- 21.05.2026, 13:20:32
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Neuer AHS-Gewerkschaftschef: „Bildungspolitik braucht Praxisnähe und Fakten statt Schlagzeilen“
Georg Stockinger zum neuen Vorsitzenden der AHS-Gewerkschaft gewählt
Am alle fünf Jahre stattfindenden Bundestag der AHS-Gewerkschaft wurde Georg Stockinger am 21. Mai 2026 mit überwältigender Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt. Der Salzburger Mathematik- und Geschichte-Lehrer folgt auf Herbert Weiß, der im Sommer in den Ruhestand tritt. Stockinger dankte seinem Vorgänger für dessen engagiertes, konsequentes und zugleich stets umsichtiges Wirken und kündigte an, den eingeschlagenen Kurs einer starken Interessenvertretung mit Fokus auf Dialog, Praxisnähe und langfristige Perspektiven in der Bildungspolitik fortzusetzen.
Erfahrener Gewerkschafter
Stockinger ist seit Beginn seiner Berufslaufbahn gewerkschaftlich engagiert. Bereits im Unterrichtspraktikum trat er der Gewerkschaft bei. Später wirkte er im Betriebsausschuss auf Schulebene, in der Landesleitung und im Fachausschuss Salzburg und schließlich in der Bundesleitung. Dort war er zunächst Dienstrechtsreferent, seit 2016 Besoldungsreferent und stellvertretender Vorsitzenden.
Teamplayer mit klarer Haltung
„Ich entscheide gerne im Team, bin loyal und wenn notwendig auch sehr beharrlich“, beschreibt Stockinger seinen Arbeits- und Führungsstil. „Die klare und stets besonnene Haltung meines Vorgängers Herbert Weiß zu bildungspolitischen wie auch zu dienst- und besoldungsrechtlichen Fragen wird Richtschnur meines Handelns sein!“
Bildung braucht Fakten statt reißerischer Inszenierung
Deutliche Worte findet der neue Vorsitzende zur aktuellen Bildungspolitik: „In der Bildungspolitik muss es um die langfristige, faktenbasierte Sicherung des Bildungsstandorts Österreich gehen – nicht um Medienpräsenz und reißerische Schlagzeilen.“
Frühkindliche Förderung als Schlüsselfrage
Als zentrales Problem ortet Stockinger große Defizite bereits vor dem Schuleintritt: Fehlende frühkindliche Förderung erschwere die Arbeit an den Schulen massiv. „Was bis zum Eintritt in den Kindergarten nicht grundgelegt ist – von sozialen bis zu sprachlichen Fähigkeiten –, kann später nur mit enormem Aufwand kompensiert werden“, warnt er. Hier brauche es dringend bessere Unterstützungsangebote sowie eine gezielte Stärkung der Eltern in ihrer Verantwortung für die Entwicklung und Bildung ihrer Kinder.
Lehrkräftemangel hausgemacht
Auch beim Lehrkräftemangel sieht Stockinger dringenden Handlungsbedarf. Dass heute vielerorts Quereinsteiger:innen gesucht und zu viele junge Lehrkräfte „verheizt“ würden, sei „zu einem erheblichen Teil hausgemacht“. Stockinger fordert professionelle Unterstützungssysteme für Lehrer:innen und bessere Rahmenbedingungen, um den Beruf wieder attraktiv zu machen.
Klare Absage an Gesamtschulpläne
Eine neuerliche Gesamtschuldebatte lehnt der neue Vorsitzende unmissverständlich ab. „Uralte Hüte bringen uns keinen Schritt weiter“, sagt Stockinger. Bildungspolitische Schlagwörter ohne wissenschaftlich fundiertes Konzept seien keine Lösung. Die geplante Einführung der 6-jährigen Volksschule öffne den Weg für eine Gesamtschule, die Unterschiede nur verstärkt.
Gespräche auf Augenhöhe, Fakten statt Schlagzeilen
Für die Zukunft der AHS-Gewerkschaft kündigt Stockinger die konsequente Fortsetzung des bisherigen Kurses einer starken Interessenvertretung für die AHS-Lehrer:innen an – gemeinsam mit den anderen Lehrergewerkschaften und im engen Austausch mit der Kollegenschaft. Vom Bildungsministerium fordert er „Gespräche, Zeit, offene Ohren und Verhandlungen auf Augenhöhe“. „Bildungspolitik braucht Praxisnähe und Fakten statt Schlagzeilen“, betont Stockinger abschließend.
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Vorsitzender
Mag. Georg Stockinger
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