourismusströme sowie die Funktion als etablierter Einkaufs- und Erlebnisstandort mit einem Einzugsgebiet von rund zwei Millionen Einwohnern sorgen weiterhin für stabile Rahmenbedingungen am Einzelhandelsmarkt in Wien. Die Spitzenmieten in den besten Innenstadtlagen sowie auf der Mariahilfer Straße liegen auch 2026 nach wie vor bei rund 400 Euro/m² und damit auf dem Niveau der Vorjahre. Damit bestätigt Wien erneut die hohe Stabilität des österreichischen Premium-Retailmarktes.

GRAZ: bleibt trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds eine der dynamischsten Handelsstädte Österreichs. Bevölkerungswachstum, Universitäten, hohe Urbanität sowie der historische Charakter der Innenstadt sorgen weiterhin für eine stabile Grundfrequenz und machen Graz insbesondere für kreative und innovative Handels- und Gastronomiekonzepte attraktiv. Die Spitzenmieten reduzierten sich von 80 Euro/m² auf aktuell 70 Euro/m². „Gute Lagen funktionieren in Graz weiterhin, schwächere Lagen müssen jedoch aktiver entwickelt werden. Entscheidend wird sein, dass Eigentümer, Stadt und Nutzer gemeinsam an Frequenz, Aufenthaltsqualität und tragfähigen Konzepten arbeiten“, erklärt Ing. Alois Marchel von REMAX Commercial Graz.

LINZ: Bleibt einer der stabilsten Handelsstandorte außerhalb Wiens. Die Kombination aus hoher Kaufkraft, industriell geprägtem Wirtschaftsraum sowie einer starken regionalen Zentralitätsfunktion sorgt weiterhin für eine solide Nachfrage nach gut positionierten Handelsflächen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch in Linz eine zunehmende Differenzierung zwischen stark frequentierten Innenstadtlagen und schwächeren Nebenlagen. Die Spitzenmieten in sehr guten Innenstadtlagen liegen weiterhin wie in den vergangenen Jahren bei rund 90 Euro/m². Linz setzt mit neuen Begrünungsmaßnahmen, zusätzlichen Aufenthaltsflächen und einer aktiveren Innenstadtentwicklung verstärkt auf Aufenthaltsqualität, Nutzungsmischung und Innenstadtbelebung.

SALZBURG: Internationale Tourismusströme, die historische Altstadt sowie eine starke Kaufkraft sichern weiterhin eine hohe Attraktivität für Premium- und Luxuskonzepte. Gleichzeitig zeigt sich jedoch auch in Salzburg, dass selbst absolute Toplagen nicht vollständig von den strukturellen Veränderungen im Handel abgekoppelt sind. Nach dem deutlichen Rückgang der Spitzenmieten von bis zu 145 Euro/m² hat sich der Markt 2025 und 2026 bei rund 120 Euro/m² stabilisiert. „Die Salzburger Altstadt bleibt einer der hochwertigsten Handelsstandorte Österreichs. Gleichzeitig verändert sich der Markt und Nutzer agieren heute wesentlich selektiver als noch vor einigen Jahren“, erklärt Raimund Baumgarten, MBA, REMAX Commercial Salzburg.

INNSBRUCK: Hohe Kaufkraft, ein stark tourismusgeprägtes Umfeld sowie die Funktion Innsbrucks als Einkaufs- und Dienstleistungszentrum für große Teile Tirols sorgen weiterhin für eine stabile Nachfrage nach gut positionierten Handelsflächen. Während die Spitzenmieten in sehr guten Lagen nach dem Höchststand von bis zu 120 Euro/m² zuletzt auf rund 100 Euro/m² zurückgegangen sind, blieb das Mietniveau 2025 stabil. Für 2026 wird mit einer leicht rückläufigen Entwicklung auf rund 96 Euro/m² gerechnet. „Tirol zeigt deutlich, dass moderne Handelsimmobilien heute wesentlich stärker auf Erlebnis, Aufenthaltsqualität und flexible Nutzungskonzepte setzen müssen. Reine Verkaufsflächen allein können vielfach nicht mehr langfristig stabile Frequenzen sicherstellen“, erklärt KommR Arno Wimmer von REMAX Commercial Tirol.

KLAGENFURT: Der Klagenfurter Handelsmarkt zeigte sich 2025 insgesamt vergleichsweise stabil. Die Spitzenmieten in sehr guten Lagen liegen weiterhin bei rund 25 Euro/m² und bewegen sich damit seit mehreren Jahren auf konstantem Niveau. Auch für 2026 wird aktuell nur mit einer sehr moderaten Veränderung gerechnet.

BREGENZ: Der Handelsimmobilienmarkt in Vorarlberg zeigt sich weiterhin vergleichsweise stabil, gleichzeitig bleibt die Entwicklung neuer Handelsflächen äußerst zurückhaltend. Der Standortwettbewerb konzentriert vor allem auf etablierte Frequenzlagen und bestehende Handelsstandorte. „Neue Handelsprojekte kommen bei uns de facto kaum mehr auf den Markt. Der Wettbewerb um die besten Lagen bleibt zwar bestehen, gleichzeitig gestalten sich Vermietungen im gesamten Vorarlberger Raum deutlich anspruchsvoller als noch vor einigen Jahren“, erklärt Philipp Feurstein von REMAX Commercial Vorarlberg.

SANKT PÖLTEN: Der Handelsimmobilienmarkt in St. Pölten zeigte sich 2025 insgesamt stabil, wenngleich sich auch hier die zunehmende Differenzierung zwischen sehr guten Frequenzlagen und schwächeren Innenstadtbereichen bemerkbar macht. Die Spitzenmieten bewegen sich weiterhin auf moderatem Niveau und liegen aktuell bei rund 35 Euro/m².

Spitzenmieten für Handelsflächen (Preis pro Quadratmeter) als Tabelle mit Von-bis-Preisen für 2022 bis 2025 und der Prognose 2026 in der Originalfassung.

REMAX COMMERICAL
Unter REMAX Commercial agieren ausgewählte Gewerbe-Immobilienexperten innerhalb des REMAX-Netzwerks, das insgesamt mit 120 Büros und über 650 Immobilienexperten flächendeckend in jeder Region Österreichs vertreten ist. Aufgrund der engen Kooperation mit den lokalen Büros und dank dem gebündelten Gewerbeimmobilien-Know-how stellt REMAX Commercial für Immobilienentwickler, Immobiliennutzer und kommunale Einrichtungen eine einzigartige Wissens- und Ideenquelle dar und bietet einzigartige Synergieeffekte und Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

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Telefon: +43(0)66488249748
E-Mail: [email protected]

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