- 21.05.2026, 18:54:33
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Europa-Forum Wachau 2026: Fokus auf neue Allianzen, Migration und Europas wirtschaftliche Zukunft

Das diesjährige Europa-Forum Wachau 2026, veranstaltet vom Verein Europa-Forum Wachau, setzte auch am Donnerstag wichtige Impulse für die Gestaltung der europäischen Zukunft. Die Veranstaltung beleuchtete über den Tag hinweg zentrale Themen wie die Notwendigkeit neuer internationaler Allianzen, die umfassende Reform der europäischen Migrations- und Sicherheitspolitik sowie die Dringlichkeit eines Paradigmenwechsels in der europäischen Wirtschaftsstrategie.
Der Tag startete mit der hochkarätigen Session „New Alliances in a Fragmented World“, die sich der entscheidenden Rolle neuer Partnerschaften jenseits traditioneller Pfade widmete. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger und ihr Amtskollege Dato Erywan Pehin Yusof aus Brunei unterstrichen die Bedeutung von Kooperation und der Stärkung multilateraler Strukturen in einer zunehmend multipolaren Welt. Es wurde betont, dass Europa sich in einer neuen geopolitischen Ära befindet, die eine Neudefinition europäischer Souveränität und die Stärkung der Verteidigungsbereitschaft erfordert. „Strategische Autonomie bedeutet nicht, alleine zu handeln. Sie bedeutet, ein stärkerer und glaubwürdigerer Partner zu werden.“, so Meinl-Reisinger. „Die Partnerschaften, die gestärkt werden sollten, sind jene, die auf gemeinsamen Prinzipien, gegenseitigem Respekt und dem Bekenntnis zur internationalen Ordnung beruhen.“, so Dato Erywan Pehin Yusof. Die Erweiterung der EU, insbesondere um die Ukraine, Moldawien und die Staaten des Westbalkans, wurde als geopolitische Investition in Europas Stabilität und Zukunft hervorgehoben.
Ein zentraler Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der europäischen Migrationspolitik und inneren Sicherheit. In einem „Deep Dive“ erörterte Innenminister Gerhard Karner gemeinsam mit Christian Ultsch den neuen EU-Asylpakt. Der Pakt wird als notwendiger Schritt zur Sicherung der Außengrenzen und zur Reduktion des Migrationsdrucks betrachtet, dessen Implementierung, inklusive der Einrichtung von Verfahrenszentren an den EU-Außengrenzen, ab dem 13. Juni erfolgen wird. „Wir haben in den letzten Jahren die illegale Migration gegen null gedrängt. Diese Entwicklung wird durch die Umsetzung des Asylpakts nachhaltig abgesichert“, so Innenminister Gerhard Karner. Österreich sieht seine Vorleistungen in diesem Solidaritätsmechanismus aufgrund der hohen Pro-Kopf-Belastung der letzten Jahre bereits erbracht.
Die Session „Europe’s Turning Point: Managing Migration, Ensuring Security“ vertiefte diese Themen mit einem hochkarätigen Panel, bestehend aus EU-Kommissar Magnus Brunner, Innenminister Gerhard Karner, dem Migrationsforscher Gerald Knaus, Vít Rakušan, dem ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister der Tschechischen Republik, und dem Innenminister Albaniens Besfort Lamallari. Die Diskussion unterstrich die Notwendigkeit, die Kontrolle über die Migration zurückzugewinnen, den Asylpakt konsequent umzusetzen und die Zusammenarbeit mit Drittstaaten zu intensivieren. „Wir müssen verhindern, dass Menschen sich überhaupt auf diese gefährliche Reise machen. Wir müssen die gesamte Route betrachten und frühzeitig mit Drittstaaten zusammenarbeiten. Unser Ziel muss sein, dass niemand mehr im Mittelmeer oder Atlantik sein Leben verliert", meinte EU-Kommissar Brunner. „Europa sollte zeigen, dass Menschenrechte und Kontrolle gemeinsam möglich sind. Europa sollte das Gegenmodell zu Angst, Einschüchterung und Rechtsbruch sein“, so Knaus. Albanien wurde als verlässlicher Partner in der externen Grenzverwaltung hervorgehoben. Gleichzeitig wurde auch Skepsis gegenüber dem reinen Asylpakt thematisiert und die entscheidende Rolle von sicheren Drittstaatsabkommen zur effektiven Reduzierung irregulärer Migration betont.
Ein weiterer „Deep Dive“ mit EU-Kommissar Magnus Brunner und Anna Gabriel (Die Presse) lieferte detaillierte Einblicke in den Asyl- und Migrationspakt als umfassendste Reform der EU-Einwanderungspolitik der letzten Jahrzehnte. Der Pakt basiert auf vier Säulen: sichere Außengrenzen, einheitliche Asylverfahren, Partnerschaften mit Drittländern und ein Solidaritätsmechanismus unter den Mitgliedstaaten. Es wurde ein Rückgang der Asylzahlen in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 um 40 % vermeldet, was auf eine Kombination aus europäischen Reformen, effektiverem Außengrenzschutz und Abkommen mit Drittstaaten zurückzuführen ist.
Die Panel-Diskussion „Standortwettbewerb, Freihandel, Resilienz – Time for Change?“ beleuchtete die dringende Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der europäischen Wirtschafts- und Handelspolitik. Tobias Thomas (Österreichischer Produktivitätsrat), Sabine Herlitschka (CEO Infineon Austria), Eva-Maria Liebmann (Generalsekretärin Wirtschaftskammer Österreich) und Chris Thomale (Universität Wien) diskutierten die stagnierende wirtschaftliche Entwicklung in Europa im Vergleich zu den USA. Es wurde ein dringender Reformbedarf auf nationaler und europäischer Ebene gefordert, insbesondere ein Bürokratieabbau, schnellere Entscheidungsfindung und eine stärkere Nutzung der europäischen Stärken. „Wenn wir den Unternehmen wieder Freiräume schaffen, schaffen wir auch die Grundlage für Wohlstand“, so Liebmann. Der „Schulterschluss“ zwischen Politik, Wirtschaft und Bürgern wurde als unerlässlich erachtet, um eine substanzierte Aufbruchstimmung zu erzeugen und Europas wirtschaftliche Leistungsfähigkeit als Grundlage für alle weiteren Ziele zu begreifen.
Das Europa-Forum Wachau 2026 bot eine essenzielle Plattform für den Dialog über diese kritischen Themen und lieferte den Teilnehmern wertvolle Einblicke und Diskussionsansätze für die Gestaltung der Zukunft Europas. Die Veranstaltung unterstrich die Dringlichkeit, die strukturellen Herausforderungen Europas proaktiv anzugehen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, um Europas Einfluss, Sicherheit und Wohlstand in einer sich wandelnden Welt zu sichern.
Mit vier weiteren Salons rückte das Europa-Forum Wachau 2026 zentrale Zukunftsfragen Europas in den Mittelpunkt. Die Diskussionen spannten dabei den Bogen von demografischem Wandel über digitale Demokratie bis hin zu geopolitischer Selbstbehauptung und strategischem Networking.
Im Salon „Wohlstand unter Druck: Europas demografische Herausforderung“ wurden die wirtschaftlichen Folgen einer alternden Gesellschaft analysiert. Diskutiert wurden unter anderem Arbeitskräftemangel, die Belastbarkeit der Sozialsysteme sowie die Rolle von Migration, Automatisierung und Reformen zur Sicherung des europäischen Wohlstandsmodells.
Der „Future Politics Salon“ widmete sich der Transformation politischer Kommunikation im Zeitalter sozialer Medien. Dabei diskutierten Jugendliche bis 25 Jahre über die wachsende Macht digitaler Plattformen, die Rolle von Influencern in politischen Debatten sowie die Auswirkungen von Polarisierung, Hass und Deepfakes auf demokratische Prozesse.
Im Salon „Europa im Kreuzfeuer der Machtpolitik“ diskutierten Experten über Europas Position zwischen den geopolitischen Interessen der USA, Chinas und Russlands. Thematisiert wurden strategische Souveränität, Verteidigungspolitik und die Frage, wie Europa seine eigenen Interessen in einer zunehmend konfliktreichen Weltordnung behaupten kann.
Der „Gerstbauer Strategic Weinsalon“ verband schließlich politische Gespräche mit niederösterreichischer Gastfreundschaft. In entspannter Atmosphäre bot der Salon Raum für informellen Austausch zwischen Entscheidungsträgern aus Politik, Diplomatie und Wirtschaft – oft fernab klassischer Protokolle und mit besonderem Fokus auf persönliche Vernetzung.
Rückfragen & Kontakt
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Doris Hofbauer
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